Braunaus exotische Haustiere
Hier liegt der Kuschelfaktor bei Null

Raphael Luttinger
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Im Bezirk Braunau leben mehr wilde Tiere, als man vermuten würde. Darunter Affen, Kängurus, Amazonen und Boas.

BEZIRK BRAUNAU (ebba). In selbst gebauten, den Vorschriften entsprechenden Terrarien hält der Schalchner Raphael Luttinger 18 Schlangen, 16 Echsen, fünf Frösche, zwei Spinnen und einen Skorpion in der Garage. Dazu kommen noch fünf Schildkröten, die im Garten leben. Die BezirksRundschau hat bereits über Luttingers Reptilienzoo berichtet.

Seinen Schau- und Lehrraum in Schalchen will der ausgebildete Nationalpark-Ranger unter dem Motto „Reptiles for Education“ nutzen, um Besuchern alles über tierische Exoten zu vermitteln. „Wenn jemand zum Beispiel überlegt, sich eine Bartagame anzuschaffen, kann man die Tiere gerne einen Tag lang mit mir betreuen. Um herauszufinden, ob das Tier wirklich zu einem passt“, erzählt der 30-Jährige. Ihm ist wohl bewusst, dass wilde Tiere ganz andere Ansprüche an Haltung und Pflege stellen, als Hund und Katz’. „Mir ist es wirklich sehr wichtig, dass es meinen Tieren gut geht.“ Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Terrarien werden genau reguliert und auch über Futtergewohnheiten und Eigenheiten seiner Tierchen weiß Luttinger bestens Bescheid.

Wilde Tiere in heimischen Gefilden

Doch er ist längst nicht der Einzige, der Exoten als „Haustiere“ bevorzugt. Bei der Bezirkshauptmannschaft Braunau sind derzeit folgende Wildtiere gemeldet: Circa 350 Land-, Höcker-, Sumpf- oder Spornschildkröten. Außerdem rund 140 Pythons, Boas oder Nattern, zehn Chamäleons, 60 Geckos, 14 Agamen, drei Smaragdeidechsen, ein Teju, sieben Leguane, zwei afrikanische Weißbauchigel, zwei Kängurus, 40 Papageien, 21 Amazonen, 26 Falken, zwei Wüstenbussarde und drei Weißbüschelaffen.

Chamäleon aus Raphael Luttingers Reptilienzoo.
  • Chamäleon aus Raphael Luttingers Reptilienzoo.
  • Foto: Hans Luttinger
  • hochgeladen von Barbara Ebner

Meldepflichtig

Wildtiere mit besonderen Ansprüchen dürfen gehalten werden, sofern sie vorher bei der Behörde angezeigt wurden. Die Haltungsbedingungen sind in Bezug auf Klima, Ernährung und Bewegungsbedürfnis für jede Tierart unterschiedlich. Die Bezirkshauptmannschaft (BH) prüft, ob diese erfüllt werden. Ist dies nicht der Fall und werden behördliche Auflagen auch nicht eingehalten, können die Tiere dem Halter abgenommen werden.

Grundsätzlich „wird die artgerechte Haltung stichprobenartig kontrolliert“, erklärt Eva Gaisbauer von der BH Braunau. „Im letzten Jahr gab es keine Anzeigen oder Tierabnahmen. Jene Personen, die die Tiere bei der Behörde melden, halten diese erfahrungsgemäß auch artgerecht“, meint Gaisbauer. Kümmert man sich nicht gut um sein wildes Haustier, können nach dem Tierschutzgesetz Strafen bis zu 15.000 Euro drohen.

Wenn doch mal was passiert

Wer ein Wildtier hält, ist nicht verpflichtet, seine Nachbarn darüber zu informieren. Gemäß §6 des OÖ. Polizeistrafgesetzes ist jedoch für das Halten von gefährlichen Tieren bei der jeweiligen Gemeinde um eine Bewilligung anzusuchen. Doch was geschieht, wenn einmal ein Tier entwischt und im schlimmsten Fall einen Menschen verletzt? „Soweit ich mich erinnern kann, wurde zuletzt vor circa drei Jahren eine Schlange gefunden und der Behörde in Verwahrung gegeben. Wenn jemand verletzt wird, haftet immer der Tierhalter – nur wird der in den seltesten Fällen bekannt“, weiß Gaisbauer.

ZUR SACHE

Folgende Tierarten stellen besondere Ansprüche an Haltung und Pflege und dürfen nur nach vorheriger Anzeige bei der Behörde gehalten werden:

  • Alle Wildtierarten der Säugetiere, ausgenommen Schalenwild, Bison und Streifenhörnchen.
  • Alle Wildtierarten der Vögel, ausgenommen Arten der Unzertrennlichen, der Plattschweifsittiche, Wellensittiche, Nymphensittiche, Prachtfinken, Chinesischer Sonnenvogel, Chinesische Zwergwachtel und das Diamanttäubchen.
  • Alle Arten der Reptilien.
  • Alle Arten der Lurche.
  • Fische, die in Freiheit mehr als einen Meter lang werden.

Es gibt aber auch Wildtiere, deren Haltung – außer im Zoo – aus Gründen des Tierschutzes verboten ist. Dazu gehören etwa Hyänen, Großkatzen, Großbären, Robben, Nashörner, Schleichkatzen oder Kloakentiere.

Mehr Storys aus dem Bezirk Braunau finden Sie hier.


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