Interview mit dem Bezirkshauptmann in spe
"Ich stehe für eine moderne Verwaltung"

Gerald Kronberger übernimmt am 1. Februar 2020 die Leitung der Braunauer Behörde.
  • Gerald Kronberger übernimmt am 1. Februar 2020 die Leitung der Braunauer Behörde.
  • Foto: Fotograf Kolarik
  • hochgeladen von Barbara Ebner

Am 1. Februar 2020 übernimmt ein neuer Bezirkshauptmann (BH) die Braunauer Behörde. Der Lochner Gerald Kronberger.

Herr Kronberger, wie hat denn ihr Umfeld reagiert, als feststand, dass Sie der neue Bezirkschef von Braunau werden?
KRONBERGER:
Es haben sich alle irrsinnig gefreut und das Telefon stand nicht mehr still. Die Überraschung war groß, da nur mein engstes Umfeld von meiner Bewerbung wusste. Was offenbar viele freut, ist, dass die Entscheidung auf einen „Dåsigen“ gefallen ist.

Warum sind Sie der richtige Mann für dieses Amt?
Man hat nicht oft die Gelegenheit, sich für die Stelle des höchsten Beamten in seinem Heimatbezirk bewerben zu dürfen. Es ist schön, nun auch beruflich wieder zuhause zu sein. Als Verwaltungsjurist möchte ich mit Leuten zu tun haben und nicht nur am Schreibtisch sitzen. Und das macht dieses Amt möglich.

Was für eine Art Bezirkshauptmann wollen und werden Sie sein?
Ein BH, der ein offenes Ohr für die Menschen im Bezirk hat und dann lösungsorientiert arbeitet. Ich sehe mich als unterstützender und beratender Ansprechpartner. Ich möchte, dass die Bezirkshauptmannschaft als Servicestelle für den Bürger gesehen wird und nicht nur als reine Hoheitsbehörde.

Wie wird Ihr Führungsstil in der Behörde sein?
Ich komme ursprünglich aus dem Gastgewerbe. Dort herrscht meist ein strenger Ton. Aber davon bin ich kein Freund. Ich möchte unter Einbindung meiner Mitarbeiter zu tragfähigen Entscheidungen gelangen. Als Teamplayer lasse ich andere Meinungen zu. Ich denke, meine Art von Leadership ist auf der Höhe der Zeit.

Ihr Vorgänger bemühte sich mit großer Passion um die Wahrnehmung Braunaus als Friedensbezirk. Werden Sie das so weiterführen?
Es war sein Projekt, wofür er Wertschätzung verdient. Ich muss mich erst einarbeiten und mit der Zeit wird man sehen, wie sich das entwickelt. Aber der Friedensidee stehe ich natürlich positiv gegenüber.

Wo sehen Sie die Stärken des Bezirkes Braunau – und wo gibt es Ihrer Ansicht nach noch „Baustellen“?
Braunau ist ein großer Bezirk mit vielen Einwohnern. Wir sind ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Bisher wurde viel gute Arbeit geleistet, speziell von den Bürgermeistern. Der Bezirk hat sich sehr gut entwickelt und diese positive Entwicklung möchte ich weiterführen. Eine große Herausforderung wird der zunehmende Transitverkehr sein. Hier braucht es Strategien, im Sinne der Anwohner, wie man dieses Problem am Besten löst. Auch das Thema Pflege ist ein dringliches. Von der Personalfindung bis zur Infrastruktur muss hier proaktiv etwas unternommen werden.

Was wird für Sie die größte Herausforderung in Ihrer neuen Rolle als Bezirkshauptmann sein?
Es geht jetzt darum, den Bezirk wieder zu einen. Dafür, was war, kann ich nichts und ich hoffe, dass sich die Menschen im Bezirk darüber im Klaren sind. Ich bin jemand, der die Hand ausstreckt und dem eine gute Zusammenarbeit, sowohl im Haus mit den Mitarbeitern, als auch mit den externen Partnern, wichtig ist. Ein Bezirkshauptmann allein kann nicht viel ausrichten, wenn niemand hinter ihm steht. Daher ist es wichtig, dass wir gemeinsam, als ein starkes Sprachrohr für den Bezirk auftreten. Was mich sehr freut ist, dass sich Bürgermeistersprecher Franz Zehentner entschieden hat, weiterzumachen. Wir hatten davor mehrere Gespräche geführt. Er und alle Bürgermeister haben mir schließlich bei der Bürgermeisterkonferenz ihre volle Unterstützung zugesichert.

Wie kann ein Neuanfang gelingen?
Mir ist wichtig, dass mir die Menschen im Bezirk eine Chance geben, mich zu beweisen. Nachdem ich mein neues Team bereits kennengelernt habe, ist mir bewusst, dass viele noch unter dem, was vorgefallen ist, leiden. Meine künftigen Mitarbeiter sollen sich wieder auf ihre kompetente Arbeit konzentrieren können. Es ist wichtig, dass wir wieder Sicherheit und Beständigkeit reinbringen, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können: gute Arbeit für den Bezirk.

ZUR PERSON

Gerald Kronberger (45) lebt mit seiner Familie in Lochen am See. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Kronberger ist aktives Mitglied der FF Furth und der Bürgergarde Mattighofen.
Nach einer Lehre zum Koch und Kellner entschied sich der gebürtige Schalchner, die Studienberechtigungsprüfung zu absolvieren und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg. Nach der akademischen Ausbildung war er unter anderem in der Finanzabteilung am Magistrat in Salzburg, sowie am Bundesverwaltungsgericht Linz als Richter tätig. Seit 2017 ist er Stadtamtsleiter der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee. Ab Februar leitet er die Geschicke im Bezirk Braunau.

WORD RAP

Meine Frau nennt mich … Gerald.
Geheimnisse habe ich vor … niemandem, außer meine Tochter vertraut mir etwas an, das die Mama nicht erfahren soll. Und natürlich halte ich mich an die dienstliche Amtsverschwiegenheit.
Ich fürchte mich vor … privaten Schicksalsschlägen.
Der letzte Song, zu dem ich mitgesungen habe, war … „I sing a Liad für di“.
Wenn ich eine Frau wäre, dann … wäre das ungewohnt.
Als Kind wollte ich werden, wenn ich groß bin … Polizist.
Mein Lieblings-Schimpfwort lautet … Sakradi numoi!
Ich kann nicht widerstehen, wenn … ich Schokolade vor mir habe. Das ist mein wunder Punkt!

Autor:

Barbara Ebner aus Braunau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen