Facebook-Video
Mauerkirchner CliniClown reichts

Verena Feichtenschlager ist neben ihrer Selbstständigkeit bei den CliniClowns tätig. In Corona-Zeiten betreut sie mit ihren Kollegen eine Hotline und zaubert Menschen in der Krise ein Lächeln ins Gesicht.
  • Verena Feichtenschlager ist neben ihrer Selbstständigkeit bei den CliniClowns tätig. In Corona-Zeiten betreut sie mit ihren Kollegen eine Hotline und zaubert Menschen in der Krise ein Lächeln ins Gesicht.
  • Foto: CliniClowns OÖ
  • hochgeladen von Katharina Bernbacher

Ende März postete die BezirksRundschau Braunau einen Bericht über das erste Corona-Todesopfer auf Facebook. Darunter fanden sich zahlreiche Kommentare, die bei der Mauerkirchnerin Verena Feichtenschlager letztendlich zur Explosion führten.

MAUERKIRCHEN (kat). "Jetzt muss ich kurzmal explodieren": Diese Worte liest man unter dem Video von der Mauerkirchnerin Verena Feichtenschlager, das mittlerweile schon über 250mal auf Facebook geteilt wurde. In dem Video prangert sie all jene an, die in Zeiten von Corona scheinbar ihre Menschlichkeit verloren haben . Auslöser dafür war ein Bericht der BezirksRundschau Braunau, in welchem über den ersten Todesfall in Braunau, aufgrund des Corona-Virus berichtet wurde. Bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen 94-jährigen Mann mit Vorerkrankung. Der Bericht wurde am 30. März auf Facebook gepostet. "Gibt es doch einen Bericht, in dem geschrieben wird, dass wir in Braunau den ersten Verstorbenen haben. Der an dem Virus verstorben ist. Der Mensch war 94 Jahre alt und ist an den Folgen des Virus gestorben. Und was muss ich darunter lesen? Da wird drunter gepostet: War eh schon 94! Oder Kein Kommentar, 94 Jahre!", ärgert sich Feichtenschlager in ihrem Video. Zahlreiche Interaktionen zum Video zeigen, dass sie mit ihrem Video die Meinung Vieler vertritt. "Ich habe durch die vielen Rückmeldungen, auch von Angehörigen des Verstorbenen so viel Positives und Liebenswertes erfahren dürfen, dass mich so schnell nichts umhaut", schmunzelt Feichtenschlager. Dass ihr Video ein, wie sie es nennt "emotionaler Ausbruch" wird, war allerdings nicht geplant. "Wenn jedoch das Herz sagt, tu's, dann ist alles andere ausgeschaltet", so die Mauerkirchnerin.

Kreativ in der Krise

Hauptberuflich ist Feichtenschlager in ihrem Geschäft in Mauerkirchen "myglass" selbstständig tätig. Da sie ihre Produkte bislang hauptsächlich auf Märkten und Messen verkauft hat und ihr diese Möglichkeit derzeit aufgrund der Corona-Krise wegfällt, stellt sie ihren Betrieb nun gänzlich auf Versand und Lieferservice um. Außerdem nutzt sie die Zeit, um an neuen Ideen zu feilen. "Es gibt viele Produktideen, die ich in den nächsten Wochen und Monaten verwirklichen möchte", erzählt Feichtenschlager. "Auch arbeite ich an Videos für meine Produkte und werde versuchen Kunden zu gewinnen und treue Kunden zu halten. Über den eigenen Schatten springen, ausprobieren, lernen, offen für Neues sein und keine Angst vorm Scheitern haben, so lautet meine Strategie", so die Mauerkirchnerin weiter.

CliniClown aus Leidenschaft

Neben der Selbstständigkeit ist sie in der Krise aber auch noch für andere da: Verena Feichtenschlager ist CliniClown aus Leidenschaft. "Die CliniClowns arbeiten in dieser Zeit genau so, wie ich es mir von einigen anderen Stellen auch gewünscht hätte: Professionell und menschlich", erzählt der Clown. Gemeinsam mit ihren 30 Kollegen betreut sie derzeit die CliniClown-Hotline. "Ob jung oder alt, ob krank oder nicht, jeder darf anrufen und mit einem CliniClown sprechen. Da wird geredet, gesungen, getanzt, gelacht aber auch geweint. Es ist für viele von uns eine neue, jedoch wunderschöne Erfahrung", so Feichtenschlager. Die Hotline ist von Montag bis Sonntag, von 14 bis 16 Uhr unter 0699/17712002 erreichbar. "Das Besondere an der Arbeit als CliniClown auf die Clownfigur bezogen ist es, im Jetzt zu sein. Aus der eigenen Person aussteigen zu können und sich voll und ganz auf sein Gegenüber einzulassen. Für mich persönlich ist es wichtig zu wissen, ein Teil der CliniClown OÖ-Familie zu sein. Dadurch Kreativität leben zu dürfen und immer jemanden mit einem offenen Ohr zu haben", beschreibt der Clown die Tätigkeit.
Für die Zeit nach der Krise wünscht sie sich von den Menschen weniger Ich und viel mehr Wir. "Nicht den Kopf in den Sand stecken, über den Tellerrand schauen, Neues zulassen und "Think big", betont Feichtenschlager. Am meisten freut sie sich auf Umarmungen. "Und darauf, meinen Kindern die Welt zu zeigen. Mit dem Gefühl im Herzen, alles mir Mögliche getan zu haben. Menschen in der Krise Halt zu geben und ein Lächeln zu schenken", so der CliniClown.

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