NS-Städtebau am Beispiel von Braunau

Im Baulinienplan für Braunau, erstellt von Architekt Rudolf Fröhlich aus dem Jahr 1942, wurde die geplante, zukünftige Stadtentwicklung festgelegt.
  • Im Baulinienplan für Braunau, erstellt von Architekt Rudolf Fröhlich aus dem Jahr 1942, wurde die geplante, zukünftige Stadtentwicklung festgelegt.
  • Foto: Stadtverein Braunau
  • hochgeladen von Barbara Ebner

BRAUNAU. Der Stadtverein Braunau bemüht sich konsequent, bislang unbekannte Aspekte von Braunau wissenschaftlich zu bearbeiten und einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Den neuesten Beweis für diese Aktivitäten liefert ein Themenabend, der sich mit dem Städtebau während der NS-Zeit am Beispiel der Stadt Braunau beschäftigen wird.

Als prominenten Referenten für diesen Abend konnte der Stadtverein Braunau Wilfried Posch gewinnen. Er war Leiter der Lehrkanzel für Städtebau, Raumplanung, Wohnungswesen und Stadtbaugeschichte an der Universität für Gestaltung in Linz. Posch referiert unter dem Titel „Allgemeine Anmerkungen zum Städtebau und Wohnungswesen in der NS-Zeit“. Die lokalen historischen Fakten zeigt Ingo Engel als Obmann des Stadtvereines.

„Erstmals werden an diesem Abend die historischen Pläne für die bauliche Entwicklung für Braunau zwischen 1938 und 1945 präsentiert. Wir zeigen, welche städtebaulichen Absichten die damaligen Machthaber verfolgten, zum Teil auch umgesetzt haben und welche Projekte nie realisiert wurden“, lädt der Obmann des Stadtvereines alle geschichtlich Interessierten zu diesem Themenabend ein.

Zwei wesentliche Aspekte prägten die Stadtplanung von Braunau während der NS-Zeit ab 1938: Vorrangig die Errichtung der Vereinigten Aluminiumwerke Ranshofen (1939 – 1941), der Innkraftwerke Ranshofen, Ering-Frauenstein und Egglfing-Obernberg. Die städtebaulichen Ziele lagen auf Grund des gesellschaftlichen Wandels von einer bäuerlichen Kleinstadt hin zu einer industriell geprägten Stadt mit zirka 3000 Wohnungen für die erforderlichen Arbeitskräfte. „Diese grundsätzlich gutzuheißenden und für die damalige Zeit hochwertigen Baumaßnahmen werden aber durch die verbrecherischen Ziele des NS-Regimes entwertet“, verweist Engel auf ein Zitat des anerkannten Historikers und Gründervaters der Universität Linz, Karl R. Stadler.

Einen zweiten Aspekt in der Stadtplanung von Braunau zwischen 1939 und 1945 spielten die Bemühungen, dass im Zuge der "Neugestaltung der Geburtsstadt des Führers" ein Forum mit Parteihaus, Landes- und Volkskundlichem Museum mit Weihehof, Glockenturm, Verwaltungs- und Schulgebäude sowie ein Aufmarschplatz zwischen Alt- und Neustadt entstehen sollten. Auch Hitlers Geburtshaus war in diese Überlegungen miteinbezogen.

Florian Kotanko, Obmann des Vereins für Zeitgeschichte Braunau, wird an diesem Abend über den aktuellen Stand von braunau-history berichten.

Der Themenabend zum Städtebau während der NS-Zeit am Beispiel von Braunau findet am Mittwoch, dem 27. Jänner, um 19 Uhr im Kulturhaus GUGG in Braunau statt. Der Eintritt ist frei. Mehr auf: www.braunau-history.at

Autor:

Barbara Ebner aus Braunau

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