In Zeiten von Corona
Tipps für die mentale Gesundheit

Ein Spaziergang (alleine oder mit den Personen, mit denen man in einem Haushalt lebt) wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit aus.
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Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu minimieren, sind wir angehalten, zuhause zu bleiben und unser Haus möglichst nicht zu verlassen. Das kann ganz schön anstrengend für unsere mentale Gesundheit sein. Wir haben uns von der Munderfinger Psychotherapeutin Waltraud Gelder Tipps geholt, wie wir psychisch gesund durch diese Zeit kommen.

MUNDERFING (kat). "Bleiben Sie zuhause", lautet der Appell der Bundesregierung an uns Österreicher. Was normalerweise wie eine verlockende Anweisung klingt, lässt viele von uns derzeit an ihre Grenzen stoßen. Damit wir aber trotz der herausfordernden Situation nicht das Gefühl bekommen, als würde uns die Decke auf den Kopf fallen, haben wir mit der Psychotherapeutin und zertifizierten Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Waltraud Gelder aus Munderfing über Tipps für die mentale Gesundheit gesprochen.
"Man muss sich selbst zur Raisson rufen und einen Tagesrhythmus beibehalten. Also aufstehen und danach beispielsweise duschen. Dinge beibehalten, die man im normalen Alltag auch macht", empfiehlt Gelder. Von langem Schlafen oder ewigen "vor dem Fernseher abhängen" rät die Psychotherapeutin ab: "Das führt zu einer Tag-Nacht-Umkehr und die sollte man unbedingt vermeiden. Man kann schon etwas länger schlafen und die Zeit auch zum Entschleunigen nutzen. Aber nicht zu extrem."

Frühjahrsputz und Entschleunigung

"Trotz der derzeitigen Situation soll man sich vornehmen, gewisse Arbeiten zu verrichten. Wie beispielsweise den Frühjahrsputz", so die Expertin. Dabei sei allerdings wichtig, nicht alles auf einmal zu machen, sondern nach und nach für Sauberkeit zu sorgen. "Nach getaner Arbeit kann man sich eine Minibelohnung gönnen. Wie etwa schöne Musik auflegen. Die hilft übrigens auch beim Putzen selbst schon", schmunzelt Gelder.
Die neu gewonnen Zeit eignet sich auch hervorragend zur Entschleunigung: Endlich mal das Buch zu lesen, das schon lange im Regal wartet, Mandalas malen, im Garten oder am Balkon arbeiten, die Wohnung österlich dekorieren, einen Spaziergang machen (nur alleine oder mit den Personen, mit denen man in einem Haushalt lebt) ... "Man kann auch einfach drauf loszeichnen. Jeder hat einen Bleistift oder einen Kugelschreiber daheim. Einfach malen. Was dabei herauskommt, ob es schön wird oder nicht, ist egal. Auch Achtsamkeitsübungen und meditieren hilft ungemein", weiß Gelder.
Laut der Expertin hilft es außerdem, sich vorzunehmen, täglich etwas Kreatives zu machen.

Wenn die Angst kommt...

Die ungewohnte Situation in der wir uns momentan befinden kann von Zeit zu Zeit schon etwas angsteinflößend sein. "Man muss immer wieder in den gegenwärtigen Augenblick zurückkommen. Bin ich etwa beim Kochen, dann konzentriere ich mich nur darauf. Wenn ich voll und ganz beim Kochen bin, hole ich mir die Gefühle der Angst nicht hervor", weiß Gelder. In Momenten der Angst empfiehlt die Psychotherapeutin bewusst Sonne einzuatmen und sich auf die guten Zeiten zu konzentrieren. "Anstelle von Ängsten vor der Zukunft kann ich mir genau so gut schöne Gefühle von früheren Erlebnisse hereinholen. Das wirkt sich sofort auf den Organismus aus. Nichts ist so immunstärkend wie wenn ich gute Gefühle zulasse und dadurch Vertrauen schaffe. Man sollte versuchen, keiner Hysterie nachzugeben", rät Gelder. Dazu empfiehlt es sich etwa, die Nachrichten nur noch einmal täglich zu sehen.
Gegen die Angst helfen auch, wie oben bereits erwähnt, fixe Tagesabläufe. "Planen Sie fixe Zeiten ein. Wie etwa Essenszeiten, Spielzeiten mit den Kindern, vielleicht ist dafür ja auch noch ein altes Kartenspiel daheim. Aber auch Ruhephasen, in denen sich jeder wieder zurückziehen kann", so die Expertin. Mit den Kindern sollte man darüber hinaus fixe Lernzeiten einplanen. "Hier sind die Kinder selbst verantwortlich, diese Zeiten einzuhalten. Die Eltern sollten mit den Kindern klare Lernzeiten vereinbaren. Wichtig ist hier: Es ist Aufgabe der Kinder und nicht der Eltern die Zeiten einzuhalten. Ansonsten wird es zum Krieg zwischen Eltern und Kindern kommen", rät die Psychotherapeutin.
Da soziale Kontakte derzeit vermieden werden sollen, kann man mit den Freunden auch über soziale Medien kommunizieren. "Man sollte die Kontaktarten gut auswählen. Jeder bevorzugt etwas anderes", so Gelder. "Versuchen Sie selbst der Leuchtturm zu sein, den Sie sich von anderen wünschen", empfiehlt die Expertin zum Abschluss des Gesprächs.

Ein Spaziergang (alleine oder mit den Personen, mit denen man in einem Haushalt lebt) wirkt sich positiv auf die mentale Gesundheit aus.
Waltraud Gelder ist Psychotherapeutin und zertifizierte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin.
Autor:

Katharina Bernbacher aus Braunau

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