Uttendorfer in St. Anton
"Viele Unklarheiten unter den Isolierten"

Andres Dengg in St. Anton am Arlberg. Die Freiheit des Schifahrens kann er gerade nicht genießen - der gesamte Ort steht unter Quarantäne.
6Bilder
  • Andres Dengg in St. Anton am Arlberg. Die Freiheit des Schifahrens kann er gerade nicht genießen - der gesamte Ort steht unter Quarantäne.
  • hochgeladen von Petra Höllbacher

Quarantäne im First-Class-Hotel: Der Uttendorfer Andreas Dengg berichtet von seinem Alltag aus dem isolierten St. Anton am Arlberg.

ST. ANTON, UTTENDORF (höll). Ungewissheit herrscht in St. Anton am Arlberg, aber auch eine Welle des Zusammenhalts und der Nachbarschaftshilfe. Die paar tausend Menschen, die seit Freitag, dem 13. März, unter Quarantäne gestellt sind, helfen einander wo es nur geht. In Isolation befindet sich auch der gebürtige Uttendorfer Andreas Dengg. 

Ein Gast im Hotel

Der 36-Jährige arbeite seit vier Jahren in St. Anton als Wellnessbereich-Verantwortlicher in einem First-Class-Hotel. Mittlerweile ist nur noch ein Gast im Haus und der Großteil der Belegschaft isoliert: "Es fehlt uns hier zum Glück an nichts. Das Kühlhaus des Hotels ist rammelvoll und die 1a-Köche stellen uns dreimal am Tag mit feinstem Essen vor die Tür." 

"Mich hat keiner getestet"

Zum Auslüften geht der Saunameister aber auch hinaus: "Das ist einfach wichtig für die mentale Gesundheit. Wir können nicht den ganzen Tag im Zimmer bleiben." Ob er überhaupt raus darf, weiß der Uttendorfer nicht genau: "Wir erfahren hier sehr wenig. Die Informationen lauten alle paar Stunden anders. Außerdem weiß kaum jemand, ob er COVID-19-positiv oder -negativ ist – denn, es werden keine Tests mehr durchgeführt." 

Seine Kritik: "Hier sind 95 Prozent junge, fitte Menschen im Ort. Viele sind, wie ich auch, seit Mitte letzter Woche in Quarantäne. Wer Symptome hatte, ist beinahe schon wieder gesund. Die Behörden sollten alle hier in einigen Tagen testen, damit jene, die negativ sind, nach Hause dürfen." Aktuell werden kaum noch Tests durchgeführt: "Ich hatte Husten und Halsschmerzen – aber kein Fieber. Normale Erkältungssymptome. Viele meiner Kollegen hatten die gleichen Symptome. Getestet wurde niemand von uns – man wird hingehalten." 

Zusammenhalt ist groß

Versorgungsprobleme gibt es keine: Die Supermarktregale seinen gut gefüllt und der Bäcker stellt kostenlos Brot vors Haus: "Wir halten hier alle zusammen. Wer helfen kann, der hilft auch." Sorgen machen sich die vielen Saisonarbeiter jetzt um ihre Entlohnung: "Die Saison wäre noch bis Mitte April gegangen. Keiner von uns weiß, ob es noch Geld gibt, oder nicht." Der 36-Jährige hofft nun, dass alles bald überstanden ist.

Autor:

Petra Höllbacher aus Braunau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen