Christbäume aus Schalchen
"Wir verkaufen auch im Lockdown"

Rudi Pfeil erkannte in den 1970er-Jahren den Trend und ist seither als Christbaumbauer erfolgreich.
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  • Rudi Pfeil erkannte in den 1970er-Jahren den Trend und ist seither als Christbaumbauer erfolgreich.
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Stressig-schönes Christbaumgeschäft: Mit dem wichtigsten Accessoire des Weihnachtsfestes verdient Familie Pfeil aus Schalchen ihren Lebensunterhalt. Als bäuerlicher Betrieb dürfen die Bäume auch während des Lockdowns verkauft werden. 

SCHLACHEN. Eine besinnliche Vorweihnachtszeit mit Punsch und Kekserl kennen die Pfeils nicht. Mit dem Advent beginnt für die Christbaumbauern aus Schalchen die stressigste Zeit des Jahres: "Wir nehmen in drei Wochen unseren gesamten Jahresverdienst ein. Das bedeutet, früh aufstehen und lange arbeiten – immer draußen, bei jedem Wetter und oft klirrender Kälte", beschreibt Rudi Pfeil seinen Arbeitstag. Dennoch liebt er seinen Job und die Arbeit mit und in der Natur.

Corona trifft auch Christbaumbauern

Das 45. Jahr im Christbaumgeschäft wird – wegen der Corona-Krise – auch für diesen Familienbetrieb ein schwieriges. "Hotels und Gastronomie haben geschlossen, Christkindlmärkte sind ausgefallen. Also werden hier auch keine Dekobäume gebraucht. Wir müssen abwarten, wie sich die Lage noch entwickelt", sagt Pfeil. Im Dezember öffnet das Familienunternehmen die Verkaufsstände in Schalchen, Mattighofen, Obertrum und Salzburg. "Natürlich achten wir hier auf die Einhaltung der geltenden Maßnahmen – die Abstandsregeln werden eingehalten und wir tragen Maske." Als bäuerlicher Betrieb darf Familie Pfeil auch während des Lockdowns Bäume anbieten. 

Die ganze Familie packt mit an: Juniorchef Christoph Pfeil mit seinen Eltern Liselotte und Rudi.
  • Die ganze Familie packt mit an: Juniorchef Christoph Pfeil mit seinen Eltern Liselotte und Rudi.
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"Ich dachte mir: Das kann ich auch"

Die "Christbaumzucht" ist in Österreich ein relativ junges Geschäft. Früher holte man sich die Bäume beim Förster. "In den 1970er-Jahren begannen die Dänen in Österreich ihre Nordmanntannen zu verkaufen. Da dachte ich mir: Das kann ich auch", erinnert sich der Seniorchef. Und so begann er 1975 mit den ersten Christbäumen. "Weil wir nur eine kleine Landwirtschaft hatten, mussten wir uns ohnehin eine weitere Einnahmequelle überlegen. Ich reiste nach Dänemark und habe mir die Produktion direkt bei den Bauern dort angesehen", so der 60-Jährige.

Die Arbeit als Christbaumbauer

Heute umfasst sein Christbaumimperium mehr als zehn Hektar. Darauf befinden sich mehrere Zehntausend Bäume, die gehegt und gepflegt werden wollen – und das durchschnittlich zehn Jahre lang: "Vom Setzen bis zum Verkaufen fassen wir jeden Baum gut 120 Mal an: Nach dem Verkauf kehrt etwas Ruhe bei uns ein. Im April geht es mit dem Düngen los. Ab Mai wird zwischen den Reihen regelmäßig gemäht und der Vogelschutz angebracht – eine Vorrichtung, damit die Vögel die jungen, sehr empfindlichen Triebe nicht abknicken. Mit Mäharbeiten und Triebkorrekturen haben wir jeden Tag zu tun. Im Herbst setzen wir dann die neuen Bäume und dann geht das Weihnachtsgeschäft schon wieder los", beschreibt Juniorchef Christoph Pfeil das Arbeitsjahr.

Bauschig und 2,40 Meter sollte er sein

Im Laufe der Zeit hat sich der Geschmack der Kundschaft gewandelt: "Früher wurden auch viele kleinere Tannen und Blaufichten gekauft – da ist die Nachfrage sehr stark zurückgegangen", weiß Rudi Pfeil. Die größte Nachfrage gibt es für buschige, rund 2,40 Meter große Bäume. "Die meisten Menschen denken, ein Baum aus der Region, der auch noch ökologisch produziert wird, muss teurer sein, als einer aus dem Supermarkt – das stimmt nicht. Wir sind sogar günstiger", versichert der Chef.

Besinnlichkeit stellt sich erst am 24. Dezember ein

Weihnachtsstimmung kommt bei den Christbaumbauern erst am 24. Dezember am späten Nachmittag auf. Dann sind die Stände geschlossen und aufgeräumt. "Wir suchen uns dann einen Baum von den Übriggebliebenen aus", zeigen sich die Pfeils pragmatisch. "Der wird dann ganz klassisch mit roten Kugeln geschmückt – so gefällt er mir am besten", freut sich Liselotte Pfeil auf das Fest.

So hält der Baum!

"Stellen Sie den Baum auf die Nordseite des Hauses, in Garagen ist es meist zu trocken. Lassen Sie ihn im Netz und lagern sie ihn stehend. Auf keinen Fall darf der Baum im Netz Sonne abbekommen – dann werden die Nadeln braun", rät der Christbaumexperte. Man muss den Baum auch nicht Tage vor dem Fest auspacken: "Tragen Sie den Baum im Netz ins Haus, stellen Sie ihn in den Ständer und machen erst dann das Netz auf. Nach einer Stunde hat er seine natürliche Form", weiß Chefin Liselotte Pfeil.

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