Spirale des Hasses

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Die letzten Anschläge auf Moscheen, Kirchen und Hotels zeigen: Die Spirale des Hasses dreht sich weiter. Gefühle von Machtlosigkeit, Angst, aber auch Hass, machen sich breit.

Nachdem Terroristen im März einen Anschlag auf betende Muslime in Moscheen verübt haben, schlugen Terroristen zurück und töteten betende Christen in Kirchen. Obwohl die Täter nicht einer und derselben Organisation angehören, haben sie viele Gemeinsamkeiten: Hass, der sie dazu bewegte, völlig unschuldige, gläubige Menschen zu töten. Kinder, Frauen, Männer – es wurde kein Unterschied gemacht.

Eines ist klar: Wir müssen reagieren, wir müssen aufstehen und handeln. Lässt man sich ausschließlich von den Gefühlen leiten, enden diese meist im Hass auf andere Religionen und deren Anhänger – die beide nichts mit Terrorismus zu tun haben. Dies würde die Spirale des Hasses nur weiter laufen lassen, was schlussendlich einen jeden Menschen schadet. Terrorismus hat keine Religion – das müssen wir uns vor Augen halten. Diese Anschläge sind ein Angriff auf die Menschheit, Freiheit und Demokratie. Sie sind ein Angriff auf Werte, die wir alle, unabhängig der Religion und der Herkunft, vertreten. Ein Angriff auf Frieden, Menschlichkeit und Nächstenliebe.

Terroristen arbeiten oft unter dem Deckmantel der Religion, sind jedoch gottlose, gesetzlose Menschen. Klares Ziel aller Terroristen ist es, Angst und Schrecken zu verbreiten – Menschen einzuschüchtern, die Gesellschaft zu spalten und Religionen aufeinander zu hetzen. Dies gefährdet den Frieden extrem, was allen Menschen großen Schaden bringt.

Nach den Anschlägen in Christchurch war es in vielen Moscheen deutlich spürbar: Die Angst. „Seit dem Anschlag kommen mindestens 30 Prozent weniger Menschen zum Beten in die Moschee“, weiß der Obmann des Islamischen Friedenszentrums, Abdelrahman Ashraf. Er erzählt von einem Vorfall, als ein Mann mehrmals ein langgezogenes „Hallo“ durch die Räume rief, während eines Freitagsgebets. Die Betenden erstarrten vor Angst, wollten weglaufen, einer verließ das Gebet und sah erschrocken nach, wer „Hallo“ rief. Es stellte sich heraus, dass es nur ein Taxifahrer war, der im Vereinssitz fragen wollte, ob er von jemanden der Anwesenden angerufen wurde. „Seit Christchurch sitzt der Schock immer noch tief!“, bedauert der Obmann. Nach den Anschlägen in Sri Lanka auf betende Christen wird der Hass sehr oft an Unschuldigen ausgelassen. „Uns haben Nachrichten erreicht, noch am selben Tag der Anschlagsserie. „Terrorismuszentrum“ sollten wir unseren Verein nennen, schrieb uns ein Herr. Ob „muslimische Facharbeiter“ an Notre Dame ihre Arbeit verrichtet hätten und welche kaltblütigen Mörder Muslime seien, wurde gesagt. Viele Menschen lassen den Hass an den Falschen aus, pauschalisieren und reagieren so, wie es die Terroristen erzielen wollen!“, berichtet die Sprecherin des Friedenszentrums, Abdelrahman Jasmina.

Von christlichen Mitmenschen Distanzierung für Christchurch oder von muslimischen Mitmenschen Distanzierung für Sri Lanka zu erwarten, ist nicht zielführend. Vielmehr müssen wir Solidarität zeigen, Zusammenhalt leben und füreinander da sein – besonders in diesen schwierigen Zeiten. Es muss uns allen klar sein, dass wir, als Menschen, unabhängig der Religion und Herkunft, Terrorismus und Gewalt verabscheuen. Wir leiden schließlich im Endeffekt alle, wenn sich die Spirale des Hasses weiter dreht. Auch müssen wir uns unbedingt vor Augen halten, dass wir, ganz gleich wie groß die Meinungsverschiedenheiten sind und wie viel Land die Heimaten voneinander trennt, Geschwister sind – Geschwister als Menschen. Dies gibt uns das Gefühl der starken Einheit für den Frieden, schweißt uns zusammen und wirkt Terrorismus präventiv entgegen.

Islamisches Friedenszentrum
Autor:

Islamisches Friedenszentrum aus Braunau

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