Auferstehung der Wirtschaft
Arbeitslosigkeit im Bezirk Braunau gesunken

Die Arbeitslosenzahlen im Bezirk Braunau sind um rund 10 Prozent gesunken.
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Es geht bergauf mit Braunaus Wirtschaft. Durch die Lockerungen der Sicherheitsmaßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus konnten viele Unternehmen im Bezirk Braunau den Betrieb wieder aufnehmen. Das schlägt sich auch in der Zahl der Arbeitslosen nieder, die im Vergleich zum Monatsanfang um rund zehn Prozent gesunken ist.

BEZIRK BRAUNAU (kat). "Der Bezirk Braunau ist in allen Branchen breit aufgestellt und zeigt über den Durchschnitt gesehen bereits eine zunehmende Stabilität", so Klemens Steidl, Obmann der Wirtschaftskammer (WKO) in Braunau. Die "Auferstehung der Wirtschaft" zeigt sich auch in der rückläufigen Zahl der Arbeitslosen im Bezirk. "Mit Stand vom 26. Mai 2020 waren noch 3.679 Personen im Bezirk Braunau arbeitslos gemeldet", berichtet Stefan Seilinger, stellvertretender Leiter des Arbeitsmarktservices (AMS) in Braunau. Anfang des Monats lag die Zahl noch bei 4.101 Beschäftigungslosen, also rund zehn Prozent höher. " Die Arbeitslosigkeit sinkt in jenen Bereichen, welche vom Betretungsverbot betroffen waren. Einen starken Rückgang gibt es auch am Bau, da auch dort die Beschäftigung de facto uneingeschränkt möglich ist" so Seilinger.
Rund 19.000 Personen befinden sich, laut dem AMS-Leiter, derzeit noch in Kurzarbeit (Stand 26. Mai 2020).

"Kampfmaschinen" im Bezirk

Doch nicht alle Sparten können von den Lockerungen in ausreichendem Umfang profitieren. Viele Betriebe sind noch immer stark betroffen. "Sie kämpfen mit geringerer Auslastung, schlechteren Auftragslagen, Zurückhaltung im Konsum und gleichbleibenden Kosten", berichtet Klaus Berer, Bezirksstellenleiter der WKO Braunau. "Besonders stark betroffen davon ist der Tourismus, Reisebüros, Bus- und Taxiunternehmen und die Gastronomie", so Berer weiter.
Auch Beherbungsbetriebe, Kultur- und Veranstaltungbranchen und Direktvertriebe sind, laut Seilinger, nach wie vor stark betroffen.
Als "Gretchenfrage" sieht Steidl noch die Herausforderung des Abwägens:" Bei welcher Auslastung rechnet sich die Wiederaufnahme des Betriebs? Das muss auch abgewogen werden."

Klemens Steidl, Obmann der Wirtschaftskammer in Braunau: "Unsere Unternehmen sind richtige Kampfmaschinen."
  • Klemens Steidl, Obmann der Wirtschaftskammer in Braunau: "Unsere Unternehmen sind richtige Kampfmaschinen."
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Der WKO-Obmann sieht aber optimistisch in die Zukunft: "Unsere Unternehmen sind richtige Kampfmaschinen. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg nach vorne gut bestreiten werden. Die eingeleiteten und künftigen Lockerungen, wie Grenzöffnung, werden auch wieder mehr Leben in den Wirtschaftsraum bringen."

Verlängerung der Kurzarbeit

"Ich gehe davon aus, dass zirka 60 Prozent eine Verlängerung der Kurzarbeit beantragen werden. Die eingeschränkte Reisefreiheit und die globalen Unwägbarkeiten machen dies erforderlich. Auch im Gastgewerbe wird Kurzarbeit thematisiert, da eine solide Auslastung, ohne größere Veranstaltungen, schwer zu bewerkstelligen sein werden", so Seilinger.

Eine eindeutige Tendenz könne aber, laut dem stellvertretenden AMS-Leiter, derzeit noch nicht abgelesen werden, da eine Verlängerung erst mit Mitte Juni erforderlich ist.
"Leider wurde manchmal die Kurzarbeit von Arbeitnehmern falsch verstanden und wurde als Anrecht dafür gesehen, weniger zu arbeiten. Aber Sinn der Sache ist, den Unternehmen eine Hilfestellung zu geben, dass keine Kündigungen ausgesprochen werden müssen", betont Berer.
Um in der Wirtschaft möglichst schnell in den Normalbetrieb übergehen zu können, bräuchte es dringend Lockerungen, so Steidl. "Wenn der wirtschaftliche Alltag nicht schnell genug Richtung Normalbetrieb kommt, werden Arbeitsplätze und Investitionsfreudigkeit verloren gehen. Unsere Blickrichtung muss klar nach vorne gehen. Optimismus ist an der Tagesordnung", betont Steidl abschließend.

Kommentar: Babyelefanten und Braunaus Wirtschaft

Es geht bergauf. Die Wirtschaft im Bezirk Braunau regeneriert sich. Nun bleibt zu hoffen, dass sich tatsächlich alle Betriebe von der Krise erholen. Klemens Steidl von der Wirtschaftskammer blickt optimistisch in die Zukunft der "Kampfmaschinen". Trotz Lockerungen und wirtschaftlicher Auferstehung ist Kreativität aber weiterhin gefragt: Die Stadtgemeinde Altheim hat kürzlich die Initiative "kauf daheim ... in Altheim" ins Leben gerufen und dafür 80 Babyelefanten anfertigen lassen. Als Aufsteller sollen sie beim Einkaufen im Ort an das Einhalten des Sicherheitsabstandes erinnern. Auch vier Mauerkirchner Junior-Companies mussten ihre Pläne aufgrund von Corona ändern. Statt einer Abschlussfeier gibt es dort jetzt ein Spendenkonto. Mit etwas Kreativität und einem Babyelefanten ist der Weg bergauf wohl einfach leichter.

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