"Ich bin die einzige Elektrikerin in meiner Abteilung"

Judith Kaiser aus Höhnhart macht eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin und zählt damit zu den wenigen Mädchen, die eine technische Lehre machen.
  • Judith Kaiser aus Höhnhart macht eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin und zählt damit zu den wenigen Mädchen, die eine technische Lehre machen.
  • Foto: Judith Kaiser
  • hochgeladen von Gwendolin Zelenka

BRAUNAU (gwz). "Elektriker ist irgendwie immer als Männerberuf angesehen worden", meint Judith Kaiser, 22 Jahre, aus Höhnhart. Ihre verkürzte Lehre, die sie im Mai 2018 durch die Futura-Stiftung bei GIA Austria begann, macht sie derzeit als einziges Mädchen in ihrer Abteilung.
Die meiste Zeit ist ihr Team außerhalb von der Firma unterwegs, wo sie auf Störung fahren oder Tankstellen und und deren Shops installieren. Wenn also bei einem Kunden oder einer Tankstelle etwas nicht funktioniert, kümmern sich die Leute von GIA Austria um das Problem. Kaiser ist mit einem erfahrenen Gesellen dort, der ihr die einzelnen Arbeitsschritte beibringt: Welches Kabel gehört wo angeschlossen oder welche Sicherung ist für welchen Stromkreis? "Ich hab in der kurzen Zeit, wo ich in der Firma bin, wer weiß wie viele Kilometer Kabel zusammen. Ich kann's schon gar nicht mehr zählen", merkt Kaiser mit einem Schmunzeln an.

Schubladendenken

Neben ihr sind noch zwei weitere Lehrlinge in der Ausbildung. Dass der Beruf, den sie erlernt, überwiegend von Männern ausgeübt wird, ist nicht zu übersehen: "Man merkt es insbesondere in der Berufsschule. Ich bin das einzige Mädchen in der Klasse." Auf die Frage, ob sie das Gefühl hat, anders als ihre männliche Kollegen behandelt zu werden, antwortet die Technikerin bestimmt: "Das Gefühl hab ich nicht, nein."
Laut Kaiser möchte sich nicht jedes Mädchen freiwillig die härtere Arbeit antun, Schubladendenken habe aber ebenso einen Einfluss auf die Wahl des Lehrberufs. Ihrer Meinung nach sind bei den Mädchen eher kaufmännische Berufe beliebt, man merke aber auch, dass immer mehr Interesse an technischen Berufen zeigen. Sie selbst nahm die Begeisterung für diesen Bereich von ihren Eltern zuhause mit.
In der Bewerbungsphase war Kaiser mit einem einzigen Fall konfrontiert, in dem sie ein Unternehmen aufgrund ihres Geschlechts nicht aufnahm. Die Begründung lautete: "Sie haben nicht die Infrastruktur, um ein Mädchen auszubilden. Oder indirekt gesagt: sie bilden keine Mädchen zum Elektrotechniker aus. Ich bin jetzt nicht so gendergerecht, aber sie haben auch nicht mal die Endung "in" an Elektrotechniker gehängt."
Die angehende Elektrotechnikerin ist überzeugt, dass jedes Lehrlingsunternehmen Events wie den Girlsday anbieten sollte und appelliert an andere Mädchen, diese zu besuchen und sich dort Infos zu holen.

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