Mädchen in die Technik

Starteten ihre Karriere an der HTL Braunau: Barbara Dobetsberger, Alexandra Vierlinger, Doris Sharma und Johanna Wittmeier.
  • Starteten ihre Karriere an der HTL Braunau: Barbara Dobetsberger, Alexandra Vierlinger, Doris Sharma und Johanna Wittmeier.
  • Foto: HTL Braunau
  • hochgeladen von Linda Lenzenweger

BRAUNAU. Wie "denkt" ein Computer? Wie nutzt man Sonnenenergie? Wie macht man Seife? Diese und mehr Fragen werden bei den MädchenTechnikTagen am 23. und 24. November an der HTL Braunau beantwortet. Damit will die Schule junge Schülerinnen dazu motivieren, sich für eine Ausbildung im technischen Bereich zu entscheiden. Dass ich Frauen in technischen Berufen ausgezeichnet bewähren und viele Firmen gezielt nach Absolventinnen suchen, beweisen vier Frauen, die vor 25 Jahren ihre Ausbildung an der HTL abgeschlossen haben. „Wir hoffen sehr, dass sich noch mehr Schülerinnen trauen und eine technische Ausbildung in Angriff nehmen. Die HTL-Ausbildung bietet einen sicheren Arbeitsplatz und eine sehr gute Grundlage für ein Studium im Bereich der Naturwissenschaften, der Technik oder der Informatik“, erklärt Josef Wagner, der für die MädchenTechnikTage verantwortlich ist.

Nach der HTL international unterwegs
Doris Sharma nahm nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Stelle in der Telefunken Braunau an, war dort in der Qualitätssicherung und in der Fertigungsüberwachung beschäftigt. Bei der Übesiedelung des Telefunkenwerkes 1993 auf die Philippinen war sie als Prozessingeneurin wesentlich beim Neuaufbau beteiligt, wohnte sogar zwei Jahre in Manila. Mit Zwischenstopps in Österreich ging die berufliche Reise weiter nach Indien, Frankreich und England. Seit 2008 ist sie wieder in Wien, arbeitet dort an der Amerikanischen Schule. „Mir hat die HTL-Ausbildung ein sehr interessantes, internationales Arbeitsfeld erschlossen, sie war mir immer eine sehr solide Grundlage. Ich bin sehr gerne als Ingenieurin tätig gewesen und habe wegen meines Frau-Seins in meinem Arbeitsumfeld nie Nachteile verspürt. Im Gegenteil, ich denke, dass mir soziale Kompetenz und Gespür für kulturelle Unterschiede eine große Hilfe bei meinen Auslandseinsätzen und –aufenthalten waren.“

"Eine solide Grundlage"
Barbara Dobetsberger, hatte ihren Arbeitseinstieg bei der PSG GmbH in Burghausen, wo sie vor allem im CAD Bereich für Mess-, Steuer- und Regelungstechnik tätig war. Sie war dort von 1987 bis 1996 tätig. Danach wwechselte sie zu Lang und Peitler, wo sie im CAE Bereich tätig war und verschiedene Projekte leitete. Seit 2008 ist sie bei der Spiratec AG beschäftigt, nach der Geburt ihrer Tochter wechselte sie auf eine Teilzeitanstellung. „Mir hat die umfassende und allgemeine technische Ausbildung, die ich in der HTL erhalten habe, eine wirklich gute Grundlage für meine Arbeitsplätze in den verschiedenen technischen Büros ermöglicht. Ich weiß, dass Technikerinnen in vielen Firmen aufgrund ihrer sozialen Fähigkeiten sehr geschätzt werden. Einige Firmen wollen deshalb Frauen bewusst in ihren Teams haben. Ich habe in den Firmen, wo ich tätig war, keine Diskriminierung erfahren.“

Verheiratet, Mutter und eigene Chefin
Alexandra Vierlinger hat nach der HTL eine halbjährige Weltreise gemacht, ist dann in den elterlichen Malerbetrieb eingestiegen. Dort absolvierte sie die Lehre und machte 1992 ihren Meister. Heute ist sie verheiratet, Mutter von zwei Kindern und führt ihren eigenen Betrieb, der sich traditioneller Handwerkstechnik verpflichtet fühlt und Materialien nach baubiologischen Kriterien verwendet. Am WIFI in Linz ist sie als Vortragende bei Meisterprüfungsvorbereitungskursen tätig und als Vorsitzende der Prüfungskommission nimmt sie Lehrabschlussprüfungen ab. „Ich habe in der HTL wirklich sehr viel gelernt und bereue keine Minute, dass ich in die HTL gegangen bin. Abgesehen davon, dass ich mir meine Wohnung selbst installiert habe, sind mir einfach die Grundbegriffe der Elektrotechnik geläufig und kann ich die auch praktisch umsetzen. Wir haben wirklich gute Lehrer gehabt und ich bin als Absolventin stolz, dass die HTL Braunau eine so gute Schule ist. Ich bin mir sicher, dass Frauen heutzutage im Bereich der Technik keinerlei Probleme haben. Mir ist auch keine Diskriminierung begegnet, das einzige was mir dazu einfällt ist der Hinweis eines Siemens-Mitarbeiters bei einer Exkursion während meiner Schulzeit, dass Siemens nur die gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote für Ingenieurinnen erfüllt und diese Frauen im Büro als technische Zeichner sind, aber diese Zeiten sind lange vergangen und ich kann nur jedem interessierten Mädchen einen Beruf im Bereich der Technik empfehlen.“

Bereits Kinder an der HTL Braunau
Johanna Wittmeier war im Anschluss an die HTL eineinhalb Jahre bei B+R in Eggelsberg beschäftigt und ist dann zur Firma PSG GmbH gewechselt, wo sie fünfeinhalb Jahre vor allem in der Hardwareplanung und in der Dokumentation tätig war. Familienbedingt war sie dann sieben Jahre nicht berufstätig, seit 2002 arbeitet sie wieder bei der Firma PSG GmbH. Ihre Tochter und ihr Sohn besuchen zur Zeit die HTL Braunau. „Ich habe immer sehr gerne im Bereich der Technik gearbeitet und die HTL-Ausbildung hat mir einen sehr guten Einstieg ins Arbeitsleben ermöglicht. Obwohl ich meine Kinder nicht zur HTL-Ausbildung gedrängt habe, sind beide in die HTL gewechselt, vielleicht haben sich meine positiven Erfahrungen mit einer Tätigkeit im Bereich der Technik in ihrer Entscheidung niedergeschlagen. Für mich positiv ist auch, dass man im Bereich der Technik relativ leicht auf Teilzeitarbeit gehen kann. In allen Jahren meiner beruflichen Tätigkeit bin ich noch nie aufgrund meines Frau-Seins diskriminiert worden.“

MädchenTechnikTage

Freitag, 23. November, 8 bis 12 Uhr
Freitag, 23. November, 13 bis 16.30 Uhr
Samstag, 24. November, 8 bis 11.30 Uhr
Infos und Anmeldung an der HTL Braunau unter 07722/83690 oder auf www.htl-braunau.at

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