Tag der Arbeitslosen
Wenn aus der Corona-Krise eine Existenzkrise wird

In den vergangenen Jahren schenkte die Volkshilfe rund um den Tag der Arbeitslosen in den einzelnen Bezirken „Heiße Suppe gegen eiskalte Sozialpolitik“ aus. Heuer ist diese Aktion wegen Covid-19 nicht möglich. Das Foto zeigt Gabriele Knauseder (mit Schöpflöffel) bei der Suppenverteilung in Braunau im Jahr 2018.
  • In den vergangenen Jahren schenkte die Volkshilfe rund um den Tag der Arbeitslosen in den einzelnen Bezirken „Heiße Suppe gegen eiskalte Sozialpolitik“ aus. Heuer ist diese Aktion wegen Covid-19 nicht möglich. Das Foto zeigt Gabriele Knauseder (mit Schöpflöffel) bei der Suppenverteilung in Braunau im Jahr 2018.
  • Foto: Volkshilfe Braunau
  • hochgeladen von Barbara Ebner

Der „Tag der Arbeitslosen“ am 30. April hat im Jahr 2020 wegen Covid-19 eine neue Dimension bekommen. Allein im Bezirk Braunau waren Anfang April knapp 4.000 Menschen arbeitssuchend.

BRAUNAU. Die Volkshilfe fordert rasche Hilfe durch höheres Arbeitslosengeld und setzt sich darüber hinaus für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. „Bereits vor Covid-19 waren 14,3 Prozent der österreichischen Bevölkerung armutsgefährdet. Nun haben die Auswirkungen der Corona-Krise den größten Anstieg an Arbeitslosen in der Geschichte der Zweiten Republik gebracht. In solchen außergewöhnlichen Zeiten braucht es außergewöhnliche Maßnahmen“, sagt Gabriele Stelzl anlässlich des „Tages der Arbeitslosen“ am 30. April. Stelzl ist stellvertretende Vorsitzende der Volkshilfe Braunau und verweist darauf, dass alleine im Bezirk Braunau Anfang April knapp 4.000 Männer und Frauen arbeitslos waren. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 70,7 Prozent“, so Stelzl.

Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Da für viele dieser Menschen die Gesundheitskrise zu einer Existenzkrise werden könnte, fordert auch Gabriele Knauseder als politische Sprecherin der Volkshilfe Braunau rasche Hilfe. „Nun arbeitslos gewordene Beschäftige aus dem Niedriglohnsektor können vom Arbeitslosengeld kaum leben. Sie sind schon vorher kaum über die Runden gekommen, für sie ist die Situation eine Katastrophe. Wir brauchen daher für diese Menschen dringend eine Erhöhung der Nettoersatzquote von derzeit 55 auf 80 Prozent“, fordert Knauseder.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Helfen würden den Menschen im Land auch soziale Innovationen wie die schnelle und unbürokratische Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Männer und Frauen mit Hauptwohnsitz in Österreich. „Das ist ein Gebot der Stunde und würde nicht nur den sozialen Absturz Tausender und massive Privatverschuldung verhindern, sondern gleichzeitig die Kaufkraft im Land erhalten“, ist Gabriele Stelzl überzeugt. Sie und Knauseder fordern die Bundesregierung daher auf, nicht ein Hilfspaket nach dem anderen zu schnüren, sondern jeder und jedem ein monatliches Fixum zukommen zu lassen. „Das bedingungslose Grundeinkommen würde den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken und alle Menschen würdevoll durch diese extrem schwierige Zeit bringen“, sagt Knauseder und verweist abschließend auf den „Verein für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Europa“ (UBIE), der aktuell mittels Petition ein europäisches Grundeinkommen einfordert.


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