10.02.2017, 09:02 Uhr

Innviertler Biermärz 2017: Frischer Wind in der Bierregion

V. l.: Hans Hofer (Trappistenbrauerei Engelszell), Josef Niklas (Brauerei Ried), Wolfgang Vitzthum (Brauerei Vitzthum), Helmut Bogner (Brauerei Bogner), Claus Wurmhöringer (Brauerei Wurmhöringer), Matthias Schnaitl (Brauerei Schnaitl), Manfred Schaurecker (Kanonenbräu), Martin Erlinger (Brauerei Pfesch) und Hans Kieslinger (Wenzl Privatbräu).

Veranstaltungsreihe geht in die fünfte Saison. Neue Brauer und
Sommelierausbildung untermauern die Bierkompetenz der Region.

INNVIERTEL. Der Biermärz feiert seinen fünften Geburtstag. Während andernorts noch über die Pisten gewedelt oder schon dem Sommerurlaub entgegen gefiebert wird, geht man es im Innviertel gelassen an: Seit fünf Jahren ist der Monat März hier ganz dem Bier gewidmet. Der „Biermärz 2017“ wird dem Jubiläum mehr als gerecht – über 60 Veranstaltungen laden zum Verkosten, Genießen, Staunen und Sich-Unterhalten ein.

Neuzugänge bringen frischen Wind

Heuer erstmals mit im Boot sind die Brauerei Pfesch aus Treubach (Bezirk Braunau), das Wenzl-Bräu aus Wernstein (Bezirk Schärding) und das Kanonenbräu aus der Stadt Schärding. Die drei Brauer sehen in der Bierregion eine Chance auf bessere Vermarktung und Präsentation, die Kleinbrauern oft nur schwer möglich sind.

„Für uns ist es wichtig, ein gutes Netzwerk zu haben. So können wir bekannter werden und langsam wachsen", meint Martin Erlinger von der Brauerei Pfesch über den Beitritt zur Bierregion. 2014 hat er sich aus einem Hobby heraus auf seinem Bauernhof in Treubach eine kleine Brauerei eingerichtet. Er selbst ist dort Braumeister, Florian Erlinger und Dominik Zillner sind für Verkauf und Buchhaltung zuständig. Gebraut werden aktuell sechs Sorten, die meisten davon obergärig. Erhältlich ist das Pfesch-Bräu direkt am Hof, die Kunden kommen hauptsächlich aus der näheren Umgebung.

Jahrelange Aufbauarbeit zeigt Wirkung

Seit der Gründung der Bierregion im Februar 2012 hat sich aber nicht nur bei der Mitgliederstruktur einiges getan. Durch den Wegfall von zwei Brauereien und den Neueintritt von den oben genannten drei Betrieben zählt der Zusammenschluss jetzt neun Brauereien. „Nach Jahren der Aufbauarbeit spüren wir nun deutlich, dass unsere Offensive greift", so Andrea Eckerstorfer, die die Bierregion von Anfang an begleitet hat. Die Kleinbrauer mit ihrem experimentellen Zugang zum Bier sieht sie als Chance, die ohnehin große Biervielfalt im Innviertel weiter zu stärken. Schon jetzt werden mehr als 80 verschiedene Sorten angeboten.

Auch touristisch greife die Bierregion mittlerweile gut. Durch eigens geschnürte Bier-Packages, wie sie etwa vom Tourismusverband s'Innviertel und dem Tourismusverband Ried angeboten werden, würden zunehmend mehr Gäste auf das Innviertel aufmerksam. Auch für den Biermärz sind bereits vor Wochen die ersten Buchungen eingegangen.

Klein- und Mittelbetriebe treffen sich auf Augenhöhe

Beeindruckt ist die Projektverantwortliche auch von der Kooperationsbereitschaft der Brauer: „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass sich neun Brauer an einen Tisch setzen, um an einer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten." Die Zusammenarbeit sei gut und von Vertrauen geprägt.

Das bestätigt auch Mattias Schnaitl von der gleichnamigen Brauerei in Gundertshausen: „Aktionen wie die Bierbox oder gemeinsame Auftritte bei Messen verankern uns in den Köpfen der Leute." In Zukunft sollen auch verstärkt Synergien genutzt werden, etwa bei Investitionen, die sich für eine Brauerei alleine nicht rechnen, so Schnaitl.

Zusammenarbeit ist auch das Stichwort beim Aper-Bier, das heuer in zweiter Auflage gebraut wird. Das offizielle Biermärz-Bier ist ein Gemeinschaftsprodukt der Bierregions-Brauereien. Das „Aper“ ist ein dunkles, gut gehopftes Märzenbier mit 5,4 % Vol. Alkohol. Es wird bei Biermärzveranstaltungen ausgeschenkt und ist mit sechs anderen Bieren Teil der Bierbox, die es bei den Bierregionsbrauereien und bei ausgewählten Märkten gibt.

Wie gut sich die Bierregion mittlerweile etabliert hat, zeigt auch der Umstand, dass ab dem Sommer in Ried eine Biersommelier-Ausbildung angeboten wird. „Mit der Ausbildung, die die Vorstufe zum Diplom-Biersommelier ist, wollen wir Bierkompetenz vermitteln und vor allem den Wirten Hilfestellung geben", so Braumeister Josef Niklas von der Brauerei Ried.

Bunter Veranstaltungsreigen

Essen und Trinken ist auch ein zentrales Thema beim „Biermärz". Die teilnehmenden Wirte servieren mit Bier veredelte Gerichte aus der Küche und natürlich die ganze Vielfalt der Innviertler Bierlandschaft. Weitere Schauplätze sind Brauereien und Kultureinrichtungen in den Bezirken Braunau, Ried und Schärding. Viel Raum nimmt auch die Kultur ein.

Unter www.biermaerz.at finden Sie einen Überblick über alle Biermärz-Veranstaltungen. Hier ein kleiner Auszug:

Gemeinsames Singen mit den Altheimer Stammtischsängern, am Freitag, 3. März, um 19 Uhr, im Gasthof Baumkirchner in Altheim

Krimi & Bier
 – Krimilesung von Andreas Schröfl mit Bierverkostung, am Freitag, 10. März, um 19 Uhr, im Braugasthof Schnaitl in Eggelsberg

Die Brauereien der Bierregion:
Trappistenbierbrauerei Stift Engelszell, Engelhartszell, 
www.stift-engelszell.at
Privatbrauerei Wurmhöringer, Altheim
, www.wurmhoeringer.at
Hausbrauerei Bogner, Braunau
, www.hausbrauerei-bogner.at
Privatbrauerei Vitzthum, Uttendorf
, www.uttendorf-bier.at
Brauerei Ried, Ried im Innkreis, 
www.rieder-bier.at
Privatbrauerei Schnaitl, Gundertshausen, 
www.schnaitl.at
Wenzl Privatbräu, Wernstein, 
www.wenzl-bier.at
Kanonenbräu, Schärding, www.kanonenbraeu.at
Brauerei Pfesch, Treubach, 
www.pfesch.at

Fotos: Prokop
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