02.11.2016, 12:13 Uhr

Leise rieseln die Nadeln zu Boden

Christbaum aus der Stillen-Nacht-Gemeinde Hochburg-Ach: Die Schlägerung nach dem Mondkalender sorgt für lange Schönheit. (Foto: Josef Bernegger)
Seit jeher übt der Mond eine große Faszination aus. Doch er hat größeren Einfluss als bisher geglaubt.

HOCHBURG ACH (tazo). Viele schreiben ihm magische Kräfte zu und womöglich nichts anderes hat soviel Einfluss auf den Menschen, sowie auf Flora und Fauna, wie er - der Mond. Er ist nicht nur unser nächster Planet, er regelt auch Ebbe und Flut oder verrät den günstigsten Tag für den Haarschnitt. Der Einfluss des Mondes auf die Natur und das Leben auf der Erde ist aber schon seit Urzeiten bekannt. Was viele aber noch nicht wissen: er hat auch Einfluss auf das Weihnachtsfest. Egal ob mit traditionellen Strohsternen dekoriert oder prunkvoll mit Lichterketten geschmückt - der Christbaum ist für viele der Inbegriff von Weihnachten. Doch meist wehrt die Freude an dem mühevoll dekorierten und behängten Baum eher nicht. Nach wenigen Tagen rieseln bekanntlich die ersten Nadeln mit den Schneeflocken bereits um die Wette. Doch dem kann man mit wenigen und einfachen Mitteln entgegenwirken: "Früher standen die Weihnachtsbäume samt Schmuck bis Maria Lichtmess, also bis zum 2. Februar, in der guten Stube. Obwohl die Nadeln schon trocken waren, dufteten sie herrlich und fielen nicht ab. Heute ist es leider bereits Tradition den Baum am Dreikönigstag wieder zu entsorgen. Vor allem auch deshalb, weil der Baum schon hier nicht mehr repräsentabel ist. Doch das hat einen einfachen Grund. Damals wurden die Wohnräume bei Weitem nicht so sehr beheizt wie es heute der Fall ist. Die zu hohe Raumtemperatur ist für den Baum sehr schädlich. Er verliert dadurch schnell an Feuchtigkeit was zu dem raschen Verlust der Nadeln führt", weiß Josef Bernegger, Christbaumverkäufer aus Leidenschaft. Beim Kauf sollte man zwar auf den Preis achten, aber auch hier gilt: billig ist nicht immer gleich gut. Heimische Bäume sind immer frischer und werden nicht so fest verpackt wie Importware. Die langen Transportwege schaden den Bäumen nämlich noch zusätzlich. Der schnelle Verlust der Nadeln kann aber in den meisten Fällen ganz anderen Ursprungs sein. "Im Volksglauben ist tief verwurzelt, dass Christbäume nach den Mondphasen zu scheiden sind. Das wären der dritte Tag nach dem 11. Vollmond des Jahres oder auch drei Tage vor dem 12. Vollmond bei Sternzeichen Fisch oder Waage. Bei zunehmenden Mond erhöht sich die zellfreie Flüssigkeit. Das heißt, bei Vollmond saugt der Baum die meiste Flüssigkeit auf, deshalb bleiben die Nadeln länger haften und der Baum länger frisch und saftig grün - in manchen Fällen sogar bis April. Wenn der Mond zurückgeht, zieht er das Wasser heraus. Auch Dachstuhlholz wird deshalb immer nur bei Neumond geschlagen", erklärt Bernegger. Ist der auserwählte Baum dann endlich zuhause, sollte auch hier einiges beachtet werden. Kälte oder Regen schaden ihm nicht. Deshalb kann er bis Heiligabend auch getrost in der Garage gelagert werden. Nicht zu vergessen ist aber ihn in einen Kübel mit Wasser zu stellen. Wenn der Baum dann zum Fest aufgestellt wird sollte man den Stamm etwa um zwei Zentimeter kürzen und, wenn möglich den Christbaumständer mit Wasser befüllen. So kann einem besinnlichen und "nadelfreien" Weihnachtsfest auch nichts mehr im Wege stehen.
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