20.11.2017, 10:00 Uhr

Schaurig schön: Maskenschnitzer haben Hochsaison

Jeder Handgriff sitzt.

SCHALCHEN (fech). Mit der Adventszeit rücken die Weihnachtsmärkte immer näher und so auch die Zeit der Krampus- und Perchtenauffahrten. In dieser Zeit haben die Hobby-Maskenschnitzer im Bezirk Hochsaison.



Der letzte Feinschliff wird gemacht, bevor der erste Perchten- oder Krampuslauf diese „schaurig-schöne“ Zeit einläutet. Auch Hubert „Hugo“ Augustin ist ein begeisterter Maskenschnitzer, der fast jede Minute seiner Freizeit in seiner kleinen, aber feinen Hobbywerkstatt in Schalchen verbringt. Dort werden Masken in liebevoller Handarbeit gefertigt. Hugo ist gelernter Zimmermann und so ist das handwerkliche Geschick im Umgang mit Holz für ihn Routine.

„Als Kind habe ich schon aus Baumwurzeln Gesichter geschnitzt“, erzählt er von den frühen Anfängen und seiner Begeisterung für Holz und Masken. Die Kunst des Maskenschnitzens hat er sich selbst beigebracht. Der Austausch mit Schnitzerkollegen hat sein Können perfektioniert.

Mit einem Stück Kiefer-, Linden- oder Zirbenholz beginnt alles. Dass daraus einmal eine Krampusmaske werden soll, lässt sich zu diesem Zeitpunkt kaum erahnen. Für die groben Zuschnitte wird mit einer Motorsäge vorgearbeitet. Die Feinheiten, die schließlich das Stück Holz zu einer Maske werden lassen, erledigt Hugo mit sogenannten Schnitzereisen.

Jeder Handgriff sitzt. „So muss es auch sein, denn durch einen kleinen Fehler würde sich vielleicht der Gesichtsausdruck der Maske verändern – und das wäre schade“, erzählt der 26-jährige Hobby-Schnitzer mit Bedacht. Das wäre wirklich schade, denn in einer einzigen Maske stecken mehr als 15 Stunden Arbeit. Wenn dann die Hörner angebracht sind, setzt Hugo den Pinsel an. Mit Acrylfarben bekommen die Masken nun ihren schaurig-schönen Ausdruck. „Jede Maske ist ein Unikat und für meine Vereinskollegen mache ich auch gerne einmal Sonderwünsche“, sagt Hugo.

Für seine Vereinskollegen der „Schalchner Dreck‘s Deifen“, wie sich die 20-köpfige Krampus-Gruppe nennt, kommen fast alle Masken aus „Hugo’s Schnitzerstub‘n“. Mit rund 15 Masken, zwei Engerln, Hexen und Ordner besuchen die „Dreck’s Deifen“ auch Krampusläufe und Maskenausstellungen. Sogar für den Schnitzer-Nachwuchs im Verein ist schon gesorgt. Der elfjährige Niklas ist nicht nur ein begeisterter Krampus, sondern hat sich seine Maske bereits selbst geschnitzt. Gelebtes Brauchtum, das schon an die Jugend weitergegeben wird.

Eines wollten Hugo und Niklas aber noch unbedingt aufklären: „Krampus und Perchten sind nicht das selbe!“ Der Unterschied ist, dass ein Krampus maximal zwei Hörner hat, die echten Perchten aber immer mehr als zwei. Deswegen sind die Perchtenläufe, wie wir sie im Bezirk und Umgebung kennen, eigentlich Krampusläufe. Ein genauer Blick lohnt sich also! Wer die Krampusse der „Schalchner Dreck’s Deifen“ einmal genau unter die Lupe nehmen möchte, hat beim „Krampuskränzchen“ am 2. Dezember bei der Freizeithalle in Schalchen die Möglichkeit. Bei Glühwein und Punsch kann man der Showeinlage von Hugo und seinen schaurig-schönen Kollegen einmal ganz genau „auf die Hörner“ schauen.
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