24.11.2016, 16:48 Uhr

Aktiv gegen Rückenschmerzen

Der erfolgreichste Weg um Rückenschmerzen zu verhindern ist mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. (Foto: PetarPaunchev/panthermedia.net)
Mit einfachen Methoden wieder zurück zur Beweglichkeit finden.

BEZIRK (tazo). Rückenschmerzen zählen schon seit längerem zu den sogenannten „Volkskrankheiten". Dies ist auf mehrere Faktoren der modernen Lebensweise zurückzuführen. Der Alltag fordert immer weniger Bewegung und dafür immer mehr gleichbleibende Belastungen wie Fabriksarbeit oder Belastungshaltungen im Büro. Rückenschmerzen können also viele unterschiedliche Ursachen haben. "Über zwei Millionen Menschen in Österreich leiden an manifesten Wirbelsäulenbeschwerden. Vor allem die Gruppe der 30 bis 50 jährigen, aber zunehmend auch jüngere Menschen, im Alter von 8 oder 10 Jahren sind von diesem Problem betroffen. Rückenschmerz bezeichnet kein einheitliches Krankheitsbild, denn es kann sich eine Vielzahl an Auslösern dahinter verbergen, wie etwa verschiedene körperliche, psychische und ernährungstechnische Auslöser. Es wäre sonst sehr einfach, Rückenschmerzen nur auf eine Verspannung zurückzuführen", erklärt Erwin Priewasser, Osteopath und Physiotherapeut bei Aktiv Therapie in Braunau. Die am meisten verbreitetste Form sind unspezifische Rückenschmerzen. Diese sind auf Reizungen der Bänder, Sehnen und verspannter Rückenmuskulatur zurückzuführen. Als spezifische Rückenschmerzen werden alle Erkrankungen des Rückens bezeichnet, die aus Verletzungen und Verformungen der Wirbelsäule oder Erkrankungen des Muskel- und Bindegewebes im Rücken resultieren. "Sollten die Schmerzen aber länger als drei Monate andauern, spricht man bereits von einer chronischen Erkrankung. Es gibt eine Vielzahl von Auslösern, welche einer genauen Befundung, Diagnose und somit einer darauf abgestimmten Behandlung bedürfen. Es muss auch nicht zwingend eine Tätigkeit zu Rückenproblemen führen. Lange statische Haltungen, wie etwa Sitzen, Bewegungsmangel, einseitige Tätigkeiten in Beruf und Schule, Übergewicht sowie eine falsche Ernährung können dazu führen", so der Therapeut.

Gezielte Maßnahmen setzen
Grundsätzlich führt jede Bewegung zur Stoffwechselsteigerung in Bindegewebe, Muskulatur, Bändern oder Gelenken. Dies bewirkt im Normalfall eine Schmerzreduktion. Jedoch sollte die Art und die Durchführung der Bewegung mit dem Arzt oder dem Physiotherapeuten abgesprochen werden. Ein unkoordiniertes Training könnte die Symptome im schlimmsten Fall sogar zusätzlich verschlechtern. "Auch die oft wohlverheißende Massage des Partners bei möglichen Verspannungen ist hier jedenfalls dringendst abzuraten. Eine Massage sollte auf jeden Fall nur von einem Professionisten durchgeführt werden, da dieser auch über die anatomischen Kenntnisse verfügt und somit positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken kann." Je nach Diagnosestellung rückt man dem lästigen Schmerz dann Medikamentös, Operativ oder Konservativ, wie etwa mit Osteopathie oder Physiotherapie, zu Leibe. Zusätzlich tragen auch eine Ernährungsumstellung und geeignete, rückenschonende sportliche Aktivitäten zu einem besseren Lebensgefühl bei. "Der erfolgreichste Weg um Rückenschmerzen zu verhindern ist immer noch mehr aktiv zu sein. Mit wenigen Mitteln kann man bereits viel mehr Bewegung in seinen Alltag bringen. Da genügt es oft schon auf den Lift zu verzichten und einfach einmal die Treppe zu nehmen. Man muss nur konsequent dabei sein," rät Priewasser. Jeder muss aber seine individuellen sportlichen Vorlieben für sich selbst herausfinden. Bewegung soll ja schließlich auch Spaß machen.
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