18.12.2017, 10:54 Uhr

Einsam in der stillen Zeit

(Foto: panthermedia.net/photographee.eu)

BEZIRK (fech). In der Vorweihnachtszeit hetzen und rennen wir, damit an Heiligabend alles perfekt ist. Dass es Menschen gibt, für die dieses Fest Einsamkeit und Alleinsein bedeutet, nehmen wir oft nicht wahr.

An Weihnachten einsam zu sein, belastet viele Menschen. Manchmal auch unbemerkt in unserer näheren Umgebung. Gert Smetanig, Dechant, Pfarrseelsorger und „Magic Priest“ aus Mauerkirchen, hat uns Gedanken mit auf den Weg gegeben.

„Gerade zu Weihnachten suchen die Menschen Halt und nach dem Sinn im Leben“, erzählt der Seelsorger. „Das Alleinsein wird oft zu einer großen, emotionalen Belastung“ ergänzt er und berichtet: „In unserem Dekanat laden wir deshalb in diesem Jahr an Heiligabend zu „Gemeinsam Weihnachten feiern“ ein.“ Im Treffpunkt „mensch&arbeit“ in Braunau (Salzburger Straße 20, über dem Geschäft „Carla“) wird von 14 bis 18 Uhr in entspannter Atmosphäre gemeinsam gefeiert und eine schöne Zeit verbracht (Anmeldung telefonisch unter 0650/4902255).

Schicksalsschläge oder Zerwürfnisse in der Familie zwingen Menschen oft, das Fest der Liebe alleine verbringen zu müssen. Der junge und engagierte Pfarrer, der gebürtig aus Klagenfurt kommt, macht sich gerade in dieser Zeit viele Gedanken und Mühen um seine Pfarrgemeinde. Wer die Weihnachtsfeiertage trotz des Alleinseins nicht in Gesellschaft verbringen möchte, rät er, diese Tage genau zu planen. Wenn man zum Beispiel seinen Partner verloren hat, kann man sich an diesem Abend auch ganz bewusst mit schönen Fotos an die gemeinsame Zeit erinnern. Eine Kerze auf dem Friedhof anzuzünden und der Besuch der nächtlichen Christmette wirken oft befreiend und lassen den Schatten dieser Tage weichen.

Allen Menschen, die in der glücklichen Lage sind, das Fest im friedvollen Kreise ihrer Familien feiern zu dürfen, rät der Seelsorger, sich bewusst zu machen, welch großes Glück es ist, gemeinsam diese Zeit verbringen zu können.
Dankbarkeit und einen Moment Inne zu halten, ist gerade an den Weihnachtstagen eine wahre Wohltat für unser Gemüt.

Der „Magic Priest“ verbringt Heiligabend auch nicht allein, wie er erzählt: „Dieses Fest ist etwas ganz Besonders, das auch ich gerne in familiärer und netter Atmosphäre verbringe.“ Neben den Heiligen Messen an diesem Tag, findet er noch Zeit, etwas zu kochen und mit Familie oder Freunden die Geburt Christi zu feiern. Auch für einen Pfarrer sind diese Feiertage eine schöne Zeit, der Seele wieder Kraft tanken zu lassen. So, wie es auch wir alle tun sollten. Und dabei einen Blick auf unsere Mitmenschen und deren Sorgen und Bedürfnisse werfen können, damit Weihnachten für alle zu einem Fest der Freude und Liebe wird.
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