09.02.2018, 13:36 Uhr

Palliativteam am St.-Josef-Spital genießt hohes Ansehen

Helmut Ziereis (Foto: marschall pr)
BRAUNAU. Am 26. Jänner fand die zweite Fachtagung des Braunauer Palliativteams statt. Exzellente nationale und internationale Referenten, hochqualitative Vorträge und ein Rekordbesuch von 200 Gästen aus dem In- und Ausland, hauptsächlich aus helfenden Berufen, und ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Bereichen Palliative Care und Hospizwesen. Das alles widerspiegelt die große Anerkennung des innovativen Braunauer Palliativteams.

Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Helmut Ziereis, ärztlicher Leiter des Palliativteams und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Spiritualität der Österreichischen Palliativgesellschaft.

Spiritual Care wird in kaum einem anderen österreichischen Haus so intensiv praktiziert wie im St. Josef. Spiritual Care ist eine wichtige Säule der Palliative Care. Es geht dabei um spirituelle Nöte und Bedürfnisse von Patienten mit schweren und meist nicht heilbaren Erkrankungen. Dort, wo die Medizin an ihre Grenzen kommt, ist deshalb spirituelle Betreuung besonders wichtig, etwa 75 Prozent der Braunauer Patienten wünschen sich Spiritual Care.

Diese ist die achtsame, respektvolle Tugend des Zeit-Gebens und Zuhörens. Gesprochen wird dabei über Gott und die Welt. Und das kann man einüben. Einmal im Monat treffen sich deshalb in Braunau Pflegekräfte und Ärzte, um sich über Spiritualität auszutauschen und die Thematik zu vertiefen. Die spirituelle Unterstützung wird allen Patienten angeboten, unabhängig von ihrer Konfession oder ihrem Glauben. Es geht also nicht um klassische Krankenhausseelsorge.

Der zweite Braunauer Palliativtag beschäftigte sich vorrangig mit Spiritual Care in ihrer praktischen Anwendung: Etwa tiergestützte Therapie mit Hunden in einem Kinderhospiz, das Vertrauen des Patienten gewinnen, Feldkreisarbeit in der Palliative Care, lachen und Humor als wichtige Ressource im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Patienten.

Höhepunkt war der Vortrag von Professor Husebø aus Norwegen, Mitbegründer des Hospizwesens, der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters kaum mehr Vortragseinladungen annehmen kann. Seine Referate sind in ihrer Art einzigartig, gleichermaßen fachlich bereichernd und emotional ergreifend. Er erklärte seine Ansicht zur Palliative Care anhand von realen Schicksalen mit authentischen Fotos der Betroffenen.
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