10.10.2016, 08:30 Uhr

Volkshilfe neu aufgestellt – Funktion als sozialpolitisches Gewissen wird verstärkt

Dank der mobilen Dienstleistungen wie Hauskrankenpflege, mobile Therapie oder Haushaltsservice können ältere Menschen ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen.
BRAUNAU (ebba). Die Volkshilfe in Oberösterreich und die Volkshilfe Braunau als Bezirksverein stellen sich organisatorisch neu auf. Ziel ist die Bündelung der Kräfte und die Konzentration auf das Wesentliche. Die Funktion als sozialpolitisches Gewissen in der Region soll verstärkt werden.

Bisher war jeder der elf Bezirksvereine der Volkshilfe in OÖ eigenständig verantwortlich für die mobilen Dienste in der Altenbetreuung. Seit Juli sind diese Dienste in der Volkshilfe Gesundheits- und Soziale Dienste GmbH gebündelt. Dadurch können viele Aufgaben zentral verwaltet werden, was Kosten spart.

Die eigentliche Dienstleistung bleibt direkt vor Ort wie bisher, für die Kunden ändert sich nichts. Mit dieser Organisationsreform wird auch für die mobilen Dienste vollzogen, was in anderen Bereichen schon geschehen ist. So sind zum Beispiel alle Dienstleistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen in der Volkshilfe LebensArt GmbH konzentriert, jene für arbeitsuchende Menschen in der Volkshilfe Arbeitswelt GmbH. Alle diese Gesellschaften sind gemeinnützig.

Geschäftsführer gibt es in den Bezirksvereinen künftig nicht mehr, da die operativen Agenden zentral gesteuert werden. Sie übernehmen neue Aufgaben in der Organisation, wie etwa der frühere Vöcklabruck-Geschäftsführer Jürgen Pouget, der als Bezirkskoordinator jetzt für die Bezirke Braunau, Eferding-Grieskirchen, Ried, Vöcklabruck, Wels-Kirchdorf und für das Salzkammergut zuständig ist. Die bisherige Geschäftsführerin der Volkshilfe Braunau, Elfriede Kronberger, ist in Pension gegangen.

Größere Verantwortung kommt auch den so genannten Stützpunktbeauftragten zu. In Braunau besetzt diese Position Lydia Brunthaler. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie ist die Drehscheibe zwischen Bezirksverein, den Dienstleistungen in der Region und den zentralen GmbH.

Auf Missstände hinweisen

Die Volkshilfe wird mit der neuen Organisationsstruktur ihr bisheriges sozialpolitisches Engagement verstärken und sich in den Regionen und Bezirken noch öfter und lauter zu Wort melden. Günter Pointner, Vorstandsvorsitzender der Volkshilfe Braunau: „Es gibt viele Themen, bei denen die Volkshilfe schon in den vergangenen Jahren nicht geschwiegen hat und auch auf die Straße gegangen ist. Zum Beispiel bei den Themen Armut, Mindestsicherung oder Arbeitslosigkeit. Künftig wollen wir mit Aktionen im öffentlichen Raum und mit Informationsveranstaltungen Missstände noch deutlicher sichtbar machen."

Am 17. Oktober ist in Braunau unter dem Titel „Ziehen Sie sich warm an“ eine Straßenaktion zum Thema Armut geplant. Um der steigenden Ungleichverteilung von Einkommen entgegen zu wirken, fordert die Volkshilfe einen Bruttomindestlohn von 1700 Euro.

Die Volkshilfe Braunau wurde vor 26 Jahren gegründet. Insgesamt sind im Bezirk Braunau 80 engagierte Frauen und Männer beschäftigt. Unterstützt werden sie von 20 freiwilligen Helfern und ehrenamtlichen Funktionären.

Der größte Bereich der Volkshilfe im Bezirk Braunau sind die mobilen Dienste (Pflege und Betreuung, mobile Therapie, Hauskrankenpflege, Haushaltsservice) mit 36 Beschäftigten und rund 20.000 Leistungsstunden.

Fotos: Volkshilfe
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