29.09.2014, 10:23 Uhr

Große Resonanz bei 23. Braunauer Zeitgeschichtetage

In der Diskussionsrunde waren beteiligt (v. l.) Erna Putz (Theologin, Politik-und Kommunikationswissenschaftlerin), Zeitzeugin Rita Alleschaus aus Simbach, Martin Prieschl (Mitglied der österreichischen Geschichtsforschung), Moderator Florian Kotanko, Zeitzeuge Hermann Rieder aus Polling, Peter Broucek (ehem. Direktor des Kriegsarchivs in Wien) und Journalist Fritz Hirzel aus Bern.
BRAUNAU (gei). Unter dem Titel "endlich deutsch" fanden am Wochenende im Kulturhaus Gugg die 23. Braunauer Zeitgeschichte-Tage statt. Die zahlreichen Vorträge befassten sich überwiegend mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 bis hin zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939.

Bereits am Eröffnungstag konnte als Gastreferent Gerhard Botz, ein international anerkannter Kenner des Nationalsozialismus in Österreich und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Historische Sozialwissenschaften in Wien, gewonnen werden. Botz erläuterte in über eineinhalb Stunden die Hintergründe, die zum schnellen Anschluss an das Deutsche Reich geführt hatten.

Demnach war die Ursache bereits nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg zu suchen, denn kurz nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie forderten viele deutsch-nationale Österreicher schon einen Anschluss an Deutschland. Unterstützt wurde diese Forderung auch von vielen Parteien, die sich damit Vorteile erhofften. Botz verschwieg nicht die schwierige Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung nach dem 12. März 1938, die später in schlimme Judenpogrome und letztlich zu den systematischen Deportationen und der Vernichtung der Juden führte.

Auch am Samstagabend wurde bei einer Podiumsdiskussion die Zeit des Nazis-Terrors näher beleuchtet. Neben Zeitzeugen aus Simbach und Polling nahmen auch namhafte Kenner dieser Ära Österreichs teil. So waren unter anderem die Theologin Erna Putz, Peter Broucek (ehem. Direktor des Kriegsarchivs in Wien), Martin Prieschl (Mitglied des Instituts für österreichische Geschichtsforschung) und Journalist Fritz Hirzel an der Diskussionsrunde beteiligt.

Fotos: Walter Geiring
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