10.04.2017, 22:00 Uhr

Vom Tüftler zum erfolgreichen Startup

Geschäftsführer Johannes Schober

Der Friedburger Johannes Schober stattet Aufzüge mit barrierefreien Notrufsystemen aus.

FRIEDBURG (ebba). Beim "120-Sekunden"-Casting der BezirksRundschau im Jahr 2015 wusste er die Jury schnell von sich und seiner Idee zu überzeugen. Der Friedburger Johannes Schober, Geschäftsführer der Displayentwicklerfirma "View Promotion", hatte sich zum Ziel gesetzt, die Aufzugsbranche mit einem neuartigen Multimedia-Display mit inkludiertem Notrufsystem zu revolutionieren.

Dieses 24-Stunden-Notrufsystem verfügt über einen Bildschirm mit behindertengerechtem Fragenkatalog. "Bei View werden sowohl auditive als auch optische Infos über das Display ausgespielt. Das kann noch kein anderes System", erklärt der Firmenchef. Da eine Kamera eingebaut ist, können Fehleinsätze vermieden werden, denn im Notfall kann die Notrufzentrale ein Bild aus der Kabine anfordern.

Es ist also barrierefrei und der Betreiber spart sich obendrein die Betriebskosten, da sich das System durch die auf dem Bildschirm gezeigte Werbung finanziert. Werben kann darauf jeder. Gezeigt wird zielgruppengesteuerte Werbung in Form von Bildern und Videos. Neben dem Notruf bietet das System auch Informationen über Wartungsarbeiten und Störungen.

Im Dezember vergangenen Jahres hat View einen Vertrag mit KONE-Aufzüge abgeschlossen. "Mindestens 500 Stück werden sie uns heuer abnehmen", freut sich Schober über den erfolgreichen Geschäftsabschluss.

Schober will hoch hinaus

Von den TÜV-geprüften und serienreifen Notrufsystemanlagen der Marke View sind in Österreich mittlerweile 80 in Betrieb. Vor allem Wohnbauunternehmen und kleinere Hausverwaltungen sind Abnehmer. "Wir wollen uns künftig mehr auf die Hotellerie fokussieren und den Markt in der Schweiz und in Deutschland in Angriff nehmen, wo wir bereits erste Kunden haben", verrät Schober. Denn dafür wäre das System schließlich konzipiert. Für größere Komplexe mit höheren Aufzugsanlagen, wie es sie nur in größeren Metropolen gibt. Hot Spots wie London, Paris oder Zürich sind das große Ziel. Ein fix verbautes Notrufsystem hat übrigens einen Wert von 3.735 Euro netto, inklusive Montage.

Aber nicht nur in Aufzügen ist das Notrufsystem anwendbar. Auch barrierefreie öffentliche Toilettenanlagen können mit dem innovativen System ausgestattet werden. Dieses soll noch weiter optimiert werden. "Als nächsten technologischen Schritt wollen wir den Touch-Bildschirm umsetzen. Außerdem soll das Gerät kleiner und kompakter werden. Meine Idee ist eine Art Tablet im Aufzug."

Drei Mitarbeiter beschäftigt Schober am Firmenstandort in Friedburg. "Zurzeit suchen wir nach einem Softwareprogrammierer." Außerdem ist geplant, eventuell eine Zweigstelle in Puch-Urstein aufzubauen.

Fotos: View Promotion
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