20.04.2017, 12:45 Uhr

Den Ärmsten etwas Freude schenken

Sechs Monate lang unterrichtete Elisabeth Gohla in Tansania. Sie hat uns von ihrem Abenteuer erzählt.

SCHWAND, TANSANIA (penz). Mit ihren jungen 20 Jahren hat Elisabeth Gohla schon viel von der Welt gesehen. Neben einem Jahr in Amerika vertrieb sich die reisewütige Schwanderin die Zeit zwischen Schule und Studium in Afrika. Für ein halbes Jahr arbeitete Elisabeth in einer Vorschule in Daressalam, der höchstenwickelten Stadt in Tansania. Zurück in Österreich, sieht sie nun einige Dinge mit anderen Augen. "Man weiß die kleinen Dinge im Leben wieder mehr zu schätzen. Wie etwa den Wasserhahn aufdrehen und Trinkwasser genießen können. Gutes Wasser, das nicht nach Chlor schmeckt", denkt sie an die Zustände in Tansania, wo die Leute teilweise mit nur einer Tasse voller "Chlorwasser" über den Tag kommen müssen.

Während ihres Volontariats half die 20-Jährige beim Unterrichten der Vorschulkinder. Auf dem Stundenplan stand neben Kunst, Lesen, Schreiben und Mathe auch ein fünftes Fach: "Science." Dabei wurden die Kinder über die gefährlichen Dinge im afrikanischen Alltag aufgeklärt. Sie wurden über die Gefahren des Feuers belehrt, welche Tiere man besser meiden sollte, was giftig oder gefährlich ist. "Über alles, auf was man im täglichen, afrikanischen Leben halt so aufpassen muss", fasst Elisabeth das, ihrer Meinung nach wichtigste, Fach zusammen.

Abenteuerreich

Den Eltern von Elisabeth, Bernhard und Waltraud Gohla vom gleichnamigen Busunternehmen, trieb es in dieser Zeit oft die Schweißperlen auf die Stirn. So erreichte sie eines Tages eine "Abschieds-SMS", als Elisabeth gerade noch einer Gasexplosion in ihrer Nachbarschaft entfliehen konnte. "Ich dachte meine letzte Stunde hätte geschlagen. Neben uns flogen die Häuser in die Luft. Zum Glück konnten wir der Katastrophe heil entkommen - und zum Glück konnte ich noch eine 'Entwarn-SMS' nachliefern, bevor meine Mutter die Schreckens-Nachricht lesen konnte." Bei einem Mopedunfall kam sie noch glimpflich davon, kurze Zeit später erkrankte sie jedoch an Malaria. "Vieles erzählte ich meinen Eltern erst, als ich wieder zuhause war. Ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen machen", sagt Elisabeth.

"Auch wenn ich meinen Eltern mit der Afrika-Reise vielleicht Sorgen bereitete, sie standen immer hinter mir und unterstützen mich wo sie nur konnten. Dafür bin ich sehr dankbar. Einmal kamen sie mich auch besuchen", hätte sich die Euro-Hak-Maturantin keine bessere Unterstützung wünschen können.

Herzlichkeit war überwältigend

Besonders begeistert zeigt sich Elisabeth von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Einheimischen. "Die Menschen leben am Existenzminimum. Dennoch sind sie großzügig und würden ohne Zögern ihr letztes Stück Brot teilen."
Nach sechs Monaten voller Abenteuer und prägender Erfahrungen kehrt Elisabeth zurück ins Alpenland. Auch zu Hause setzt die Schwanderin alle Hebel in Bewegung, um den Kindern in Daressallam ihr Leben bunter zu gestalten. Da sie weiß, dass die Bestände an Schulunterlagen in Afrika sehr knapp sind, schrieb sie Fachmärkte in der Umgebung mit der Bitte um Spenden an. Wie erwartet, gab es zahlreiche Absagen – mit einer Ausnahme. Pagro kam tatsächlich der Bitte nach und lieferte fünf große Kisten voller Schulutensilien. Als die Pakete nach einer langen Reise die Vorschule erreichten, war die Freude groß. Elisabeth bekam Fotos zugesandt. Bilder von Kindern mit Freudentränen in den Augen. Sprachnachrichten, die pures Glück widerspiegelten. "Es ist so schön zu sehen, welch Freude und Glück man mit diesen für uns so alltäglichen Dingen auslösen kann", zeigt sich Elisabeth gerührt.

Spendenaufruf

Elisabeth Gohla zeigt auch weiterhin volles Engagement und will ihreren neuen Freunden in Tansania helfen. Dem Waisenhaus, in dem 22 Kinder zu versorgen sind, droht die Schließung. Das amerikanische Unternehmen, welches bisher das Projekt mit Spenden unterstützt hat, stellt die Zahlungen nun ein. Um zu verhindern, dass die beherbergten, elternlosen Kinder nun ihre Unterkunft und ihre neu gewonnene Familie verlieren, eröffnete Elisabeth ein Spendenkonto. "Alle Spenden, die auf das Konto eingehen, werden zu 100 Prozent an das Waisenhaus übermittlelt. Ich habe selbst gesehen und miterlebt, wie man mit wenig Geld das Leben dieser Menschen retten und verändern kann. Mit den Spendengeldern könnte man an die Vorschule eine Grundschule anbauen. Nur so kann die Existenz des Waisenhauses und der Schule gesichert werden", setzt sich die 20-Jährige mit Leib und Seele für das Projekt ein.

Spendenkonto:

IBAN: AT51 3406 0800 0881 9062
Kontonummer: 800-08.819.062
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