08.11.2016, 09:00 Uhr

Ein falscher Schritt und alles war anders ...

Andreas Kritzinger macht durch die Therapie gute Fortschritte. Seine Lebensgefährtin Christa Eibl unterstützt ihn, so gut sie kann.

Am 8. November 2015 schlug bei Andreas Kritzinger aus Moosbach völlig unerwartet das Schicksal zu.

MOOSBACH (ebba). Der 51-Jährige stolperte bei einem Spaziergang so unglücklich über eine Gehsteigkante, dass beim Sturz fünf Wirbel irreparabel beschädigt wurden. Diagnose: Vom Hals abwärts querschnittsgelähmt.

Seither ist der engagierte Jugendbetreuer der Freiwilligen Feuerwehr Moosbach auf einen Rollstuhl und 24-Stunden-Pflege angewiesen. Seine Lebensgefährtin Christa Eibl kümmert sich liebevoll um ihn. Durch Phyiso- und Ergotherapie zeigen sich bereits erste Fortschritte. So ist Kritzinger wieder in der Lage, seine Hände leicht anzuheben und vereinzelt sogar nach Gegenständen zu greifen. "Ich trainiere sehr viel", betont er.

Der Tag der Nachricht

Als ihr damals im Krankenhaus mitgeteilt wurde, dass ihr Lebensgefährte nicht mehr gehen kann, war das für Christa Eibl ein schwerer Schlag: "Das ist, als ob die Welt zusammenbricht. Allerdings war ich dann die nächsten zehn Monate über, als Andreas noch in der Reha war, sehr stark. Ich hab‘ nicht einmal geweint. Erst als er dann nach Hause kam, war das anders. Für den Partner ist das schon auch stark belastend. Man muss erst lernen, damit zurecht zu kommen. Mittlerweile ist es aber so, dass unsere Bindung zueinander durch das Ganze noch inniger geworden ist", erzählt Eibl.

"Vor allem genießen wir jetzt Alles viel bewusster. Für mich ist es zum Beispiel das Tollste überhaupt, wenn ich am Morgen aufstehe und die Sonne scheint. Dann weiß ich, dass ich mit dem Rollstuhl auf die Terrasse rausfahren kann", sagt Kritzinger, der aus seiner Situation das Beste herausholen möchte: "Es bringt nichts, negativ zu sein. Das wäre der Anfang vom Ende."

Seine Sicht auf die Dinge hat sich durch den folgenschweren Unfall stark verändert: "Wenn ich zurückdenke, wie ich früher im Stillen geflucht habe, wenn ich zur Arbeit aufstehen musste ... heute wäre ich so gerne in der Lage, arbeiten zu gehen. Was geschehen ist, kann aber nicht rückgängig gemacht werden. Ich denke mir eher, ich muss jeden Tag voll ausnützen. Es könnte ja auch jederzeit zu Rückschlägen in meiner Genesung kommen."

Was ihm besonders große Freude bereitet hat, war die nicht enden wollende Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl, das ihm von seinem Umfeld entgegen gebracht wurde. "Schon während der Reha war es phänomenal, wie häufig Besuch da war. Für mich war das total aufbauend."

Mobil zu sein, ist ihm wichtig

Um mehr Abwechslung in den Alltag zu bringen, wünscht sich Kritzinger insbesondere mehr Mobilität. Gerne würde er wieder bei Jugend-Wettbewerben der Feuerwehr zuschauen, zum Einkaufen mitfahren oder mit seiner Lebensgefährtin kleine Ausflüge unternehmen. Was es dazu braucht, ist ein behindertengerechtes Transportfahrzeug mit einer Rampe.

Christkind-Aktion: Helfen Sie uns helfen!

Mithilfe der Leser möchte der BezirksRundschau-Christkind-Verein im Bezirk Braunau ein behindertengerechtes Transportfahrzeug für Andreas Kritzinger finanzieren. Überweisen Sie Ihre Geldspende mit dem Kennwort BRAUNAU bitte auf folgendes Konto:

Raiffeisenlandesbank OÖ
IBAN: AT78 3400 0000 0277 7720
SWIFT: RZOOAT2L

Erlagscheine für die Christkind-Aktion liegen in allen Raiffeisenbanken in Oberösterreich auf. Ab einer Spende von 350 Euro wird ein Foto der Scheckübergabe veröffentlicht. Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Spendern!
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