11.10.2016, 09:00 Uhr

Einbrechen darf kein "Spaziergang" sein

Der typische Einbrecher gibt nach drei bis maximal vier erfolglosen Minuten auf und versucht sein Glück andernorts. (Foto: Polizei)

Je schwerer man‘s dem Eindringling macht, desto wahrscheinlicher bleibt man verschont.

BEZIRK (ebba). Laut Polizeimeldungen der vergangenen Tage ist zweifellos wieder Hochsaison für Dämmerungseinbrecher. Sieben solcher Einbrüche gab es zuletzt in der Region. Dabei hat die Saison gerade einmal begonnen. In den Bezirken Braunau, Ried und Zell am See (Salzburg) konnten Polizeibeamte nun mehrere Wohnhauseinbrüche aufklären und die Täter ausforschen. "Wir sind froh, sie gestoppt zu haben, denn das wäre vermutlich der Beginn einer großen Einbruchsserie gewesen", weiß Kriminalreferent Günter Schiefegger vom Bezirkspolizeikommando Braunau.

Essenziell für den Fahndungserfolg sind grundsätzlich immer Hinweise aus der Bevölkerung, betont Schiefegger. "Die Leute müssen wissen, dass sie sich nicht davor scheuen sollen, die 133 zu wählen. Die Hemmschwelle ist da leider oft sehr hoch. Dabei ist es besser, man ruft einmal zu oft, als einmal zu wenig bei uns an."

Die Masche der Täter ist oftmals die Gleiche. "Sie läuten zuerst an, um zu sehen, ob jemand zuhause ist. Macht tatsächlich jemand auf, geben sie etwa vor, ein Hotel in der Nähe zu suchen." Öffnet keiner, versuchen die Einbrecher ihr Glück. Meist geschehen die Einbrüche in der Zeit zwischen 16 bis 21 Uhr. "Wir schicken im Moment alles an Beamten raus, was geht. Wir sind um jede Beobachtung, jeden Hinweis aufmerksamer Nachbarn froh. Es geht halt nur Miteinander", appelliert der Chefinspektor.

Glücklicherweise dringen die meisten Einbrecher nur in ein Haus ein, wenn niemand zuhause ist. Sollte es aber dennoch passieren, dass man zuhause im Bett liegt und bemerkt, dass soeben jemand einbricht: "Am besten sofort im Schlafzimmer einsperren und mit dem Handy die Polizei alarmieren. Noch besser wäre es, das Licht an und sich bemerkbar zu machen. Wenn der Täter früh genug merkt, es ist jemand zuhause, lässt er es vielleicht noch bleiben. Ist es dafür schon zu spät, ruhig verhalten und auf das Eintreffen der Polizei warten." In einer solchen Situation ist man verständlicherweise in einer Art Schockstarre. Dennoch: Wenn man noch daran denken kann, sollte man beobachten, wohin der oder die Täter anschließend fliehen, mit welchem Fahrzeug u.s.w.

Größere Geldbeträge zuhause zu lagern, davon rät Schiefegger jedenfalls ab. Auch wertvollen Schmuck, den man nur zu besonderen Anlässen trägt, sollte man besser in einem Bankschließfach verstauen. Home-Safes sind für Einbrecher oft erschreckend einfach aufzuschlagen. "Unter 200 Kilogramm sollte so ein Safe nicht haben." Hilfreich für die Polizei sind Fotos vom Schmuck, die der Besitzer am besten gemeinsam mit einem Eigentumsverzeichnis aufbewahrt.

Der typische Einbrecher gibt laut Schiefegger nach drei bis vier erfolglosen Minuten auf. Pilzzapfenverriegelungen an Fenstern und Terrassentüren machen demnach Sinn. Die meisten Einbrecher gelangen übrigens über die Terrassentüre ins Haus.


Sicherheits-Tipps der Polizei:

Einbruchssichere Fenster und Türen einbauen, Zeitschaltuhren für das Licht, Bewegungsmelder und Alarmanlagen installieren.

Schmuck abfotografieren, ID-Nummern von EDV-Geräten notieren.

Beim Verlassen des Hauses Fenster nicht offen oder gekippt lassen.

Vor dem Urlaub einen Nachbarn bitten, regelmäßig die Post aus dem Fach zu nehmen.

Bei Einbruch bemerkbar machen, sofort 133 rufen und im Nachhinein nichts anfassen!

Beobachtungen machen: Kfz-Kennzeichen unbekannter Fahrzeuge notieren, Aussehen und Eigenschaften des oder der Täter einprägen.

Einbrecher scheuen nichts mehr als Hunde und Licht!

Die Polizei bietet überdies kostenlose kriminalpolizeiliche Hausberatungen an.
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