09.10.2017, 11:12 Uhr

Einendes Friedensgebet zum Thema Hunger

Von links: Dr. Klimesch, Jasmina Abdelrahman (Sprecherin Islamisches Friedenszentrum, Obfrau Verein MENSCH im Vordergrund), Pfarrer Pandic (serb.-orth.), Ehepaar Worm (altkath.), Renate Krastenbergs (buddh.), DI Brady, Pfarrassistentin Dagmar Ruhm, Waltraud Krenn, Pfarrer Jan Lange (evangelisch), Ingrid Herlbauer, Roswitha Hofer und Pastor Alexander Herejek (neuapost.) (Foto: Abdelrahman)
BRAUNAU. Am Samstag, 7. Oktober, fand in der neuapostolischen Kirche in Braunau das diesjährige "Friedensgebet" statt. Das gemeinsam gewählte Thema der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften lautete "Hunger". Vertreter des Buddhismus, des altkatholischen und neuapostolischen Glaubens, des Islam sowie der evangelischen, römisch-katholischen und serbisch-orthodoxen Kirche nahmen teil. Jeder Vertreter hielt aus der Sicht seiner Religion eine kurze Rede zum Thema Hunger. Die Veranstaltung soll dazu führen, dass sich die Menschen untereinander besser verstehen und kennenlernen.

Für ein Hilfsprojekt im Sudan wurde Geld gesammelt. Zum Abschluss fand ein geselliger Ausklang statt. "Gemeinsam wurde gegessen, wobei es schön anzusehen war, dass so viele Glaubensrichtungen aufeinander trafen und sich austauschten und kennenlernen konnten. Eine Bereicherung für alle Gäste", sagt Jasmina Abdelrahman vom Islamischen Friedenszentrum Braunau.

Statements der Teilnehmer:

Pastor Alexander Herejk: "Es ist schön zu sehen, dass verschiedene Religionsgemeinschaften vieles miteinander verbindet. Es gibt nur einen Gott, es gibt nur einen Frieden, es gibt nur eine Zukunft. Blicken wir auf das Verbindende, dann lassen wir uns nicht trennen von der Akzeptanz und der Liebe."

Friedericke Schneeberger: "Brich mit den Hungrigen dein Brot, sprich mit den Sprachlosen ein Wort, sing mit den Traurigen ein Lied, teil mit den Einsamen dein Haus."

Zdenek Brady: "Ökumenische Arbeitskreise sind wertvoll, weil sie helfen das Gemeinsame der Glaubensgemeinschaften zu finden und gegenseitige Vorurteile zu beseitigen. Wenn sie aber im Rahmen einer Vorbereitung des gemeinsamen Friedensgebetes anstehende Probleme, welche alle Glaubensgemeinschaften betreffen, benennen und gemeinsam nach ihren Lösungen suchen, dann erfühlen sie die Idee ihres Entstehens."

Dagmar Ruhm: "Hunger wird von Menschen verursacht durch Hass, Gier, Unrecht und Gewalt. Jesu Worte: „Was ihr einem dieser Geringsten tut/nicht tut, das habt ihr mir getan/nicht getan …“ (Mt 25,35-44)

Walter Krenn: "Das Christentum hat auch eine politische Verantwortung gegenüber allen Benachteiligten. Es ist verpflichtet „Strukturen der Sünde“, wie Papst Franziskus sie nennt, aufzuzeigen und gerechte Strukturen einzufordern."

Traudi Krenn: "Jeder Mensch ist in den Augen Gottes gleich viel wert, alle haben dieselbe Menschenwürde. Das Geben von Almosen darf daher nicht von oben herab geschehen, sondern auf Augenhöhe und mit Wertschätzung, so wie auch Jesus den Menschen begegnet ist."

Joachim Worm: "Von der Altkatholischen Kirche wurde das Thema Landgrabbing (= Landraub) als schwerwiegender Grund für den Hunger vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien genannt. Die Kleinbauern, Jäger und Sammler werden oft gnadenlos von Spekulanten aus ihrer Heimat vertrieben. Die Religionsgemeinschaften haben sich für ein Hilfsprogramm im Südsudan entschieden und Spenden gesammelt, damit für hungernde, elternlose Straßenkinder Essen gekauft werden kann."

Jasmina Abdelrahman: "Gott hat uns auf eine Art und Weise erschaffen, dass wir erst dann glücklich werden können, wenn wir mit der Umwelt und allen Geschöpfen Gottes gut umgehen. Auch ein reicher Mensch kann seelisch verhungern, wenn er sich nur um das eigene Glück kümmert. Es macht uns alle glücklich und es stärkt unsere Gemeinschaft, wenn wir anderen eine Freude bereiten und teilen."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.