03.06.2016, 09:22 Uhr

Hochwasser im Bezirk Braunau – Katastrophenalarm und 7 Tote in Simbach

BEZIRK BRAUNAU, SIMBACH (ebba). Laut aktuellen Informationen der Freiwilligen Feuerwehr Simbach am Inn ist die Lage in der bayrischen Nachbarstadt derzeit dramatisch. Im Bezirk Braunau wurde der 2. Juni für schulfrei erklärt.



Siehe auch: Nachbar in Not – Braunau und Simbach mehr denn je eine Einheit

UPDATE 7. Juni 18:10 Uhr: Der Freistaat Bayern hat den von Hochwasser betroffenen Bürgern im Landkreis Rottal-Inn heute großzügige Hilfe zugesichert. Bei der Flutkatastrophe der vergangenen Woche handelte es sich um ein Jahrtausendhochwasser. Daher wird den Flutopfern neben den Soforthilfen von 1500 Euro je geschädigten Haushalt – laut Finanzminister Markus Söder (CSU) sind mittlerweile rund sieben Millionen Euro ausbezahlt worden – 80 Prozent, in Einzelfällen sogar bis zu 100 Prozent des Schadens ersetzt.

UPDATE 7. Juni 11:10 Uhr: Da viele Geschäftsleute aus Simbach nicht wissen, ob sie ihren Betrieb nach der Hochwasserkatastrophe wieder aufsperren können, hat die Braunauer Kaufmannschaft "Shopping in Braunau" ein Spendenkonto eröffnet. Das hier gesammelte Geld wird ausschließlich der Kaufmannschaft Simbach zu Gute kommen:

Volksbank Braunau
Kennung: Hochwasser Simbach
IBAN: AT75 4480 0102 9344 0000
BIC: VBWEAT2WXXX


UPDATE 7. Juni 10:30 Uhr: Auch das grenzübergreifende Stadtmarketing, die STS Braunau-Simbach GmbH, hat nun ein Spendenkonto eröffnet:

Raiffeisenbank Braunau, Kennwort "Braunau für Simbach"
IBAN: AT23 3406 0800 0812 8829
BIC: RZOOAT2L060


UPDATE 6. Juni 13:20 Uhr: Das Hochwasser hat in OÖ, einer vorläufigen Schätzung des Landes OÖ zufolge, Schäden in der Höhe von zehn bis 12 Millionen Euro angerichtet. Für die Behebung werden Mittel aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung gestellt. Die Antragstellung ist über das jeweilige Gemeindeamt möglich.

Tipp: Diesen Mittwoch, am 8. Juni, findet in Weng im Innkreis um 19 Uhr im Gasthaus Lengauer eine Infoveranstaltung statt. Dabei erteilen Mitarbeiter des Katastrophenfonds nähere Informationen zu den Richtlinien (Antragstellung, weitere Vorgangsweise, Abrechnung) und beantworten offene Fragen.

UPDATE 6. Juni 12:30 Uhr: Seit dem Vormittag hat sich die Verkehrssituation in und um Simbach wieder verschlechtert. Das Landratsamt und die Polizei bitten darum, dass außer Helfern, Geschädigten und Personen, die dringende, nicht verschiebbare Termine haben, niemand Simbach anfährt. Ausgeschilderte Umleitungen sind unbedingt einzuhalten, außerdem wird empfohlen, die Verkehrsdurchsagen im Radio zu beachten. Der Parkplatz auf der B12 steht heute wegen der Reparaturarbeiten nicht mehr zur Verfügung, so dass sich die Parksituation im Stadtgebiet schwierig darstellt. Besucher und Schaulustige sind in den Krisengebieten unerwünscht!

47 Simbacher werden laut BH Georg Wojak mit heutigem Tag im Flüchtlingsquartier Munderfing betreut.

UPDATE 6. Juni 11:00 Uhr: Laut Christian Biedermann, Specher vom Polizeipräsidium Niederbayern, werden offiziell keine Personen mehr im Hochwassergebiet vermisst. Helfer werden jederzeit noch gebraucht. Diese sollen sich aber bitte an die Feuerwehr Simbach wenden oder sich beim Bauhof in Simbach bzw. über das Bürgertelefon (0049/8561-20725) anmelden, damit ihr Einsatz koordiniert erfolgt. Da sich der Großteil der freiwilligen Helfer auf die Stadt Simbach konzentriert, ein Hinweis: Auch außerhalb von Simbach, in den ebenfalls stark betroffenen Bereichen in Tann und Triftern, werden dringend noch Helfer benötigt.

Wie Robert Kubitschek vom Landratsamt Rottal-Inn mitteilt, können noch keine genauen Angaben darüber gemacht werden, wie viele Menschen durch die Katastrophe nun tatsächlich obdachlos sind. "Jedenfalls können derzeit ganze Straßenzüge nicht bewohnt werden. Das sind sicher rund 1500 Haushalte in Simbach." Er schätzt, dass der Schaden alleine in der Grenzstadt in den dreistelligen Millionenbereich geht, im gesamten Rottal-Inn soll er sich Schätzungen zufolge auf gut eine Milliarde Euro belaufen. In Simbach besonders stark betroffen ist der Bereich Innstraße und Gartenstraße. "Wir müssen uns nach Abschluss der Aufräumarbeiten ansehen, welche Häuser noch repariert werden können. Man wird versuchen, die Gebäude wieder aufzubauen. Das wird eine große Herausforderung", sagt Kubitschek.

UPDATE 6. Juni 09:40 Uhr: Heute Montag wurden die Feuerwehrkräfte aus dem Bezirk Braunau durch 100 Soldaten der Bundeswehr abgelöst. Die FF Überackern bleibt allerdings weiterhin rund um die Uhr mit der Hochleistungspumpe im Einsatz.

Gestern Nachmittag informierte Landrat Michael Fahrmüller (CSU) bei einer kurzfristig einberufenen Bürgerversammlung in Simbach über die aktuelle Lage nach der Hochwasserkatastrophe. Dabei kündigte er den Einsatz von 100 Bundeswehrsoldaten ab 6. Juni an, die den Bürgern bei den Aufräumarbeiten helfen werden. Auch teilte Fahrmüller mit, dass alle Schulen in Simbach auch noch in der Woche 6. bis 10. Juni geschlossen bleiben. Auch die Postzustellung ist derzeit außer Kraft gesetzt. An der Trinkwasserversorgung könne man nun wieder arbeiten, so Fahrmüller. Bis jedoch wieder fließendes Wasser vorhanden ist, werden Shuttlebusse zur Turnhalle des Nachbarorts Kirchdorf fahren, wo die Betroffenen duschen und sich waschen können. Sämtliche Entsorgungskosten im Zuge der Aufräumarbeiten werden vom Landkreis Rottal-Inn übernommen. Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid (CSU) sagte auf der Veranstaltung: "Sagen wir, wie es ist: Uns hat es erwischt!" Er machte den Anwesenden aber auch Mut: "Wir werden unser altes Simbach nicht wieder bekommen, aber wenn wir zusammenhalten, schaffen wir uns ein Neues und Schöneres."
Reiner Fleischmann von der Arbeitsgemeinschaft Seelsorge in Feuerwehr und Rettungsdienst teilte mit, dass derzeit 45 Seelsorger im Landkreis Rottal-Inn im Einsatz sind und mit den Betroffenen sprechen. Man wolle zudem eine Station im Katastrophengebiet als Anlaufstelle errichten. Die Seelsorger sollen die Betroffenen in den nächsten Wochen und Jahren begleiten, zum Beispiel mit Hausbesuchen.

UPDATE 5. Juni 18:40 Uhr: Heute haben erneut 100 Einsatzkräfte aus dem Bezirk Braunau die Aufräum- und Auspumparbeiten im bayrischen Landkreis Rottal-Inn unterstützt. Das Schmutzwasser-Großpumpenaggregat mit einer Leistung von 15.000 Litern pro Minute ist weiterhin im Einsatz.

Bezirkshauptmann Georg Wojak bedankt sich in einer Aussendung bei allen beteiligten Helfern im Rahmen der Hochwasserkatastrophe: "Katastrophen sind verzichtbar. Aber Bezirkshauptmannschaften bei der überörtlichen Katastrophenbewältigung sind es nicht! Auch dieses Mal hat sich gezeigt, dass der BH-Krisenstab um Wojak, Gruber, Gaisbauer, Stoffner und allen Mitarbeitern effizient arbeitet und ein perfekt eingespieltes, harmonisches Kompetenzteam bildet! Unseren Einsatzkräften um Feuerwehren, Rotes Kreuz und Bundespolizei ein großes Dankeschön! Vor allem aber den Straßenmeistereien um die Strassenmeister Reich, Windsberger und Strasser, die mit großem Einsatz die Straßeninfrastrukturschäden beheben! Aber auch den Ehrenamtlichen, die den im Munderfinger Flüchtlingsquartier untergebrachten Simbacher Flutopfern immer wieder Kuchen vorbei bringen und damit zeigen, dass wir Braunauer ganz besondere Leute sind! Und unsere Hilfsbereitschaft im wahrsten Wortsinn grenzenlos ist!"

UPDATE 4. Juni 13:30 Uhr: Laut Polizeipräsidium Niederbayern werden gegenwärtig keine Helfer mehr benötigt. Die Hilfsbereitschaft sei riesig.

Die eingerichteten Parkplätze sind total überfüllt und weiter ankommende Helfer können nicht mehr zu den betroffenen Hochwassergebieten gebracht werden. In und um Simbach haben sich Staus gebildet, die auch den Einsatz der bereits eingesetzten Helfer und deren Fahrzeuge behindern.

UPDATE 4. Juni 09:40 Uhr: Gestern, am 3. Juni, standen elf Feuerwehren aus dem Bezirk Braunau den bayerischen Kameraden in Simbach beim Aufarbeiten der schweren Schäden nach der katastrophalen Hochwasserkatastrophe zur Seite.
Die Freiwilligen Feuerwehren Aching, Braunau, Burgkirchen, Handenberg, Mining, Mitternberg, Neukirchen, Ranshofen, St. Peter, Überackern sowie die Betriebsfeuerwehr der AMAG Ranshofen waren von 8 Uhr bis 19.30 Uhr in erster Linie mit Pumparbeiten in überfluteten Kellern beschäftigt. Außerdem wurde jede Menge Schlamm und Unrat beseitigt. Vom Landesfeuerwehrkommando OÖ wurde die Hochleistungspumpe "Hannibal" angefordert, die bis zu 10.000 Liter Wasser in der Minute wegpumpt. Als Einsatzleiter und Verbindungsoffizier zu den bayerischen Kollegen war Brandrat Johann Treiblmaier mehr als 12 Stunden im Einsatz.

UPDATE 3. Juni 18:10 Uhr: Viele Braunauer packen bei ihren Nachbarn tatkräftig mit an. In einer Schule in Braunau wurde sogar ein Betreuungsraum für Kinder geschaffen, damit die Eltern beim Aufräumen in Simbach helfen können. Über die Facebookseite „Braunau-Simbach helfen Menschen in Not“ organisieren sich die freiwilligen Helfer. Diese sind vor allem damit beschäftigt, die Maßen an Schlamm zu beseitigen. Auch viele Asylwerber packen mit an.

Der durch die Flutwellen entstandene Schaden geht bereits in den mehrstelligen Millionenbereich. Die Gefahr ist laut Meteorologen noch nicht gebannt, da weitere Unwetter für den Raum Bayern angesagt sind. Kleinräumige Überflutungen sind daher noch möglich.

UPDATE 3. Juni 17:20 Uhr: Durch die verheerenden Fluten ist mittlerweile ein weiteres, siebtes Todesopfer zu beklagen. Ein 72-jähriger Landkreisbewohner starb in einem Krankenhaus an den Folgen des Hochwassers. Der Mann wurde gestern ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er aus einem überfluteten Bach im Gemeindebereich Triftern gerettet werden konnte. Vier Personen gelten aktuell noch als vermisst.

Ärgerlich und unverständlich ist, dass Schaulustige die Arbeiten der Einsatzkräfte sowohl in Simbach, als auch in anderen Orten zum Teil massiv behindern. In Simbach musste deswegen sogar die Innbrücke aus Braunau in Richtung Simbach für Fußgänger gesperrt werden, nachdem dort eine größere Gruppe von „Gaffern“ den Einsatzkräften zusätzliche Probleme bereitete.

Was die Plünderungen betrifft meldet das Polizeipräsidium Niederbayern, dass es seit gestern zu keinen weiteren Fällen gekommen ist.
Nach wie vor werden Verkehrsteilnehmer gebeten, die Umleitungsstrecken zu benutzen und die Verkehrssperrungen zu beachten.

UPDATE 3. Juni 11:30 Uhr: Aktueller Lagebericht der Landeswarnzentrale OÖ: Nachdem sich die Lage im Bezirk Braunau am gestrigen Donnerstag deutlich entspannt hat, konnten die Einsatzkräfte noch in den Abendstunden die Aufräum- und Auspumparbeiten weitestgehend abschließen.
In den gestrigen Abendstunden haben die bayrischen Feuerwehren um Unterstützung aus OÖ ersucht. Diesem Ersuchen folgend werden am heutigen Tag Feuerwehreinheiten aus dem Bezirk Braunau mit in Summe 100 Einsatzkräften und 15 Fahrzeugen die Aufräum- und Auspumparbeiten im bayrischen Landkreis Rottal-Inn unterstützen. Ein Schmutzwasser-Großpumpenaggregat mit einer Leistung von 15.000 Litern pro Minute wird aus den Beständen des Katastrophenschutzlagers des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes ins bayrische Einsatzgebiet verlegt.

UPDATE 3. Juni 11:00 Uhr: Zahlreiche freiwillige Helfer sind derzeit unterwegs in das Simbacher Hochwassergebiet. Für die Helfer wurden Parkmöglichkeiten geschaffen. Um die Aufräumarbeiten nicht zu behindern, werden freiwillige Helfer gebeten, nicht in der Lagerhausstraße zu parken. Die Lagerhausstraße wird für Großgerät- und Räumfahrzeuge benötigt. Helfer werden deshalb gebeten, im Bereich der Heraklithstraße beim Tennisplatz oder in der Kiesstraße beim Bauhof zu parken.

UPDATE 3. Juni 08:00 Uhr: Das Polizeipräsidium Niederbayern gab gestern Abend bekannt, dass eine sechste, männliche Leiche in Simbach aufgefunden wurde. Der Mann konnte zwischenzeitlich identifiziert und die Angehörigen verständigt werden. Es handelt sich bei dem Toten um einen 65-Jährigen aus dem Landkreis Rottal-Inn.

Bis Freitagnachmittag gilt in Bayern weiterhin eine Unwetterwarnung: Aber auch in Oberösterreich ist man in Alarmbereitschaft. Freitagnachmittag und am Wochenende werden vor allem im Mühl- und Innviertel teils kräftige Regenschauer und Gewitter erwartet.

Zur Zeit sind elf Feuerwehren aus dem Bezirk Braunau mit zirka 100 Mann in Simbach im Einsatz.

Der Braunauer Bezirkshauptmann Georg Wojak bot den leidgeprüften Bewohnern der Grenzstadt Simbach, die durch die Katastrophe vom Mittwoch ihr Dach über den Kopf verloren haben, Quartiere im Bezirk an. So werden in der Gemeinde Munderfing 47 Bayern kurzfristig eine Bleibe finden. Sie können ein für Asylwerber neu errichtetes Gebäude beziehen, das bislang von Kriegsflüchtlingen noch nicht genützt worden ist.

UPDATE 2. Juni 17.10 Uhr: Soeben informierte uns Albert Sperl, dass nun doch wieder Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem Bezirk Braunau in Simbach mitanpacken dürfen. Etwa 80 bis 100 Mann werden am morgigen Tag zur Unterstützung nach Simbach geschickt.

UPDATE 2. Juni 16.30 Uhr: Soeben wurde bekannt, dass ein weiteres, fünftes Todesopfer in Simbach zu beklagen ist. Drei Menschen werden noch vermisst. Die Leiche eines 75-jährigen Mannes wurde heute geborgen, teilt das Polizeipräsidium Niederbayern mit. Vier Tote waren bereits am Mittwoch entdeckt worden. Die Toten seien laut Polizei 28, 56 und 78 Jahre alt, jene im Nachbarort Julbach verstorbene Frau 80 Jahre alt. Ihre Leiche hing über einen Baumstamm in einem Bach.

Der Landkreis Rottal-Inn hat nach der schweren Unwetterkatastrophe in den Gemeinden Tann, Triftern und Simbach ein Spendenkonto eingerichtet. Spenden können auf das Konto des Landkreises Rottal-Inn bei der Sparkasse Rottal Inn mit mit dem Kennwort „Hochwasserhilfe“ geleistet werden:

IBAN: DE81 7435 1430 0570 0068 09
BIC: BYLADEM1EGF

Unterdessen wächst bei einigen Feuerwehrleuten aus dem Bezirk Braunau Unmut darüber, dass sie am heutigen zweiten Tag der Katastrophe nicht mehr in Simbach mitanpacken durften. "Obwohl vor zwei Wochen beim gemeinsamen Fest der Feuerwehren Braunau und Simbach unsere Politiker noch großspurig von der Gemeinsamkeit gesprochen haben und Grenzen Vergangenheit sind, dürfen viele von uns nicht helfen, obwohl sie gerne würden. Angeblich aufgrund des Katastrophenschutzgesetzes in Bayern", erzählt Albert Sperl von der FF Neukirchen, Zuständiger für Öffentlichkeitsarbeit. "Der viel gepriesene Gedanke der Gemeinsamkeit und des Grenzenlosen geht hier ein wenig verloren", meint auch BFK Josef Kaiser. Aber: "Es muss natürlich alles organisiert ablaufen. Gestern war noch Gefahr in Verzug, daher durften wir mitanpacken. Heuer helfen nur mehr Kräfte der FF Stadt Braunau, weil es hier eine Städtepartnerschaft gibt. Wenn die Simbacher Kollegen Feuerwehren aus anderen bayerischen Landkreisen zuziehen, ist das hinzunehmen. Würden jetzt ungeplante Kräfte aus Braunau dazukommen, könnte der Ablauf dadurch gestört werden", so Kaiser. Dennoch: Ein fader Beigeschmack bleibt, dass man dem Nachbarn nicht helfen darf, obwohl man gerne würde.

UPDATE 2. Juni 16.00 Uhr: Die Landeswarnzentrale OÖ gibt bekannt: Die Lage im Bezirk Braunau hat sich für die Einsatzkräfte heute deutlich entspannt. Die Wasserstände der Bäche sind rapide gefallen und auch die Oberflächenwässer sind stark zurückgegangen.
Es sind hauptsächlich noch Aufräum- und Auspumparbeiten im Gange. Am heutigen Donnerstag stehen seit den Morgenstunden 20 Feuerwehren mit insgesamt zirka 450 Einsatzkräften im Einsatz.
Die Feuerwehr Braunau unterstützt die Einsatzkräfte in Simbach beim Freimachen von Verkehrswegen und einer Brandwache, da in einem Ortsteil derzeit kein Löschwasser zur Verfügung steht. In Summe sind 20 Einsatzkräfte aus Braunau in Bayern im Einsatz.

UPDATE 2. Juni, 13.45 Uhr: Den von der aktuellen Hochwassersituation im Innviertel Betroffenen sagen heute Landeshauptmann Josef Pühringer sowie die Landesräte Elmar Podgorschek und Max Hiegelsberger rasche und unbürokratische Hilfe zu: „Der Katastrophenfonds des Landes Oberösterreich hilft rasch und unkompliziert. Er ist ein bewährtes und eingespieltes System.“ Für die Betroffenen wird daher rasch Unterstützung aus dem Katastrophenfonds bereitgestellt. „Die Antragstellung ist ab sofort über das jeweilige Gemeindeamt möglich“, erklärt Hiegelsberger. „Die vergangenen Stunden und Tage haben wieder einmal gezeigt, wie wichtig das breit aufgestellte Feuerwehrwesen für unser Land ist“, betonen Pühringer und Katastrophenschutzreferent Podgorschek. „Den vielen helfenden Händen danken wir für ihren Einsatz im Rahmen der Vorsorge- und Schutzmaßnahmen und bei der Beseitigung der Hochwasserschäden.“
„Die Höhe des entstandenen Schadens an landwirtschaftlichen Kulturen ist noch nicht abschätzbar. Die kommenden Tage werden intensiv genutzt, um sich einen Überblick zu verschaffen“, sagt Hiegelsberger.
Auch der Freistaat Bayern wird die Geschädigten nicht alleine lassen. Finanzminister Markus Söder (CSU) kündigte an: "Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1500 Euro Soforthilfe pro Haushalt zur Verfügung stellen."

Nähere Informationen zur Hilfe im Katastrophenfall sind auf der Website des Landes Oberösterreich abrufbar: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/60895.htm

UPDATE 2. Juni, 12.30 Uhr: Laut einem Artikel der Salzburger Nachrichten soll es im Simbacher Katastrophengebiet bereits zu Plünderungen kommen. "Die Polizei hat bereits zwei Plünderer aus dem Bereich Salzburg festgenommen, die das Leid der Menschen in Simbach ausnutzen wollten", sagt Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Herrmann verurteilt das Plündern auf Schärfste: "Das ist unbegreiflich und schändlich."
Laut Polizeisprecher Michael Emmer stammen beide mutmaßlichen Täter, ein 22-Jähriger und ein 23-Jähriger, aus Salzburg. Sie wohnen aber mittlerweile nicht mehr im Bundesland. Der Ältere ist in Braunau gemeldet. Die zwei festgenommenen jungen Männer hätten versucht, in der Nacht ein Radio aus einem Auto zu stehlen.
Auch andere ähnliche Vorfälle hätten sich bereits ereignet: Plünderer hielten im Katastrophengebiet in zerstörten Geschäften, Wohnungen und Autos nach Beute Ausschau.



UPDATE 2. Juni, 11:50 Uhr: Der Braunauer Bezirkshauptmann, Georg Wojak, hat sich soeben in einer Aussendung zur Hochwasserkatastrophe geäußert. Darin heißt es unter anderem: "Wir sehen jetzt mit großer Sorge zu unseren bayrischen Nachbarn nach Simbach, wo man das Gefühl hat, dass die Welt untergeht. Ich habe daher heute früh sowohl dem zuständigen Landrat als auch dem Simbacher Bürgermeister angeboten, dass unsere Feuerwehren jederzeit einsatzbereit sind und gerne helfen! Überdies habe ich 20 Plätze für gebrechliche Personen in unseren Altenheimen und 48 Plätze in einem Flüchtlingsquartier angeboten. Wir stehen zusammen! Wer schnell hilft, hilft doppelt! Unsere BH-Mannschaft des Einsatzstabes hat großartige Arbeit geleistet und alle angefallenen Probleme gelöst. Dafür Respekt und Anerkennung! Ganz wichtig ist es mir, nochmals allen Einsatzkräften der Feuerwehren, die im Einsatz waren und noch immer sind, den Mitarbeitern des Roten Kreuzes und der Bundespolizei zu danken!"

UPDATE 2. Juni, 10.30 Uhr: Derzeit sind 62 evakuierte Personen aus Simbach in der Bezirkssporthalle Braunau untergebracht. Für insgesamt 100 Menschen bestünde hier Platz. "Zusätzlich wurden in den Braunauer Altersheimen für pflegebedürftige Fälle Betten reserviert, bis dato wurden diese aber nicht benötigt", informiert Josef Tischlinger von der Bezirkshauptmannschaft Braunau. Für freiwillige Helfer wurde auf Simbacher Seite ein Bürgertelefon eingerichtet – erreichbar unter 0049/8561-20725. Wer sich bereit erklärt, Personen bei sich aufzunehmen, wendet sich bitte an das Rote Kreuz. Jene, die bei den Aufräumarbeiten helfen möchten, wenden sich bitte an die Feuerwehren Braunau oder Simbach.

Aktuelle Information vom Rathaus Simbach, an alle die Simbach helfen oder Spenden abgeben wollen: Bitte zum Bauhof in der Heraklithstraße kommen, von dort aus werden die Einsätze koordiniert und die Helfer zu den entsprechenden Orten gebracht. Bitte NICHT zum Rathaus oder zum Feuerwehrhaus kommen!

UPDATE 2. Juni 2016, 10:00 Uhr: Laut Thomas Gilg von der FF Simbach ist die Lage derzeit "bescheiden". Noch immer ist jede Menge Wasser da, vor allem aber der Schlamm bereitet Probleme. "Die Aufräumarbeiten werden sich sicher über mehrere Wochen ziehen", meint Gilg. Die Einsatzkräfte sind nach wie vor damit beschäftigt, alle Häuser zu durchsuchen, ob noch Menschen eingeschlossen sind. Freiwillige Helfer packen aber zahlreich mit an, auch Kleiderspenden sind schon eingetroffen. Die Wasserversorgung in der Grenzstadt ist zusammengebrochen, auch der Strom ist vereinzelt immer noch weg. Viele Menschen gelangen nicht in ihre Häuser. Hunderte Einsatzkräfte suchen das komplette Stadtgebiet ab, sämtliche umliegende Feuerwehren helfen mit. "Die Zahl der Vermissten schwankt derzeit zwischen zwei und vier", erklärt Armin Angloher, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern.

Laut Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser entspannt sich die Lage im Bezirk Braunau weiter. Einige Bäche hätten zwar noch einen hohen Wasserstand, lägen aber nicht mehr im Überschwemmungsbereich. Im Moment konzentrieren sich die Aufräumarbeiten auf die Bereiche Uttendorf und Weng. "Die Arbeiten dürften wir aber heute abschließen können. Allerdings ist auch in den nächsten Tagen nicht auszuschließen, dass noch größere Regengüsse kommen. Ein Risiko, dass es nochmal zu Überschwemmungen kommt, ist also gegeben", so Kaiser.
Neben Überschwemmungen von privaten Kellern, überfluteten Gewerbebetrieben, landwirtschaftlichen Fluren und Straßen mussten zahlreich Menschen evakuiert werden. "Gröber verletzt wurde aber niemand", sagt Kaiser. Gestern waren rund 1500 Feuerwehrmänner und -frauen plus rund 1000 freiwillige Helfer mit rund 400 Einsätzen beschäftigt. Im Moment sind noch 150 Feuerwehrkräfte auf rund 30 "Baustellen" unterwegs.

UPDATE 2. Juni 2016, 09:00 Uhr: Seit 7 Uhr früh sind wieder zehn Feuerwehren im Bezirk Braunau im Einsatz, um diverse Keller auszupumpen. Das Rote Kreuz im Bezirk Braunau gab vor kurzem auf ihrer Facebookseite bekannt, dass wegen der schweren Überschemmungen in der Nachbarstadt Simbach dort viele Leute ohne Dach über dem Kopf sind. Auf Ersuchen des Braunauer Bürgermeisters wird daher zur Zeit die Braunauer Bezirkssporthalle zur Unterbringung von etwa 100 Leuten vorbereitet. Auf der Innbrücke wird ein Zelt aufgestellt, wo die Leute empfangen werden und zumindest einmal im Trockenen sind. Für die Mitarbeiter der Ortsstellen Altheim und Braunau wurde daher der Ortsstellenalarm ausgelöst. Derzeit sind ausreichend Betten, Verpflegung und Helfer zur Verfügung, heißt es vonseiten des Roten Kreuzes.

Während sich die Lage im Bezirk Braunau langsam entspannt, waren in Simbach in der Nacht auf Donnerstag rund um die Uhr Einsatzkräfte unterwegs. Mit Booten, Fahrzeugen und Hubschraubern holten sie vom Wasser eingeschlossene Menschen aus ihren Häusern. Vier Menschenleben hat die Katastrophe bis dato in Simbach gefordert. Eine Person wird noch vermisst.

UPDATE 2. Juni 2016, 07:00 Uhr: Das schwere Hochwasser hat mindestens vier Todesopfer gefordert. Das gab das Landratsamt Pfarrkirchen am 1. Juni gegen 21.30 Uhr bekannt. Drei Leichen wurden von Tauchern aus einem überfluteten Haus in Simbach geborgen. In Julbach, das ebenfalls im Landkreis Rottal-Inn liegt, wurde eine tote Frau aus einem Bach geborgen.

UPDATE 1. Juni 2016, 17.00 Uhr: Der Krisenstab der Bezirkshauptmannschaft Braunau gibt bekannt, dass der morgige Schultag, 2. Juni, für die Pflichtschulen – also Volksschulen, Neue Mittelschulen, Polytechnische Schulen und Sonderschulen – im Bezirk Braunau für schulfrei erklärt wird.
Aufgrund von Überflutungen und Straßensperren sind viele Schulen nur sehr eingeschränkt erreichbar. Sollten Eltern mangels anderer Betreuungsmöglichkeit ihre Kinder zur Schule bringen wollen, sind die Schulen natürlich geöffnet.



"Der Damm ist nicht gebrochen, aber wir haben jede Menge Wasser", so ein Feuerwehrmann aus Simbach. Die genaue Höhe des Wassers könne man nicht abschätzen. Fakt ist aber, dass viele Häuser mindestens zur Hälfte unter Wasser stehen. Pkw schwimmen im Stadtgebiet umher. Die Einsatzkräfte sind damit beschäftigt, Hilfesuchende und in Pkw eingeschlossene Menschen zu retten. Die Feuerwehr ist auf Booten unterwegs. Besonders betroffen ist Triftern. Auch Helikopter sind mittlerweile im Einsatz, um Menschen zu retten. Alle zur Verfügung stehende Kräfte packen mit an.
Zahlreiche Kinder sind in Schulen eingeschlossen. Die Verbindung zwischen Braunau und Simbach – die Innbrücke – ist gesperrt. "Verletzte gibt es bisher keine", heißt es vonseiten der FF Simbach. Kameraden aus Braunau sind zur Unterstützung in der Nachbarstadt im Einsatz. Kranke und gebrechliche Personen aus Simbach werden auch in den beiden Seniorenheimen des Sozialhilfeverbandes Braunau untergebracht.

550 Notrufe – 1400 Kameraden im Einsatz

Im Bezirk Braunau hat sich hingegen in einigen Gemeinden die Lage wieder entspannt, andernorts scheint das Keller auspumpen und Sandsäcke verteilen jedoch gar kein Ende zu nehmen. 69 Feuerwehren wurden seit den frühen Morgenstunden zu über 360 Unwettereinsätzen im Bezirk Braunau alarmiert. In der Landeswarnzentrale gingen bis 16 Uhr zirka 550 Notrufe ein. Es stehen etwa 1400 Feuerwehrmitglieder im Einsatz.

Hauptsächlich vom Hochwasser betroffen sind derzeit die Gemeinden Weng, Altheim, Moosbach, Maria Schmolln, Schwand, Handenberg und Polling. "In den anderen Gemeinden hat sich die Lage wieder etwas beruhigt", sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser. Viele Gebiete im Bezirk sind aber noch völlig überflutet.



Allein in Altheim leistete die hiesige Feuerwehr 40 Hilfsleistungen. 39 Kräfte der FF Altheim stehen derzeit im Einsatz. Zusätzlich werden sie von neun Mitarbeitern des Bauhofes und 12 Mitgliedern der Betriebsfeuerwehr Wiehag unterstützt. Größtenteils mussten Keller ausgepumpt und Straßen gesperrt werden. In Gaugsham wurde ein verunglückter Autofahrer mit einem Traktor aus seinem Fahrzeug aus den Wassermaßen gerettet.

In der Gemeinde Moosbach, aber auch bei der Messstelle Mamling (Gemeinde Mining) ist laut Krisenstab der BH Braunau ein 100-jähriges Hochwasser festzustellen, während an der Salzach nur ein einjähriger Hochwasserstand zu verzeichnen ist.

Im Abschnitt Wildshut war laut FF im Wesentlichen nur Ibm betroffen. Sonst gab es kleinere Schäden. Vor allem aber wurde der Abschnitt Mauerkirchen mit den Gemeinden Moosbach, Treubach, Mauerkirchen und Weng in Mitleidenschaft gezogen. In Weng standen zirka 200 Keller unter Wasser.

Generell waren kleinere Gewässer stärker betroffen, Salzach und Inn hatten keine bedenklichen Stände. Bei den meisten Rückhaltebecken sind noch Volumen frei – dahingehend kein bedenklicher Stand. Einzig das Rückhaltebecken Sonnleiten wird in absehbarer Zeit vollständig gefüllt sein, wenn die Regenfälle weiter so anhalten.

Keine Verletzten oder Toten im Bezirk Braunau

Verletzte oder gar Tote wurden nicht gemeldet. Das Gerücht, eine Kfz-Lenkerin sei in ihrem Fahrzeug eingeschlossen und weggeschwemmt worden, entspricht laut Krisenstab nicht der Wahrheit.

Laut Auskunft des Gewässerbezirkes Braunau gab es seit gestern 18 Uhr über 100 mm Niederschlag pro m². Aktuell lässt die Niederschlagsmenge nach.

Kritisch kann der Florianer Brunnbach werden, wenn das Rückhaltebecken Sonnleiten (südlich von Mauerkirchen) in nächster Zeit voll wird. Der Stand des Beckens wird von der örtlichen Feuerwehr beobachtet . Dies wäre der kritischste Bereich im Bezirk. Ohne dieses Becken wäre Mauerkirchen wahrscheinlich massivst betroffen gewesen.

Prognose für das Kraftwerk in Braunau: Unter 2500 m³, letzter Hochwasserstand 7000 m³. Damit gibt es beim Inn keine konkrete Gefahr.

Derzeitige Wasserstände (Stand 1. Juni, 23 Uhr):
Mamling (Ach): 239 cm
Jahrsdorf (Mattig): 189 cm
Ach (Salzach): 473 cm
Braunau (Inn): 696 cm

DANKE an alle Einsatzkräfte!

Mehr Infos zur aktuellen Situation im Bezirk Braunau finden Sie hier

Fotos: Daniel Scharinger, Manfred Fesl, FF
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