14.06.2017, 13:53 Uhr

LESERBRIEF

Innviertler Landler – eine Rarität, die bewahrt werden muss!

"Die Braunauer Musikkapellen sollen in einem gemeinsamen Probelokal im Schloss Ranshofen zusammengefasst werden. Die damit verbundenen hohen Kosten könnten für sie und ihre Innviertler Musiktradition unter Umständen das „Aus“ bedeuten.

Es ist kaum jemandem bewusst: Der Innviertler Landler ist in der Landschaft der Volksmusik eine wohl einmalige Rarität. Die Besonderheit dieser Musik ist, dass sie sich nur auf das Gebiet des Innviertels beschränkt und in dieser Form nirgends sonst zu hören ist. Die Melodie – der speziell angehängte Jodler und vor allem der rhythmisch vorgezogene Dreivierteltakt – macht ihn zur Rarität innerhalb der österreichisch-bayrischen Ländlermusik. Braunau war mit der Familie Simböck eine Hochburg dieser einmaligen Sing- und Spielweise.

Durch die von der Stadt geplante Zusammenlegung des Probelokals für alle Musikkapellen, droht die Gefahr des finanziellen Niederganges, da die angesetzten Miet- und Betriebskosten für die Musikkapellen nicht finanzierbar sind. Ihre öffentlichen Auftritte sind meistens unentgeltlich. Einnahmen kommen unter anderem nur vom Neujahrsanblasen und einigen Spenden. Mit einem befürchteten „Aus“ würde auch die Innviertler Tradition einen schweren Schlag erleben.

Es ist nicht ganz verständlich, warum die Stadt auf dieser Lösung beharrt, gäbe es doch für die fünf Kapellen Lösungen, die nicht auf diesem 1,3-Millionen-Euro-Plan basieren. Die Ortsmusik, die Blankenbacher Tanzlmusik und eventuell die Werkskapelle könnten im Bibliothekstrakt des Schlosses in den adaptierten Räumen der ehemaligen Metzgerei Frank eine Heimat finden. Die Stadtkapelle könnte in den für sie im Feuerwehrhaus errichteten Proberäumen bleiben, wenn für den Raumbedarf der Feuerwehr am Grundstück Platz geschaffen wird, der einen Bruchteil der Baukosten des Gemeinschafts-Probenkonzeptes Ranshofen ausmacht. So wären auch diese Fragen gelöst. Für die Eisenbahnermusik findet sich sicherlich auch eine passende Lösung.

Die Kulturpolitik der Stadt sollte jedenfalls alles unternehmen, dass der Innviertler Landler als erhaltenswertes und einzigartiges Kulturgut unter Schutz der UNESCO gestellt wird."

Ein Leserbrief von
Peter Krebs, Team 68 Braunau
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