13.02.2018, 13:49 Uhr

LESERBRIEF: Was nützt ein Parkdeck?

Was nützt ein Parkdeck? Um einzukaufen – im Stadt-Zentrum? Dazu vermissen wir den Anreiz. Denn Kleidung (und sonst allerlei) bestellen wir ja im Internet. Oder wir fahren nach Salzburg zu H&M und dergleichen – oder nach Bayern. In Simbach kaufen wir Lebensmittel, Waschmittel, Kosmetika und sonstige Toiletten-Artikel beim Rossmann oder DM – oder in den Braunauer Märkten: wie Hofer, Penny, Lidl oder Billa. Nur der Metzger Rödhammer lockt Kenner in die „Linzer Straße“, weil er wirklich gut ist – und weil es ihn noch gibt.

Ausgestorben fast ist die „Linzer Straße“. Deren Parkflächen sind frei – wie auch jene auf dem Stadtplatz. Ihn füllt nur mehr der Markt-Tag am Mittwoch. Nur da vergisst man die verwaisten Geschäftsräume und geschlossenen Gast-Stätten. Auch Kaffeehäuser schwinden. Was kann da noch wiederbelebt werden – durch ein Parkdeck? Verhindert es, dass der Stadtplatz verkommt – zu einer Durchzugs-Straße nach Simbach? Denn die Tiefkühlbrötchen backen wir uns selber auf und unsere Packerl lassen wir zustellen oder holen sie ab – beim Postamt am Stadtrand.

Im Zentrum bleibt bedeutsam: das Krankenhaus. Dieses wird aufgesucht – von Patienten, von deren Besuchern, von Ärzten und vom Personal für Pflege und Wartung. Alle sind motorisiert. Für so viele Autos wäre zu winzig: das geplante Parkdeck.

Es ließe sich ersetzen – zum Glück! Denn in nächster Zukunft befördern uns ja selbstfahrende Autos. Ihnen entstiegen wir vor dem Krankenhaus und befählen dann via Handy, dass unser Fahrzeug sich suchen solle – selbstständig einen Parkplatz, und zwar im Stadtgebiet, auf der Filzmoser-Wiese oder beim ÖBB-Terminal (beim ehemaligen Hofer).

Vom jeweiligen Stellplatz würde auch wieder ausgeparkt werden – ebenfalls automatisch, wenn wir per Handy-Befehl unser Auto zurückbeorderten. Dessen Ankunft könnten wir abwarten – im Brunner-Park. Bei schönem Wetter im Laub-Schatten weilten wir schmunzelnd, wenn wir bedächten, was wir vorfänden an Stelle der prächtigen Bäume und Blumenbeete: Nämlich einen Beton-Klotz von der Höhe eines sechsstöckigen Hochhauses, ummieft von Abgasen und Reifenabrieb – das rückständige Parkdeck, auf welches sich einstmals versteift haben – türkise und rote Gemeinde-Mandatare.

Leserbrief von Karl Ellinger, im Namen des Vereins Lebenswertes Braunau
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