17.10.2016, 22:34 Uhr

Mönche besuchten das Oberinnviertel

Beim Gebet anlässlich der Dialogtage in Moosdorf (Foto: Sandy Reindl)
Wie läuft das Leben in einem tibetischen Exilkloster ab? Wie wird der nächste Dalai Lama bestimmt? Wird man wirklich wiedergeboren, möglicherweise als Tier? Wie kann man so viel Frieden ausstrahlen, obwohl man in seiner Heimat verfolgt wird und nichts besitzt? Jede Menge unterschiedlichster Fragen prasselten auf drei Mönche ein, die auf Einladung des Moosdorfer Friedensdialogs aus einem exiltibetischen Kloster ins Oberinnviertel gereist waren sich im Rahmen der Moosdorfer Dialoge 2016 einen Informationsabend gestalteten.

Als Jugendliche wagten sie den lebensgefährlichen Fußmarsch quer über den Himalaya, um den chinesischen Soldaten im besetzten Tibet zu entgehen. Mit mehr als 3.000 anderen Mönchen leben sie seither in einem südindischen Exilkloster, wo sie ihren Glauben praktizieren, ihre Gebete für den Dalai Lama sprechen dürfen und wo sie davon träumen, irgendwann wieder ohne Verfolgung zu ihren Familien nach Tibet zurückkehren zu dürfen. Nun besuchten die drei Mönche das Oberinnviertel und erzählten von ihrer Kultur, ihrem Leben und ihrem unerschütterlichen Glauben an den Frieden, der – wie sie nicht müde werden zu betonen – im Kopf jedes einzelnen Menschen entsteht.

Die beiden Tage, an denen sich die tibetischen Gäste in der Wohlfühlregion Seelentium aufhielten, waren beinahe zu kurz für alle Fragen und Besuche. So stand eine kurze Wanderung am Friedensweg in Hochburg-Ach ebenso am Programm wie ein kleiner Empfang durch die Franz Xaver Gruber Gemeinschaft im Gruber-Gedächtnishaus sowie ein Besuch in der Jausenstation Seeleiten hoch über dem Ibmer Moor. Zu den Höhepunkten des Besuchs zählten die Besuche der Volksschule Moosdorf und der Neuen Musikmittelschule Eggelsberg, wo die Schülerinnen und Schüler nicht müde wurden, den Mönchen die unterschiedlichsten Fragen zu stellen. Für das Moosdorfer Friedensdenkmal wurden dann auch noch drei Ziegel geformt, die im kommenden Frühjahr in das Denkmal eingebaut werden.

Der Moosdorfer Friedensdialog setzt seit 13 Jahren regelmäßig Impulse, mit denen Menschen angeregt werden, sich mit friedensrelevanten Themen zu beschäftigen. „Friede beginnt in der Nachbarschaft, in unserem Verhältnis zur Natur, zu unseren Gewässern ebenso wie zu Tieren und Pflanzen“, erläutert Obmann Josef Bachleitner die Grundidee des Vereins, „vor allem aber ist es für ein friedliches Zusammenleben entscheidend, miteinander zu sprechen, sich kennen zu lernen und einander zu verstehen. Daher ist es uns so wichtig, Vertreter einer ganz anderen Kultur einzuladen und zu versuchen, ihre Gedankenwelt zu verstehen!“

Interessenten am Moosdorfer Friedensdialog können sich wenden an:
Obmann Josef Bachleitner, Tel. 0650 8119100
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