09.11.2016, 15:35 Uhr

Neues Buch über Kriegende von Braunau

Die Intensivarbeit am Computer zu diesem Buch begann vor rund zehn Monaten. (Foto: Geiring)
Peter Krebs bringt neues Geschichtsbuch über das Kriegsende in Braunau heraus.

BRAUNAU (gei). In seinem vierten Band der Buchdokumentation Braunau - Ranshofen beschäftigt sich Peter Krebs unter dem Titel "Kriegsende in der Geburtsstadt des Führers" detailliert mit den letzten Stunden des Dritten Reichs in der Geburtsstadt von Adolf Hitler. Die Idee zu dem vierten Band der Buchdokumentation entstand durch die zahlreichen Recherchen zu den vorhergehenden Geschichtsdokumentationen. "In allen Quellen, die ich damals beschaffen konnte, war das Themen Stadtübergabe und Einzug der US-Streitkräfte aufgeführt, allerdings wurden die handelnden Kommandeure nach meiner Meinung nicht eindeutig dargestellt. Es blieben für mich immer wieder Fragen offen, die ich nicht beantworten konnte", erläutert Krebs seine Absicht einen vierten Geschichtsband zu schreiben.

Nun begab er sich auf Spurensuche und wurde schließlich fündig. Als Anstoß bezeichnet er das Buch über die Geschichte der Black-Cat-Division, das er von seinem langjährigen Freund Helmut Plank aus Simbach bekommen hatte. Schließlich waren es jene amerikanischen Einheiten, die Simbach und Braunau eroberten.

Hinzu kamen wichtige Erkenntnisse, die er auf der Internetseite von "Braunau History" und aus dem Buch über die Geschichte des Aluminiumwerkes Ranshofen von Walter Kaiserseder gewinnen konnte. Nun war der Grundstein gelegt und mit entsprechendem Ehrgeiz suchte man nun nach weiterem Material. Schließlich hatte Krebs begonnen, nationale und internationale Kontakte zu knüpfen, um noch mehr Anhaltspunkte und Material zu sammeln. Als weitere Bezugsquellen diente neben dem heeresgeschichtlichen Museum auch die österreichische Nationalbibliothek und bekannten Geschichtsseiten im Internet. "Durch meine bisherigen Recherchen und den neu gewonnenen Erkenntnissen musste ich nun alles mühselig wie viele Mosaiksteinchen zusammensetzen", erinnert sich Krebs.

Auf rund 150 Seiten wird zunächst die Geschichte der Black-Cat-Division von ihrer Ankunft am 29. Januar 1945 in der Hafenstadt Le Havre im Nordwesten Frankreichs beschrieben. Der Weg der Division führte anschließend weiter in Richtung Saarbrücken und dann ins berüchtigte Ruhrgebiet. Erst am 24. April betraten die ersten Soldaten bayerischen Boden. Über Wörth an der Isar und Plattling ging es nun weiter nach Süden. In den frühen Morgenstunden des 1. Mai rückte die 13. "Black-Cat" Panzer-Division über Roßbach nach Arnstorf in den heutigen Landkreis Rottal-Inn vor und besetzte bis Mittag Malgerdorf (4 Uhr), Falkenberg (8 Uhr) und Eggenfelden (12 Uhr).

Während eine Panzerspitze der Division von Pfarrkirchen traf eine zweite Einheit von Kößlarn her kommend über Münchham in Ering ein. Detailliert werden in dem Buch die letzten Stunden vor dem Einmarsch der Amerikaner in Braunau beschrieben. Nachdem am 1. Mai Simbach bereits von amerikanischen Einheiten eingenommen wurde, geriet die Nachbarstadt Braunau nun zusehends in Bedrängnis. Auch wenn von linientreuen Nationalsozialisten ein Durchhalten unter allen Umständen ausgerufen und die Übergabe der Stadt Braunau kategorisch abgelehnt wurden, gab es doch einsichtige Personen, die den Ernst der Lage erkannten und eine kampflose Übergabe forderten. Hier schildert nun Krebs die genauen Vorkommnisse um Major Wilhelm Grünwaldt, der als Abschnittskommandant die Verteidigung der Stadt Braunau übertragen bekommen hatte. Beschrieben werden in dem Buch auch die schwierigen Übergabeverhandlungen zwischen dem Verhandlungsstab von US-General Wayland Augur und den Parlamentären von Simbach und Braunau. Sprichwörtlich kurz vor 12 Uhr konnte die Katastrophe dann doch noch verhindert werden und Braunau wurde kampflos übergeben.

Für die bereits in Stellung gegangenen Artillerieeinheiten auf den Hügel rund um Simbach wäre es eine leichte Aufgabe gewesen, die Geburtsstadt Adolf Hitlers in Schutt und Asche zu legen. Gott sei Dank ist es dazu nicht gekommen. Das Buch ist in jedem Fall für alle Geschichtsinteressierten von großem Interesse, da Krebs nicht nur bekannte Fakten, sondern durch seine umfangreichen Recherchen die Hintergründe detailliert aufführt und so die letzten dramatischen Stunden des 1000-jährigen Reichs in unserer Region Revue passieren lässt. Das Buch wird zunächst in einer Auflage von 500 Stück angefertigt und ist in den Buchhandlungen der beiden Grenzstädte erhältlich.

Fotos: Geiring
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