"Bodenseewein"
Sepp Möth übt „Tiefenrausch“

Das Versenken der Fässer war ein Ereignis - hoffen wir, dass der Wein im Herbst dann ein ebensolches sein wird.
  • Das Versenken der Fässer war ein Ereignis - hoffen wir, dass der Wein im Herbst dann ein ebensolches sein wird.
  • Foto: Christian Schramm
  • hochgeladen von Christian Marold

Bregenzer Winzer versenkte zu Forschungszwecken Fässer im Bodensee

Der nie um Ideen und PR-Aktionen verlegene Bregenzer Winzer Sepp Möth startete letzte Woche ein ungewöhnliches Projekt und versenkte zwei 1000-Liter-Fässer seines Weins für eine gewisse Zeit im Bodensee und das in 60 Metern Tiefe.

„Der Tiefenrausch ist ein Phänomen, das bei Tauchern ab 40 Metern Tiefe auftreten kann und zu unlogischem Handeln verleitet. Wenn man zu viel Wein getrunken hat, ist das ebenso“, steht auf der Ankündigung für das Projekt „Tiefenrausch“. Passende Worte angesichts der Aktion, bei der Möth zwei 1000-Liter Fässer mit Rot- bzw. Weißwein im Bodensee versenkte, um (eventuelle) Folgen zu analysieren.

Emtgegen vielen Unkenrufen ist dies aber keineswegs eine reine PR-Aktion, wie Möth gegenüber den Medien (die überregional Interesse an dem ungewöhnlichen Vorhaben zeigten) versichert. „Die gleichbleibende Temperatur von 4 Grad Celsius, der enorme Druck und die Dunkelheit könnten sich auf die Reifung und damit auch die Qualität des Weines auswirken“, ist sich der urige Weinbauer, der als einziger Vorarl-
berger Winzer auch schon Preise gewinnen konnte, sicher. Auch wenn Laien jetzt meinen, dass in einem Stahlfass Druck und Temperatur keine Rolle spielen und die Dunkelheit ohnehin vorgegeben ist, scheint dem nicht so. „Die Aktion wird wissenschaftlich betreut; wie genau das Ergebnis sein wird, kann man noch nicht sagen, da es sich bei dem Vorhaben ja um ein absolutes Novum handelt!“

Ergebnis im November
Jedenfalls wurden alle - grenzüberschreitenden! - Vorgaben erfüllt, die Taucher der Wasserrettung brachten die beiden Fässer sicher bis zum Grund und in einem guten halben Jahr wird zumindest der Weißwein wieder - so dies funktioniert - an Land geholt, abgefüllt und verkostet. Ob Sommeliers dann einen Unterschied ausmachen können, ist eine der spannenden Fragen des kommenden Novembers.

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