Brigittenau
Ärger über Lärm am Handelskai

Wegen des starken Verkehrslärms am Handelskai trägt die kleine Tochter des Anrainers Ronald Gelbard einen Ohrenschutz.
  • Wegen des starken Verkehrslärms am Handelskai trägt die kleine Tochter des Anrainers Ronald Gelbard einen Ohrenschutz.
  • Foto: Sabine Kramer
  • hochgeladen von Kathrin Klemm

Anrainer leiden unter dem starken Verkehr, doch Verbesserungsvorschläge stoßen auf Widerstand.

BRIGITTENAU. Ständige Lärmbelästigung durch Verkehr, Öffis und Züge – das bedeutet eine Wohnadresse am Handelskai. „In unserer Wohnung haben wir 80 Dezibel gemessen“, erzählt Anrainer Ronald Gelbard. Dies entspricht in etwa einem laut schreienden Baby oder einem vorbeifahrenden Motorrad.
Rund 10.000 Menschen leben zwischen der Floridsdorfer Brücke und der Südosttangente. Viele von ihnen wünschen sich eine Verkehrsberuhigung. Aber könnte dies umgesetzt werden? Die Anrainer hätten konkrete Ideen.

Viele Verbesserungsvorschläge

Entlang des Handelskais ist es bis zu 75 Dezibel laut, so die Daten der strategischen Lärmkarte des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. „Lärm kann im Körper eine Stressreaktion auslösen", heißt es seitens des Bundesministeriums für Gesundheit. Der Körper reagiert mit Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz, einer Veränderung der Schlaftiefe und der Muskelspannung bis hin zu Aufwach- und Schreckreaktionen. "Dauernder Lärm kann das seelische Befinden und die Lebensqualität beeinträchtigen.“

Seit acht Jahren sammeln die Anrainer Ideen für eine Lärmreduktion. Diese reichen von einer Fahrbahnreduktion über nächtliche Verkehrsbeschränkung oder verstärkte Polizeikontrollen für Raser bis hin zu Umleitungen oder Sackgassen für bestimmte Straßenzüge. „Viele dieser Ideen wurden bei einer Fahrbahnsanierung umgesetzt, haben aber leider zu keiner Verkehrsberuhigung geführt“, sagt Ronald Gelbard.

Zum Vorwurf, dass eine Verlagerung von Verkehrsströmen zu einer Beeinträchtigung in anderen Gebieten führen könnte, meint der Anrainer: „Eine Verlagerung des Verkehrs könnte auch in Straßenzüge mit Bürogebäuden, Supermärkten oder Tankstellen führen."

Kontrollen am Handelskai

Eine Idee der Anrainer wäre eine Reduktion auf Tempo 30, für die Verantwortlichen ist dies keine Option. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Überlegungen zu einer Geschwindigkeitsbeschränkung“, stellt Iris Wrana, MA 46 Verkehrsorganisation und technische Angelegenheiten, fest. Denn der Handelskai sei ein Teil des hochrangigen Straßennetzes und ein Hauptverkehrsträger wichtiger Anbindungen.

Darüber hinaus zählt der Handelskai laut Polizei zu den bestüberwachten Verkehrsstrecken im 20. Bezirk. „Stationäre Radarkabinen und laufende Einsätze der Radargruppe der Landesverkehrsabteilung Wien sowie beinahe täglich durchgeführte Lasermessungen führen zu einer sehr hohen Dichte an Geschwindigkeitsüberwachungen“, so Polizeisprecher Harald Sörös.

Für einen Lokalaugenschein war Bezirksvorsteher Hannes Derfler (SPÖ) bereits vor einigen Jahren vor Ort. Er wollte sich mit dem Thema inhaltlich befassen und über die Ergebnisse der Beratung informieren. Angebotene Unterstützung durch die Anrainer in Form von Unterschriftenlisten, Bürgerforum oder elektronischen Plattformen lehnte Derfler jedoch ab, weil dies „zur Zeit nicht erforderlich sein wird.“

Autor:

Sabine Krammer aus Floridsdorf

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