Hausärzte in der Brigittenau: Wie es um sie steht

Das persönliche Gespräch mit dem Arzt ist wichtig – dadurch kommt es jedoch auch zu längeren Wartezeiten.
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  • Foto: MEV Verlag GmbH
  • hochgeladen von Kathrin Klemm

Immer mehr Bezirke klagen über Ärztemangel. In der Brigittenau sieht es jedoch besser aus.

BRIGITTENAU. Den richtigen Hausarzt zu finden, ist eine Herausforderung. Immerhin gibt es 731 Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in Wien. 35 davon ordinieren in der Brigittenau. Das ergibt bei mehr als 87.000 Bewohnern, dass im Durchschnitt jeder Mediziner rund 2.400 Patienten betreut.

Ein Rundruf der bz zeigt, dass die Praxen zwar ausgelastet sind, aber dennoch neue Patienten aufgenommen werden.

Kurze Wartezeiten

Bei einer Stichprobe von 15 Ärzten nehmen alle bis auf einen noch neue Patienten auf. Doch geht betreffender Mediziner Ende 2018 in Pension, ab Jänner können Brigittenauer seinen Nachfolger aufsuchen. Übrigens ist dieser Arzt der einzige, der heuer im Bezirk in Pension geht.
Großteils ist mit kurzen Wartezeiten zu rechnen, lediglich bei zwei Hausärzten müsse man bis zu zwei Stunden warten. Zwei Mediziner vergeben Termine am selben Tag, sodass Patienten vor der Behandlung nicht lange in der Ordination ausharren müssen. Viele Allgemeinmediziner im Bezirk bieten Öffnungszeiten am späten Nachmittag oder abends an, was Berufstätigen zugutekommt.

"In unserem Bezirk haben in den vergangenen Jahren fünf Ordinationen zugesperrt", erzählt Mediziner Paul Prem, Bezirksärztevertreter. Das liege daran, dass die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) für Primärversorgungszentren, sogenannte Primary Health Care (PHC), einspare. Neben dieser Umsetzung des Regionalen Strukturplans Gesundheit seien aber auch Probleme bei der Nachbesetzung Grund für den Medizinerrückgang, so Silvia Jirsa von der WGKK. "Prinzipiell wird es immer schwieriger für uns, Nachfolger zu finden, es sind nur sehr wenige Bewerber in Ausbildung", sagt Prem.

"Um Nachbesetzungsschwierigkeiten bei Allgemeinmedizinern zu verhindern, gibt es in diesem Fachgebiet eine Ausnahme der gesetzlichen Altersgrenze", so Jirsa. Damit müssen Hausärzte nicht mit 70 Jahren ihre Praxis und ihren Vertrag abgeben.


Zukunft unsicher

Problematisch könnte es künftig werden, denkt man an die prognostizierten Bevölkerungszahlen, die möglicherweise einen Ärztemangel mit sich bringen. Denn die Brigittenau ist laut Daten der MA 23 Wirtschaft, Arbeit und Statistik der Bezirk mit dem zweitstärksten Bevölkerungsanstieg (siehe Artikel über die Prognose der Statistik Wien). So soll es bereits Mitte der 2030er-Jahre mehr als 100.000 Einwohner geben. Dies liegt mitunter daran, dass am ehemaligen Nordwestbahnhof ein neuer Stadtteil mit zahlreichen Wohnungen und Arbeitsplätzen entsteht.

Hier versucht die WGKK, dagegen zu steuern, und forciert vermehrt die Gründung von Gruppenpraxen. Auch wolle man auf diese Weise aktuell nicht besetzte Stellen für Ärzte attraktiver machen. Auch für Patienten verspricht das Verbesserungen: Längere Öffnungszeiten inklusive Tagesrandzeiten, durchgehende Öffnung während des ganzen Jahres sowie Teamarbeit bringen Vorteile.

Schreiben Sie uns

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ärzten in der Brigittenau gemacht? Schreiben Sie einen Leserbrief an brigittenau.red@bezirkszeitung.at oder per Post an Redaktion Brigittenau, Weyringergasse 35, 1040 Wien.

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