Der Dolomitenkasperl
Ein Kasperltheater ohne Gewalt

Kasperl ist Kult!
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Die Brigittenauerin Carmen Hron bietet mit ihrem "Dolomitenkasperl" Kasperlgeschichten zum Nachdenken.

BRIGITTENAU. DONAUSTADT. Seit dem 18. Jahrhundert ist der Kasperl eine Wiener Kultfigur. Dass der freche Knabe mit der markanten Zipfelmütze niemals unmodern wird, beweist der Erfolg der neuesten Kasperlfigur, der Dolomitenkasperl. Von der Brigittenauerin Carmen Hron 2009 zum Leben erweckt, tritt der Spaßvogel mit seinen Freunden Clementine, dem Huhn und der Giraffe regelmäßig in Wien auf.

"Ich besitze mittlerweile rund 20 Klappmaulfiguren und trete mit ihnen auf Weihnachts- und Ostermärkten wie auf der Freyung, in Volkshochschulen sowie einmal im Monat im Ikea Nord auf", erklärt die gelernte Montessori-Pädagogin. "Auch für private Kindergeburtstage samt Nachmittagsanimation kann man mich buchen."

Pädagogische Geschichten

Die Figuren werden allesamt von Hron gespielt, die auch die Stücke selber schreibt. "Ich schreibe keine klassischen Kasperlgeschichten. Es wird niemand gehaut, auch das Krokodil nicht. Gewalt bei Kindern möchte ich nicht und das klassische Gut und Böse ist auch nicht meins", so die Mutter eines 18-jährigen Sohnes. "Die Stücke haben einen pädagogischen Hintergrund. Zum Beispiel muss das Zebra zum Arzt gehen, hat aber Angst vor einer Spritze. Dann kommt die Angstpuppe, das ist ein kleines Männchen, und der Kasperl und die Kinder lenken das Zebra mit Gesang ab."

Das Kasperltheater richtet sich an Kinder bis 6 Jahre, ein eigenes Kleinkindertheater begeistert Kinder im Alter von eineinhalb bis zwei Jahre. "Je kleiner die Kinder, desto länger können sie sich konzentrieren. Kleine Kinder kann man gut in seinen Bann ziehen", so Hron, die 2008 eine Puppentheaterausbildung absolvierte. "Ich möchte nicht nur unterhalten, sondern auch die anwesenden Eltern zum Nachdenken anregen", erklärt die Pädagogin, die als Kind Abonentin des Kaperltheaters in der Urania war. "In einer Geschichte etwa verfängt sich die Maus im Wald in einem weggeworfenen Plastiksackerl. Aber oft bestimmen die Kinder den Verlauf des Stücks. Wenn sie etwa unruhig werden, muss ich improvisieren."

Stück für Erwachsene geplant

Neben den Eltern der kleinen Kasperlfans möchte Carmen Hron in Zukunft auch andere Erwachsene mit ihrem Puppenspiel begeistern. "Ich schreibe gerade ein Figurentheaterstück für Erwachsene. Ich möchte tiefgründig die Esoterikszene auf´s Korn nehmen." Der größte Traum der Brigittenauerin: Beim Figurentheaterfestival in Wels aufzutreten. "Mittlerweile bin ich gut genug, um mich der Kritik meiner Kollegen zu stellen. Mein großes Idol ist übrigens der australische Puppenspieler Neville Tranter – der ist für mich eine Ikone!"

Zur Sache

Der Dolomitenkasperl kommt am Samstag, den 19. Jänner um 11 und um 14 Uhr zum Ikea Nord (Sverigestraße 1A, 1220 Wien).

Am Freitag, 18. Jänner findet um 15.30 Uhr in der Volkshochschule Heiligenstadt (Heiligenstädter Straße 155, 1190 Wien) das spezielle Mitmach-Theater für Kleinkinder "Kasperl und der Igel: Waldtiere und Winter" statt. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Infos und weitere Termine gibt es unter www.dolomitenkasperl.at

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