13.02.2017, 09:37 Uhr

Brigittenau: Die Bewohner des Johann-Plocek-Hofs müssen weiter auf Renovierung warten

Eva Tormann vor der umstrittenen und nur provisorisch montierten Gegensprechanlage. (Foto: Krammer)

Seit 2011 verschieben sich die längst überfälligen Sanierungsarbeiten.

BRIGITTENAU. Die Zustände des 1925 errichteten Gemeindebaus in der Denisgasse 54 sind gefährlich – freihängende Kabel, nur provisorisch verlegte Leitungen, ein nicht schließendes Eingangstor, Sprechanlagen, bei der sich mehrere Mieter einen Klingelknopf teilen und eine schreckliche Taubenplage. Bereits 2011 wurde den Mietern gegen eine Mieterhöhung eine Sanierung versprochen.

Nach einer Beeinspruchung wurde 2012 eine Sanierung aus den Rücklagen der Mieteinlagen in Aussicht gestellt. „Passiert ist leider seit damals nichts, abgesehen von einem Holzgitter rund um die Sträucher“, so Mieterin Eva Tormann. Christian Schantl von Wiener Wohnen sagt dazu in einer Stellungnahme: „Es wurden unterschiedliche Sanierungsvarianten entwickelt und durchgerechnet, um eine bestmögliche Förderung zu erhalten. Nach Festlegung der optimalen Variante waren zur Finanzierung des Bauvorhabens behördliche Genehmigungen notwendig. Deren Abwicklung einige Monate in Anspruch nahm.“

Ärger mit der Sprechanlage

Besonders das heuer neuadap-tierte Eingangstor samt Gegensprechanlage erregt die Gemüter. Das Schloss fällt immer wieder aus, der Schließmechanismus ist für gehbehinderte Personen oder Personen mit Kinderwägen kaum zu bewältigen und beim Klingeln am Eingangstor funktionieren anschließend die Stiegenhausöffner nicht. Die Mieter fordern nun die versprochene Sanierung des Daches, des Dachbodens, der Stiegenhäuser, der Waschküche und der Fassade sowie eine professionelle Behebung der Schäden der Sprechanlage.

Sanierung erst 2018

Wiener Wohnen gibt in einer Stellungnahme bekannte Mängelmeldungen rund um die Sprechanlage zu. „Mängelmeldungen werden immer sofort nach Erhalt an den zuständigen Baumanager und auch an die zuständige Firma zur Behebung gemeldet und immer ehestens von den Firmen durchgeführt“, so Schantl. Zur Sicherung der Wohnhausanlage wurde die zentrale Gegensprechanlage beim Gittertor montiert. Eine ebenfalls angebrachte Glasscheibe soll das Durchgreifen zur Türschnalle verhindern und entspricht den Denkmalschutzbestimmungen des Bundesdenkmalamtes. Die Reinigung erfolgt im Bedarfsfall.

Wiener Wohnen will mit dem Mieterbeirat der Wohnhausanlage betreffend der Glasscheibe und allfälligen Mängeln und Verschmutzungen Kontakt aufnehmen. Schantl lässt die Mieter wieder hoffen: „Der Baubeginn der thermischen Sanierung ist für März 2018 geplant.“ Im Zuge der Sanierung wird auch das Taubenproblem behandelt, wobei bereits vorhandene Öffnungen im Dachboden abgedichtet werden. Ein Einnisten von Tauben sollte danach nicht mehr möglich sein. Auch wenn die Bewohner jetzt auf 2018 hoffen dürfen – wer schon seit 2011 warten muss, bleibt zurecht skeptisch. Die Bewohner des Johann-Plocek-Hofs müssen bis nächstes Jahr leider noch viel Geduld aufbringen.
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