27.04.2016, 11:42 Uhr

Das Wagenburgkonzept - Nord-West-Bahnhof

Konzept der grünen Mitte. Grün gibt es nur für die neu zuziehenden Menschen. (Foto: Grafik: ernst niklaus fausch architekten eth/sia gmbh | Zürich | www.enf.ch (Präsentation vom 27.4.2015))
Wien: Nord-West-Bahnhof | Grüner Rand statt grüne Mitte

Als Kind habe ich leidenschaftlich gerne die spannenden Western im Fernsehen angesehen. Das ist nun gut und gerne mehr als 40 Jahre her. Was mich so fasziniert hatte war, dass viele Menschen sich in ein neues Gebiet auf den Weg gemacht haben und unterwegs, um sich zu schützen, mit ihren Pferdewagen die Wagenburgen errichtet haben.

Dies war eine enorm zweckmäßige Aufstellung. Innerhalb der Wagenburg war es fein. Alle waren geschützt. Die Kinder hatten viel Spaß, die Erwachsenen wussten, es konnte niemand von draußen eindringen. So war eben der "Wilde Westen".

Was hat der "Wilde Westen" nun mit dem Nord-West-Bahnhhof-Gelände zu tun?

Das nun vorliegende Leitbild für den Nord-West-Bahnhof wirkt einfach wie eine Wagenburg auf mich. Für andere wirkt das Konzept wie eine Festung. Beide Begriffe sind symbolisch für einen Schutz im "Innen" und eine "Abschottung" nach außen.

Die damaligen Architekt_innen und Standplaner_innen haben ein wirklich großartiges Konzept vorgelegt. Allerdings ist es ein „green-field“ Konzept.
So, als würden rundherum keine Menschen leben. (Konzept stammt aus 2006 - 2008)
Dieses Konzept ist mit hoher Sicherheit das Beste für all jene Menschen, die in diesen neuen rund 60 Fußballfelder großen Stadtteil (entspricht 44. Ha = 440.000 m2) wohnen und arbeiten werden. Es ist die Rede von knapp 12.000 Menschen (in rund 5.000 Wohnungen) und 5.100 Arbeitsplätzen.
Die bereits ansässige Bevölkerung (und das sind 84.000 Menschen) wird davon kaum eine Verbesserung der Lebensqualität haben. Vor allem nicht von dem neu geschaffenen Grünraum. Es werden blockartige Gebäudeanlagen an die bereits vorhanden Bauten im Bezirk angebaut. Der Blick aus dem Fenster war bislang – über 100 Jahre – ein Bahnhof und wird nun eine Häuserfront bzw. einzelne höhere Gebäude sein. Soll das wirklich so sein?

Soll das so bleiben?

Es gibt eine Chance, JETZT, bevor die Detailplanungen beginnen, das ursprüngliche Konzept zu modifizieren. In der Form, als der rechte und der linke Teil der neuen Bebauung vertauscht wird, sodass anstelle der grünen Mitte, ein grüner Rand entsteht.
Durch die Verlegung der grünen Mitte an den Rand haben doppelt so viele Menschen Nutzen von der Grünfläche. Grüner Rand statt grüner Mitte!
So wie im 2. Foto unten skizziert.

Die Konsequenz:

Neu Hinzuziehende haben keinen Nachteil und für die bisher ansässige Bevölkerung bedeutet die Aufteilung der grünen Mitte (Verlegung an den Rand) eine deutlich höhere Lebensqualität.
Am 2. Mai gibt es eine Info-Veranstaltung zum aktualisierten Leitbild. Einladung dazu finden Sie hier. Kommen Sie vorbei und reden Sie mit! JETZT am 2. Mai 2016 um 18:00 Uhr.
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