Was bedeutet "man ist alt", oder wann gilt man als alt?

Wo: Erika Klann, 2434 Götzendorf an der Leitha auf Karte anzeigen

Im Zusammenhang mit der Erkrankung meines Vaters habe ich sehr oft gehört "er ist ja alt, da ist das eben so und man darf sich nicht mehr viel erwarten“. Dabei war es egal, ob im Krankenhaus oder in Gesprächen mit Bekannten. Wenn jemand in höheren Jahren krank ist, so sieht kaum jemand ein Potential zur Heilung. Ja, man muss sogar froh sein, überhaupt so alt geworden zu sein.

Warum aber begrenzen wir Menschen uns so derartig?

Wann sind wir tatsächlich alt, oder gehören nach den Regeln und Vorgaben der Gesellschaft tatsächlich zum "alten Eisen"?

In der deutschen Sprache wird alt als Adjektiv sinngemäß so beschrieben, dass jemand/etwas schon lange existiert.

Wenn etwas lange existiert, bedeutet dies aber zwangsläufig nicht, dass es kaputt ist/wird. Betrachten wir mal unsere Mutter Erde. Sie ist viele Millionen Jahre alt und erneuert sich immer selbst, ja selbst gegen ihren größten "Feind", den Menschen, kann sie sich bis zu einem bestimmten Grad selbst erneuern.

Die Zellen des Menschen erneuern sich ebenso in einem bestimmten Rhythmus.
Krank macht uns nicht die Anzahl unserer Lebensjahre, sondern WIE wir leben.

- Wie bewusst achte ich auf meinen Körper?
- Wie bewusst sind mir meine Gedanken(muster)?
- Wohin lenke ich die meiste Zeit meinen Fokus?

Wenn wir eine Erkrankung als Schicksal sehen und uns von Worten wie
- "diese Erkrankung ist nicht heilbar"
- "da gibt es nichts"
- "es gibt keine Hilfe mehr"
- "wenn man älter wird, ist das eben so und kann nicht mehr werden"
leiten lassen. Solche Worte als DIE Wahrheit annehmen, wie kann es dann anderes werden? Für viele kommen solche Worte einen Urteil gleich, sie geben auf und sterben mitunter ganz schnell - manchmal sogar über Nacht.

Wir könnten aber auch unseren ganz eigenen Weg gehen und unsere eigenen Erfahrungen machen.

Ich selbst hatte im zarten Alter von zwanzig Jahren eine wirklich schlimme Zeit. Ich steckte tief in einer Krise und wurde mit diversen Antidepressiva versorgt.
Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mir einmal dachte "so muss man sich mit achtzig fühlen."
(gleichwohl ich gar nicht wusste, wie man sich mit achtzig tatsächlich fühlen könnte)

Ich habe damals die Verantwortung für mein Leben übernommen und diese Krise überstanden, indem ich MEINEN Weg gegangen bin.

Mein Vater ist nun neunzig, hatte eine schwere Erkrankung unter deren Folgen er noch leidet und manches Mal hat er seine psychischen Durchhänger, dennoch gibt er nicht auf und macht seine Übungen. Angesichts der Tatsache, dass er drei Wochen mit Medikamenten so niedergedrückt war, dass er nicht einmal sprechen oder schlucken konnte, entwickelt er sich ganz großartig - trotz 90!

Letzte Woche hörte ich die Geschichte von einer Dame mit 101 Jahren, die noch selbst kocht und mobil ist, die noch mit 94 Jahren ihren Garten selbst gepflegt hat!!!

101 Jahre - das muss man sich einmal vorstellen und nun meine Frage:
Hat diese Frau, würde sie nun krank werden, weniger Recht wieder gesund zu werden, als jemand mit vierzig oder Fünfzig? Es hatte ja einen Grund warum sie so ein stolzes Alter erreicht hat!

Der älteste Mensch auf der Erde soll angeblich in China gelebt haben und 256 Jahre gewesen sein. Das scheint den meisten von uns vermutlich unmöglich. Ich muss ehrlich gestehen, ich weiß nicht, ob es stimmt, aber warum nicht? Wer genau sagt, dass wir Menschen nicht so alt werden könnten?

Warum lassen wir uns so be/ein-grenzen und erkennen nicht unser wahres Potential und die Tatsache, dass Alter grundsätzlich relativ ist.
Gleichzeitig tun wir in der heutigen Zeit so vieles um jung auszusehen.

Aus meiner Sicht ist Krankheit kein Schicksal, sondern ein Hinweis unserer Seele, etwas neu zu überdenken - anders zu denken. Vielleicht einen Gang runter zu schalten. Mehr in die Selbstliebe zu gehen, aber auch in die Selbstverantwortung.

Mit welcher Energie der Einzelne durchs Leben geht, soll jeder selbst bestimmen. Wenn man sich jedoch ständig mit negativen, beurteilenden Gedanken beschäftigt, kann sich nichts Positives entwickeln und wahre Freude und Liebe einstellen.

Wenn wir bestimmte Dinge nicht mehr so rasch erledigen können, dann hat das für mich weniger mit dem Alter zu tun, als entweder mit der Erfahrung, dass sich Stress nicht lohnt, oder man ist körperlich nicht fit genug.

Jemand der aufgibt, kein Interesse mehr hat, keine Wünsche oder Visionen, keine Träume, der aufhört sich zu freuen, keine (Aus)-Wege mehr sieht und sich leben lässt, der muss nicht zwangsläufig lange "existieren." Wann das ist, bestimmt letztendlich jeder selbst, ob mit zwanzig, oder hundert.

Darum lade ich dich ein - mach dich frei von diesen Denkmustern. Dein physisches Alter ist eine Zahl und weist lediglich darauf hin, wie lange du schon dieses Leben lebst. Möglicherweise hast du schon viel erlebt und kannst nun von diesem Erfahrungsschatz profitieren.

"Kaputt" wirst du erst dann, wenn DU nicht gut auf DICH achtest. Körper - Geist - Seele.

Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen, einmal nachzuspüren, wie sich die Dinge in deinem Leben verhalten.

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