Petronell-Carnuntum
Museum Auxiliarkastell beherbergt einzigartiges Kreuzungsbauwerk der Antike

Vereinsobmann Erwin Schübl zeigt das antike Kreuzungsbauwerk.
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  • Vereinsobmann Erwin Schübl zeigt das antike Kreuzungsbauwerk.
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  • hochgeladen von Christina Michalka

Das Kulturhaus Petronell-Carnuntum birgt einen einzigartigen Schatz: Das antike Kreuzungsbauwerk eines Abwasserkanals und einer Trinkwasserleitung ist noch im Original erhalten. 

PETRONELL-CARNUNTUM. Die Römerstadt Carnuntum mit dem römischen Stadtviertel in Petronell und das Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg kennen wohl die meisten Menschen in der Region und auch über die Grenzen des Bezirks hinaus. Doch ein wahrer Schatz blieb vielen noch verborgen. Ganz versteckt im Tiefkeller des Kulturhauses Petronell befindet sich ein original erhaltenes Bauwerk aus der Antike

Highlight des Auxiliarkastell Museum 

Das Museum Auxiliarkastell bietet neben zwei Ausstellungsräumen noch ein ganz besonderes Highlight im Tiefkeller: Ein original erhaltenens Kreuzungsbauwerk. Beim Ausbaggern der Fundamentgrube für einen Hausbau stieß man im Jahre 1981 in Petronell auf das Mauerwerk einer eingewölbten Trinkwasserleitung. Die Grabungsleiterin Herma Stiglitz erkannte rasch, dass es sich bei diesem Bauwerk um eine Besonderheit handelte. In weiterer Folge stieß man bei den Grabungsarbeiten auf das mächtige Mauerwerk eines Abwasserkanals. Dieser war direkt über der Trinkwasserleitung errichtet worden. Dieses Kreuzungsbauwerk wich von der klassisch römischen Bauordnung ab. Es handelt sich um einen Hauptabwasserkanal des in unmittelbarer Nähe liegenden Auxiliarkastells. 

Trinkwasser und Abwasser 

Durch diesen Kanal wurden die Abwässer des Reiterlagers in Richtung Steilabbruch des damals viel weiter nördlich liegenden rechten Donauufers geleitet. In der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts, also unter Kaiser Hadrian (117 bis 138 n. Chr.) erfolgte der Umbau des Auxiliarkastells von einem Holz-Erde-Lager zu einem Steinkastell. Gleichzeitig wurde auch die Ausrichtung der Porta praetoria des Kastells um 90 Grad von Osten nach Norden geändert. Die Römer könnten den Abwasserkanal bereits zu dieser Zeit gebaut haben. Die Errichtung während einer späteren Umbauphase ist jedoch ebenso möglich. Der Kanal im Reiterlager wurde für die Abwässer von rund 500 Reitern, 200 Pferdeknechten und 250 Pferden genutzt.

Ausstellungsräume im Kulturhaus

Das Museum Auxiliarkastell wird vom gleichnamigen Museumsverein unter Obmann Erwin Schübl betreut. In den beiden Ausstellungsräumen und im Tiefkeller befinden sich Infotafeln, Knochenfunde und römische Alltagsgegenstände im Original oder als Nachbildung. Schwerpunkte sind die "antike Wassertechnik in Carnuntum", das Reiterlager und der Totenkult. 
Derzeit bereitet der Museumsverein die Ausstellungsräume neu auf. Das Museum direkt im Kulturhaus Petronell hat von Mai bis Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 10 bis 17 Uhr für Besucher gegen eine freie Spende geöffnet.

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