"Steinzeit" einmal anders betrachtet
Vorwärts in die Steinzeit? Eine Replique zum Steinzeitsager unseres Bundeskanzlers

Als Bewohnerin einer Kleinstadt in er Ostregion macht sich frau große Sorgen um die Zukunft.
Hainburg an der Donau war früher eine außergewöhnlich schöne Stadt mit vielen Bäumen und lauschigen Plätzchen. Doch in den letzten zehn Jahren wird diese Stadt immer mehr zu einem hässlich zubetonierten Ort ohne irgendein Alleinstellungsmerkmal. Nicht nur der Durchzugsverkehr, sondern auch das ständige Beseitigung von alten prächtigen Linden, die sicherlich noch fünfzig Jahre gestanden wären, z.B. auch in unmittelbarer Nähe der Kirche. Alles muss dem Beton und dem Gott Auto geopfert werden.
Dies ist auch in der Krimhildengasse sichtbar, die neuen Bewohner zerstören die alten Gärten und Grünflächen, ersetzen das alte Grün durch Steingärten. Die enge Straße ist bis auf den letzten Winkel zugeparkt, obwohl hier entlang ein europäischer Radweg führt. Kein Wunder, denn drei Autos pro Familie sind keine Seltenheit.
Obwohl das Einkaufszentrum Galleria Danubia sich bei der ÖBB-Station Ungarstraße befindet, gibt es keinen eigenen Zugang für die ÖffinutzrInnen, die vorbeifahrenden Radfahrer können nicht einmal erkennen , dass es hier ein Einkaufszentrum gibt, da sie an der Rückseite des Betonbaues vorbeifahren und es keinerlei Hinweise gibt, dass man hier einkaufen könnte. Alles für die AutofahrerInnen, nichts für Radfahrerinnen und Fußgängerinnen, eine Betonwüste, die an heißen Tagen in der Sonne glüht. Im Volksmund heißt dieses Einkaufszentrum die „Gruft“.

Hainburg steht für viele Städte in der Region. Arbeitsplätze gibt es nur mehr in Wien. Die spärlichen Arbeitsmöglichkeiten im Ort sind nicht Ansässigen vorbehalten, denn die sind billiger, der Rest muss also pendeln, auch wenn er Kinder hat. Dass sich dann viele überlegen wegzuziehen, liegt wohl nicht an den zu wenig ausgebauten Straßen. Die A4 ist oft unterfrequentiert, während sich Autoschlangen durch die Hainburger Altstadt und das Wienertor zwängen. Mehr Auto und Beton geht in dieser Stadt nicht mehr, denn es ist schon fast alles zubetoniert. An den noch verbleibenden Flächen wird noch gewerkt.

Dass man sich endlich auch am Land über andere Formen der Mobilität wie den Individualverkehr Gedanken machen sollte, wird ausgeblendet. Zu mächtig ist die Beton und Baulobby. Doch am Ende des Jahrzehntes wird man angesichts der ständigen Dürren und Hitzewellen, die der radikalen Entwaldung und Bodenversiegelung geschuldet sind, erkennen müssen, dass man Steine nicht essen kann. Da nutzen auch die angeblichen innovativen Ansätze, die wohl eher  die etablierten Branchen fördern und wirklich Kreativen keine Chance geben. Also Greenwashing vom Feinsten. Vorwärts in die Steinzeit ist wohl auch keine Lösung. 

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