08.01.2018, 12:57 Uhr

Lehrer und Schüler oder Schüler und Lehrer - oder gar beides?? Du wählst!

Götzendorf an der Leitha: Erika Klann | Hast du schon mal gehört, dass jemand meinte, er würde sich (von dir oder von jemand anderem) belehrt fühlen und du keine Ahnung hattest, wie es dazu kam?

Ich sage mal so salopp, ganz egal, wie alt jemand ist, wie viele Ausbildungen derjenige hat, oder wie hoch sein akademischer Grad sein mag, wir sind ALLE Schüler auf dem Weg durch das Leben. Gleichzeitig sind wir ebenso Lehrer für andere. Ob wir das nun bewusst wählen oder nicht.

Jeder lebt sein Leben, nach seinen persönlichen Vorgaben, Glaubensmustern, Anhaftungen und Vorstellungen. So wie er lebt und ist, ist er für andere mehr oder weniger sichtbar.

Nach dem Spiegelgesetz sehen wir in anderen immer die Dinge, die wir an uns selbst nicht erkennen oder wahrhaben können. Nach Colin Tipping sind es die verdrängten Anteile. Dieses Wissen hilft uns bei aller Reflexion dennoch nicht immer weiter.

Wenn ich bei manchen Menschen Dinge wahrnehme, die mir nicht gefallen (z.B. so möchte ich nicht sein oder wahrgenommen werden), habe ich die Möglichkeit, etwas anders zu machen. Gleichzeitig kann ich beobachten, welche Gefühle dieses Verhalten in mir auslöst. Löst es große Emotionen, kann ich für mich hinterfragen, was hinter dieser zumeist "negativen" Emotion stecken kann. Und ja, es ist nicht immer ganz erfreulich, wenn man seine Schatten erkennt, aber wenn man sie annehmen kann, ist es auch wieder sehr befreiend.

Natürlich gibt es auch Menschen, die uns positiv, z.B. frei von Bewertung und Beurteilung, auffallen und uns somit Vorbild sein können.

Jeder Mensch kann also mein Lehrer sein, weil er mir etwas aufzeigt und ich kann sein Schüler sein - wenn ich es zulasse und darüber reflektiere.

Wenn dich jemand kritisiert oder dir etwas aus seinem Leben erzählt, dann hast du ebenfalls die Wahl, wie du damit umgehst. Jede Kritik kann etwas durchaus Konstruktives sein, wenn du den Mut hast, dich darauf einzulassen und darüber zumindest nachzudenken. Wie gesagt, es KANN, muss aber nicht. Ebenso gilt es mit Erzählungen.

Zur Fülle des Lebens gehört doch auch, frei in seinen Entscheidungen zu sein, so auch die Entscheidung "Schüler des Lebens" zu sein.

Jeder hat die Freiheit, sein Leben so zu gestalten, wie er es für sinnvoll und richtig hält. Ganz egal, ob es nun ein Leben in Leiden oder ein Leben in Freude ist.

Auf und Abs sind ganz normal. Das Leben bietet eben immer neue Wege und Herausforderungen, an denen wir wachsen können.

Wir sind alle gleich. Uns unterscheiden lediglich die verschiedenen Ebenen unserer Bewusstheit, was uns aber weder besser oder schlechter macht, sondern öffnet lediglich die Vielfalt der Möglichkeiten.

In dem Buch "Gespräche mit Gott, Band 1-3" sagt Gott, er hat den Menschen erschaffen um sich selbst zu erfahren kennen zulernen. Du siehst, selbst Gott ist bereit dafür, Schüler zu sein.

Lehrer und Schüler - Schüler und Lehrer - jeden Tag hast du die Wahl, ob du den Mut hast beides zu sein.

So ist es auch DEINE Wahl, ob du dich von jemandem belehrt fühlst, oder einfach nur offen für andere Informationen oder Sichtweisen bist.
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