13.12.2017, 21:21 Uhr

90 Minuten sind unzumutbar

Bgm. Martin Almstädter mit Kathrin Edel. (Foto: Privat)

Die Öffis werden massiv ausgebaut. Gäste der Ostbahn S60 freuen sich, Petronell initiiert einen Schülerbus.

BEZIRK. Niederösterreich ist das Land der Pendler. Aktuell werden jährlich 30 Millionen Bahn- und 51 Millionen Buskilometer angeboten. Auch im Bezirk Bruck an der Leitha steigt das Angebot im Öffi-Verkehr. Wir haben Pendler gefragt, wie zufrieden sie sind - und was sie sich vom "Öffi-Christkind" wünschen würden.

Bahnpaket 2030

Im Rahmen des kürzlich von LH Johanna Mikl-Leitner mit Verkehrslandesrat Karl Wilfing vorgestellten Bahnpakets 2030 investiert das Land NÖ zusammen mit der ÖBB bis zum Jahr 2030 rund 875 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr. "Im Bezirk Bruck werden wir auch in den kommenden Jahren zahlreiche Investitionen setzen. So soll eine weitere Angebotssteigerung und ein ganztägiger 30-Minuten-Takt an der S60 durchgeführt werden", informieren LR Wilfing und BR Gerhard Schödinger. An der S60 werden allein 6 Mio. Euro investiert, im Bezirk sind es bis zum Jahr 2030 rund 17,6 Mio. Euro an gesamt 2,5 Mio. Zug- und 4,2 Mio. Buskilometern.

"Wir sparen ein Auto"

Maria K. aus Petronell ist in Karenz, der Mann arbeitet im Schichtdienst in Wien bei einem Unternehmen mit Sitz an einer U-Bahnstation: "Wir hatten immer zwei Autos, als ich zu Hause geblieben bin haben wir uns die Fahrpläne der Schnellbahn S7 angesehen. Wir haben uns entschlossen ein Auto zu verkaufen. Seitdem fährt mein Mann sorgen- und unfallfrei in die Arbei - und das ohne Probleme, unabhängig vom Wochentag."

Schülerbus im Römerland

Kathrin Edel, ebenfalls in Petronell daheim, hat als Mutter einer Schülerin des Gymnasiums Bruck allerdings Probleme mit den Verbindungen. Sie suchte im September Bgm. Martin Almstädter auf: "Schüler, die in Bruck zur Schule gehen, haben nach der 8. (15.05 Uhr) und der 10. Stunde (16.50 Uhr) keinen direkten Bus nach Petronell. Entweder sie nehmen rund 90 Minuten Heimfahrt mit Umsteigen in Kauf oder die Eltern holen ihre Kinder. Verständlich, dass da die Lernfähigkeit nachlässt." Almstädter sah sich die Römerland Carnuntum-Initiative des AST (Anrufsammeltaxi) Leithaberge näher an und beschloss, tätig zu werden. "Nach einem Beschluss des Gemeindevorstandes und einer Bedarfserhebung bei den betreffenden Eltern ist das Taxiunternehmen Buchinger am 27. November mit dem Schülertransport gestartet. Vorab informierte uns Buchinger über eine Fördermöglichkeit vom Finanzministerium (BEH89), sodass für dieses Projekt zur Zeit keine Kosten anfallen. Ich bin auch mit den Nachbarortschaften in Kontakt getreten und könnte mir vorstellen, dass deren Schüler mitfahren. Ich persönlich finde es mühsam, wenn man erst dann in die Heimfahrgelegenheit einsteigen kann, wenn man normalerweise schon längst zu Hause sein könnte."
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.