08.11.2016, 12:54 Uhr

Das Kreuz mit dem Kreuz

Poly-Direktor Peter Zemann beruhigt und gibt Entwarnung.

Sollen Kreuze, Martinsfeiern und der Nikolo aus den Schulen im Bezirk verschwinden? Ein Lokalaugenschein.

BEZIRK. Kreuze sollten als religiöse Symbole aus den Schulklassen verschwinden, Bildungsministerin Hammerschmid machte nun aber einen Rückzieher. Auch religiöse Feiern wie der Martinsumzug am kommenden 11. November (Laternenfest) oder die Nikolofeier stehen immer wieder unter Kritik. Die Bezirksblätter befragten Lehrer, Schüler, Eltern und Politiker aus dem Bezirk Bruck an der Leitha, ob der Heilige Martin und der Nikolaus bleiben dürfen oder verbannt werden. Es scheint, als würde ganz Österreich um die Kreuze in Schulklassen diskutieren - nicht so im Bezirk Bruck an der Leitha. Hier ist die Lage entspannt und tolerant.

Polytechnikum machts vor

Beim Lokalaugenschein in der Polytechnischen Schule in Bruck an der Leitha führt uns Direktor Peter Zemann durch die Klassenräume und das Lehrerzimmer, in jedem Raum hängt ein christliches Kreuz. Auf etwaige Probleme angesprochen, gibt Zemann schnell Entwarnung: "Wir haben hier kein Problem mit den christlichen Symbolen in den Klassenzimmern. Wir haben immer eine geringe Anzahl an andersgläubigen Kindern im Unterricht. Bisher gab es noch keine Schwierigkeiten, da sind wir tolerant. Selbst unser Islamlehrer, den es ab einer gewissen Anzahl moslemischer Schüler geben muss, stößt sich nicht am Kreuz. Er hängt es während seinem Unterricht nicht ab und auch die Schüler sehen es als Selbstverständlichkeit an, dass das Kreuz in der Klasse hängt."

Resultat der Medien

Scharndorfs Amtsleiter Leopold Zwickelstorfer reagiert auf dieses Thema ein wenig allergisch: "Als ob wir in Österreich keine anderen Probleme hätten! Der Bildungsauftrag unserer Lehreinrichtungen ändert sich nicht, ob mit oder ohne Kreuz in den Klassenzimmern. Ob in der Schule ein Kreuz hängt oder nicht ist meines Erachtens völlig egal. Die ganze Diskussion ist das Resultat der Boulevardmedien, die damit aber von wirklich wichtigen Dingen ablenken."

Weg mit dem Kreuz

Josef Grubmüller von der Hainburger Sparkassenstiftung hingegen ist für eine generelle Entfernung der Kreuze: "Grundsätzlich sollten indoktrinierende religiöse Symbole aus den Schulen ferngehalten werden. Es dürfte jedoch große Schwierigkeiten bereiten, Kreuze aus den Klassen zu verbannen, da die Trennung von Kirche(n) und Staat in Österreich keineswegs vollzogen ist."
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