13.10.2014, 08:05 Uhr

Geschleppte wie Vieh eingepfercht

Alexandru C. (35) und Claudiu S. (52) schleppten bei vier Fahrten mindestens 120 Fremde über den Landweg nach Österreich. (Foto: mr)

Auf sieben Quadratmeter Ladefläche 38 Illegale zusammengepfercht

BEZIRK/KORNEUBURG (mr). Zwei rumänische Staatsbürger standen letzte Woche vor einem Korneuburger Schöffensenat: Sie mussten sich wegen gewerbsmäßiger Schlepperei von ca. 120 Menschen verantworten.

Laderaum Citroen Jumper: 7 m²

Aus der Türkei wurden die Fremden zunächst nach Ungarn geschleppt, ab Kecskemét übernahmen die Angeklagten den Weitertransport. Über Berg, Kittsee oder Nickelsdorf ging es in einem Kastenwagen Citroen Jumper mit einer Ladefläche von ca. 7 m² in die Alpenrepublik. Beim letzten Transport befanden sich 38 Personen im Laderaum - pro Quadratmeter 5½ Personen!

Dichtung aus Hecktüre gerissen

Die Geschleppten müssen an qualvollem Sauerstoffmangel gelitten haben, zur Linderung ihrer Atembeschwerden haben sie sogar die Gummidichtung der Hecktüre herausgerissen.

350.000 Euro pro Fuhre

9.000 Euro hatte jeder Fremde zu berappen, bei 38 Fremden ergibt dies pro Jumper-Fuhre rund 350.000 Euro.
Die in Österreich nicht vorbestraften Angeklagten wurden in der Nähe des Flughafens Schwechat festgenommen und waren vor Gericht voll geständig.
Bei einem Strafrahmen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren verhängte der Senat jeweils eine zweijährige -teilweise bedingte- Haftstrafe: davon müssen sie derzeit nur acht Monate verbüßen. Rechtskräftig!
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