26.05.2017, 19:43 Uhr

Museumsfrühling im Auxiliarkastell Carnuntum

Foto Gabriella Bösze Steinkiste wurde früher schon beraubt
Petronell-Carnuntum: Auxiliarkastell |

Das Reiterlager am Donaulimes



In der Regierungszeit des Kaiser's Domitian (81-96 n.Chr.), wurde es im Zuge von Truppenverlegungen zunächst in Holzbauweise errichtet. In anderen Lagern ersetzte man diese im Laufe des zweiten Jahrhunderts durch Steinbauweise. Nicht so in Carnuntum, wo man in der severischen Zeit die charakteristische Holzbauweise mit weit über die Front der Lagermauer vorkragenden Türmen beibehielt.

Schriftliche Denkmäler, Grabsteine für Soldaten, Bronzene Militärdiplome, sowie Ziegeln mit Stempeln der Einheiten vorort sind bleibende Zeugnisse der bewegten Vergangenheit



Das Carnuntiner Alenlager wurde im Jahre 1977 entdeckt. Zahlreiche bauliche, auch militärorganische Veränderungen und Wechsel in der Regierung wurden aufgrund vier verschiedener Bauperioden schlüssig bei den Grabungen analysiert.

Bestens ausgestattet mit einem eigenen Kastellbad, einem aus Ziegeln errichteten kleinen Umkleideraum, Abwasserkanälen, Wand- und Fußbodenheizung ließen den Legionären einen hohen Komfort zu.

Mit Reiterspielen außerhalb des Kastells, auf in Holz eingefassten Trainingsplätzen war für Abwechslung und Unterhaltung gesorgt.

Frisches Wasser aus der mühsam erbauten Wasserleitung und Verpflegung für die Kavallerie mit Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Milch, Käse, Olivenöl und zusätzlich angekauftem Getreide, welches in einem Speicher gelagert wurde, dienten als Grundnahrungsmittel.
Ausserdem konsumierte man auch gerne mit Wasser vermischten Essig, bei Gelegenheit auch Bier. Gerste und Heu lagerte man für die Versorgung der Pferde.

Unzählige wertvolle Funde und wissenschaftliche Erkenntnisse kamen zu Tage



Gut erhaltene Töpferware, Haushaltszubehör, Eisenwerkzeug, Waffen, einige Münzen, sowie eine außergewöhnlich schöne eiserne Gesichtsmaske und ein vollständiges Pferdeskelett entdeckten die Archäologen im Zuge der Freilegungen des Auxiliarkastells.

Der Totenkult hatte bei den Römern einen besonderen Stellenwert.
In der sogenannten Gräberstraße verewigten sie ihre Verstorbenen auf oft tonenschweren Grabsteinen mit individuellen Inschriften.

Die Steinmetze fertigten Steinkisten je nach Größe mit Deckel für die “betuchteren“ in aufwändiger Arbeit her. Später wurden diese sehr oft Opfer von Grabräubern.

Das Ende des einst so bevölkerten Reiterkastells nahte in Zuge der unter Gallenius durchgeführten Militärreformen.
Die am Limes stationierten Reitereinheiten wurden im Hinterland zusammengefasst um dort ihren Dienst zu versehen.

Das massive Erdbeben welches Mitte des 4. Jahrhunderts den pannonischen Raum erschütterte, richtete auch im Carnuntiner Lager enorme Schäden an. Restmaterial der Ruinen wurden dann im Mittelalter unverfroren als Steinbruch benutzt und ausgebeutet.
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Petra Maldet aus Neunkirchen | 27.05.2017 | 12:50   Melden
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Gabriella Bösze aus Bruck an der Leitha | 29.05.2017 | 17:10   Melden
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