05.11.2017, 14:10 Uhr

Sommerein: Jungsteinzeitliche Kindergrabstätte gefunden

Archäologin Cornelia Lenz und EVN-Projektleiter Stefan Sauermann (Foto: EVN)
SOMMEREIN. Dass sich die Vergangenheit eindrucksvoll zu Wort meldet, kommt bei Infrastrukturbaustellen immer wieder vor. So auch bei den laufenden Arbeiten zum neuen EVN-Windpark in Sommerein: Zehn Windräder sollen hier schon bald umweltfreundlichen Strom für 28.000 Haushalte liefern. Doch derzeit teilen sich die Projektleiter ihre Baustelle noch mit einem Team der ARGIS Archäologie Service GmbH.

7.400 Jahre altes Kindergrab

Denn mitten im geplanten Windpark im Nordosten des Gemeindegebietes wurden Überreste einer frühzeitlichen Siedlung entdeckt: "Allein im Areal des Turmfundaments befinden sich rund 220 Objekte, die zum größten Teil der Jungsteinzeit angehören, aber auch der Latènezeit und dem Frühmittelalter. Es handelt sich um typische Siedlungsbefunde, mit mehreren Grubenhäusern, zwei Langhäuser, etliche Gruben und zahlreiche Pfostengruben", erläutert ARGIS-Geschäftsführer Gerald Fuchs begeistert. Sein Highlight: "In einer jungsteinzeitlichen Grube ist ein zwei- bis fünfjähriges Kind bestattet worden – das war vor etwa 7.400 Jahren! Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Fund, der uns einen unmittelbaren Bezug zu den damaligen Bewohnern vermittelt."

Gute Zusammenarbeit

EVN-Projektleiter Stefan Sauermann: "Natürlich bedeutet ein solcher Fund einen zusätzlichen Koordinationsaufwand. Aber die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und den archäologischen Fachexperten läuft sehr gut. Und schließlich geht es hier um die Sicherung von einmaligen, historischen Fundstücken". Der Windpark wird wie geplant Anfang 2018 in Betrieb genommen.
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