24.01.2018, 17:15 Uhr

Große Anteilnahme an Bleiberecht von 27-jährigen Afghanen

Aref Sarwari bei einem Ausflug an die Donau in Wien. (Foto: Privat)

"Unser Bruck hilft" kämpft gegen die Abschiebung von Aref, einem afghanischen Polizisten und christlichen Konvertiten. Trotz erfolgreicher Integration wurde der 27-jährige in das Schubhaftzentrum Wien-Hernals gebracht.

BRUCK/L. Aref Sarwari (27) flüchtete als Polizist und Angehöriger der verfolgten Minderheit der Hazara vor den Taliban aus seiner Heimat Afghanistan nach Österreich. Seit rund zwei Jahren lebt der junge Mann in Bruck an der Leitha.

In dieser Zeit hat sich Sarwari selbstständig Deutsch-Kurse organisiert und es bis heute zu Maturaniveau geschafft. Er steht ehrenamtlich als Jugendtrainer im ASK-BSC Bruck den Kindern zur Seite, ließ sich als Sozialdienstleister beim Roten Kreuz in Bruck ausbilden, hilft regelmäßig bei der Essensausgabe der Team-Österreich-Tafel und hat bereits zwei fixe Vollzeit-Jobzusagen. Doch all sein Engagement half nichts: Am 12. Jänner wurde Sarwari von der Polizei abgeholt und ins Schubhaftzentrum Wien-Hernals gebracht, wo er nun auf seine Abschiebung wartet.

Großes Echo auf Petition

Helga Longin vom Verein "Unser Bruck hilft" ist entsetzt über die Doppelmoral der Behörden.

"Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt seine Identität, seine Herkunft und seine Lebensgeschichte. Aref stammt aus Sar-e Pol. Die Behörden kamen zum Schluss, dass eine Rückführung in das Gebiet von Aref mit einer "ernstzunehmenden Gefahr für Leib und Leben verbunden sein könnte, weshalb ihm eine Rückkehr dorthin nicht zugemutet werden kann - aber er könne woanders leben" so der Wortlaut im Bescheid. Als Begründung wird ihm mangelnde Integration attestiert, was angesichts seiner Entwicklung in Bruck einfach widerlegt werden kann.", so Helga Longin.

Longin startete eine Online-Petition, die bis dato 6.500 Unterschriften für einen Verbleib von Aref gesammelt hat.
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