16.10.2017, 16:02 Uhr

Wahl 2017: Der Tag danach im Bezirk Bruck

Werner Herbert ist höchst erfreut über das Ergebnis. (Foto: sw)

Aus dem roten Bezirk Bruck ist über Nacht ein blauer geworden. Ein Stimmungsbild nach der Wahl.

BEZIRK. Der vorangegangene Wahlkampf ließ bereits auf eine spannende Wahl schließen. Das Ergebnis, besonders jenes aus dem Bezirk Bruck an der Leitha, überrascht dann aber doch sehr.

Bezirk blau eingefärbt

Die Wahlkarten werden seit Montag ausgezählt, ein Endergebnis wird für Donnerstag erwartet. Dennoch, das vorläufige Ergebnis zur Nationalratswahl ist im Bezirk Bruck ein anderes als das bundesweite, wo die ÖVP vor FPÖ und SPÖ die meisten Stimmen für sich verbuchen konnte. In Bruck ticken die Uhren anders, hier wurden die Blauen stimmenstärkste Partei mit 30,67 Prozent, dicht gefolgt von der SPÖ mit 29,67 Prozent und der ÖVP mit 28,11 Prozent und den Grünen mit 2,09 Prozent. Die Reaktionen freilich können unterschiedlicher nicht sein.

"Erwartungen übertroffen"

Lachende Gewinner im Bezirk Bruck sind die Freiheitlichen. FPÖ-Vizebürgermeister Werner Herbert aus Enzersdorf an der Fischa freut sich über das Ergebnis, speziell im Bezirk Bruck: "Das Bezirksergebnis von vorläufig 30,67 Prozent ist höchst erfreulich, unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Das ist ein klarer Auftrag für unseren Bezirk sich der brennenden Probleme der Bevölkerung endlich anzunehmen. Es geht hier um Themen wie Sicherheit und Kriminalität ebenso wie um Beschäftigung mit den Stichworten Jugendarbeitslosigkeit und Generation 50plus. Auch beim Thema Verkehr wie beispielsweise die Donauquerung der S1 sowie die geplanten Ortsumfahrungen B10 und B60 herrscht Handlungsbedarf."

"Katastrophales Ergebnis"

Roman Kral von den Grünen spricht es am deutlichsten aus: "Das vorläufige Ergebnis ist aus grüner Sicht eine große Katastrophe. Der Ruck nach rechts ist schlecht für Österreich und seine Bevölkerung!" Die Hoffnung aufgeben will Kral dennoch nicht: "Freilich haben wir die Hoffnung, dass uns die Wahlkarten doch noch zum Einzug ins Parlament verhelfen. Aber wir müssen dem Umstand auf den Grund gehen, warum wir zwei Drittel unserer Wähler, auch in grünen Hochburgen Wiens, verloren haben und warum unsere Themen 'Klima, Zusammenhalt, Solidarität und Europa" nicht angenommen wurden."

Persönliches Leid

Auch Christa Vladyka, Bezirkssprecherin der SPÖ, kann ihre Enttäuschung nicht verbergen: "Trotz des guten zweiten Platzes im Bezirk tut mir das Bundesergebnis persönlich sehr leid. Wir haben gemacht, was wir konnten und hatten das beste Programm von allen Parteien, jetzt heißt es weiterkämpfen. Ich möchte mich bei allen, die mitgeholfen, uns unterstützt und gewählt haben, herzlich für ihr Vertrauen bedanken."

Problemkind "Osten"

ÖVP-Bundesrat Gerhard Schödinger findet ebenfalls klare Worte zum Ergebnis: "Der Osten hat anders gewählt. Trotzdem wir bundesweit viel zulegen konnten haben wir das im Bezirk nicht geschafft. Das wird unser Job für die nächste Wahl sein. Wir haben alle an einem Strang in eine Richtung gezogen und sind bundesweit richtig gut angekommen."
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