"Holz gegen Gas"

In der Woche Nr. 1/2013 geht es "pro & kontra" Holz. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob Petra Soir das wirklich glaubt, was sie da schreibt: "Der Qualm, der aus dem Kamin kommt, stinkt mir gewaltig." Oder: "Die natürlichen Rohstoffe werden immer weniger." Oder: "Alle paar Stunden nachlegen und ein kaltes Zuhause haben, wenn man länger weg ist".

Wenn sie das vor 30 oder 40 Jahren geschrieben hätte, hätte das gestimmt. Im Jahr 2013 muss ich ihr aber ziemliche Unkenntnis vorhalten:
Völlig falsch ist ihre Feststellung, dass auch der natürliche Rohstoff (gemeint ist Holz) ausgeht. Sogar in der "Woche" wurde schon darüber geschrieben, dass Holz ständig nachwächst und dass in Österreich soviel nachwächst, dass trotz Nutzung es immer noch mehr und mehr wird.

Wir nutzen heute Holz viel nachhaltiger als vor 30 oder 40 Jahren: Als Baustoff wurde es immer beliebter. Es wird in Papier und Platten für alles mögliche verarbeitet. Die Rinde wird als Rindenmulch in den Gärten und Parks verwendet und das, was als Sägespäne im Sägewerk übrig bleibt, wird zu Pellets gepresst und ist hochwertiger Brennstoff. Es gibt keine ungenutzten Holzabfälle mehr.

Nach der Ölkrise und danach mit der Sensibilisierung auf die Luftverschmutzung vor gut 30 Jahren begann es zuerst mit Hackschnitzel. Noch nicht so ideal, da der Brennwert eher mäßig ist, häufig nachgefüllt werden muss und die Qualität (Feuchtigkeit, Stückgröße) damals nicht immer stimmte, was zu Störfällen führte. Parallel wurden die Holzvergaserkessel für Scheitholz immer mehr optimiert. Mit beiden Heizformen konnte man nun ohne Probleme 24 Stunden durchheizen, mit Hackschnitzel sogar tage- und wochenlang, ohne sich viel kümmern zu müssen.

Vor 16 oder 17 Jahren begann die Ära der Pellets. Wir bauten damals unser Haus und entschieden uns 1997 bereits für eine Pelletheizung. Die ersten vollautomatischen Pellet-Heizkessel kamen kurz zuvor auf den Markt. Wir kauften den damals besten (und teuersten), ein steirisches Produkt. Und wir haben es nicht bereut. Im ersten Jahr kam es noch zu einigen Störfällen (und ich verwünschte zwischendurch das "Trum"), aber dann gelang es, die Einstellungen so zu optimieren, dass der Kessel seither jahraus und jahrein vor sich hin brennt, im Sommer auf Standby und bei -20°C mit Vollgas. Kaum Arbeit, nur die Asche, die minimal anfällt, muss ich von Zeit zu Zeit auf den Kompost entsorgen.

Feinstaub? Null! Unsere Nachbarn konnten es kaum glauben, aber im Winter war über unserem Kamin nur die Wärme der Gase zu erkennen, kaum einmal Rauch. Diese hochentwickelten Holzheizungen produzieren kaum Feinstaub.

Wenn auch ich immer wieder einmal aus Rauchfängen anderer Häuser beißenden Rauch aufsteigen sehe, der alles einnebelt, dann wird dort falsch geheizt und es wurde am falschen Platz, beim Ofen, gespart. Und da gehört angesetzt, indem Grenzwerte definiert werden, rigoros kontrolliert wird und solche Öfen aus dem Verkehr gezogen werden.

Heizen mit Erdgas ist sicher ebenfalls bequem und zudem sehr platzsparend. Zwei große Minus gibt es jedoch:

Zum ersten wird mit dem Erdgas CO2 aus dem Boden geholt und beim Verbrennen in die Atmosphäre geblasen. Es ist kein geschlossener Kreislauf, das CO2 wird immer mehr. Auch das Verbrennen von Holz produziert CO2. Es ist genau das CO2, was der Baum einst in sich aufnahm, das aber wieder von den nachwachsenden Bäume aufgenommen wird, somit ein geschlossener Kreislauf.

Zum zweiten holen wir unser Erdgas vor allem aus Russland. Es wird über die Ukraine zu uns geleitet. Wir sind abhängig von deren Preisgestaltung, die wiederum politisch beeinflusst ist. Erdgas wird rasch teurer, bei Pellets viel weniger ansteigend. Jahr für Jahr sparen wir so Geld, die hohen Anschaffungskosten haben sich längst amortisiert.

Ich finde es wichtig, zuerst die eigenen Ressourcen zu nutzen, unser Geld hier einzusetzen, unsere heimische Wirtschaftsleistung zu fördern und damit Arbeitsplätze für viele zu sichern. Wir fördern damit auch die Forschung auf diesem Gebiet und wir werden immer noch besser.

Zusammenfassend könnte man sagen: Heizen mit Erdgas ist "out", Heizen mit Öl "mega-out".

Autor:

Alexander Moser aus Bruck an der Mur

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