Wiener haben kampflos aufgegeben

Claudia Flatscher (links) und Michael Leypold (rechts) verteilten Jausenrucksäcke und Regenschutz an Hermann Schützenhöfer und Georg Bliem. HACKL
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  • hochgeladen von Christoph Hofer

Ein besonderer Eroberungszug: Der Steiermark-Frühling, eine viertägige Tourismusmesse auf dem Wiener Rathausplatz, hat heuer zum 14. Mal stattgefunden.

Wenn Steirer nach Wien kommen, dann gibt es immer ein erstes Abtasten. Der Wiener braucht Zeit, um zu erkennen, dass das Bergvolk hinter dem Semmering doch nicht so wild und hinterwäldlerisch ist, wie angenommen. Die Steirer wiederum versuchen die letztwöchige Mundl-Wiederholung mit den ungezählten Schimpftiraden aus dem Kopf zu bringen.

Beim Steiermark-Frühling bleibt wenig Zeit zum Abtasten. Die Steirer kommen zum Bewerben ihrer Tourismusregionen scharenweise und mit Sonderzügen ins Herz der Bundeshauptstadt und besetzen in durchaus friedlicher Absicht den Rathausplatz. Die Wienerinnen und Wiener werden mit Zirbenschnaps, steirischem Wein, Kernöleierspeis und Mariazeller Lebkuchen gefügig und mitunter auch mundtod gemacht. Letztendlich ergeben sie sich ihrem Schicksal und buchen den nächsten Steiermark-Urlaub, beziehungsweise versprechen es nach dem dritten Schnaps hoch und heilig den ausgefuchsten Tourismus-Lockvögeln. Diese treten allesamt mit Tracht, Steirerhut und Dialekt auf. Gibt es tatsächlich Widerstand, dann wird mit schweren Geschützen aufgefahren. Dann stehen Narzissenköniginnen, Apfelköniginnen und Weinköniginnen Gewehr bei Fuß. Kommt dann noch echte steirische Volksmusik ins Spiel, dann gehört Wien endgültig den Steirern.

Rund 145.000 Wienerinnen und Wiener haben es auch heuer wieder versucht, den Verlockungen der Steirer zu wiederstehen. Sie haben es nicht geschafft. Voll bepackt mit Kernöl, Lebkuchen und Hochglanzprospekten gingen sie zurück in ihre Wohnungen. Sie alle haben versprochen, die Steiermark heimzusuchen.

Und sollten sie nicht kommen, dann kommen nächstes Jahr wieder die Steirer nach Wien ? die jedoch kommen so und so.
Autor Markus Hackl

Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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