In den Nasszellen ist der Alkohol

Den Alkoholkonsum am Arbeitsplatz beleuchteten Experten aus dem Suchtbereich im Brucker Kulturhaus.
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Als Sanitäter in der Not besungen, stellt sich Alkohol als Seelentröster dar. Doch wenn nicht morgen oder übermorgen der Alkohol aus dem Leben verbannt werde, entfaltet er sich in seiner schädlichen Wirkung. "Alkoholgenuss in Maßen - nicht Trinken in Massen", sagte Christian Ehetreiber, der die Vorträge zum Thema "Alkohol am Arbeitsplatz - der geheime Mitarbeiter" im Brucker Kulturhaus moderierte. Obwohl es wenige aktuelle Statistiken gibt, will Sandra Korber, die Regionalleiterin der steirischen Gesellschaft für Suchtfragen "b.a.s.", gemeinsam mit ihrem Kollegen Dietmar Hirschmugl das Thema Alkoholsucht in die Betriebe bringen. Rund fünf Prozent der Österreicher sind alkoholkrank.

Suchtprävention im Betrieb
Projektleiterin Elke Pölzl und Manfred H. Geishofer, Geschäftsführer der b.a.s., berichteten aus der Praxis der betrieblichen Suchtprävention: So wurde ab 2001 die Suchtprävention im Magistrat Graz mit rund 8000 Mitarbeitern ebenso eingeführt wie bei der Grazer Berufsfeuerwehr. Wichtig sei, dass das Projekt von den Führungskräften und vom Betriebsrat getragen werde. Denn es gehe um Führungs- und Kommunikationsstruktur, sagte Geishofer. Die Führungskräfte werden gecoacht. Suchtkrankenhelfer kooperieren mit externen Stellen. Im Betrieb selbst stehen geschulte Erstansprechpersonen (EAP) zur Verfügung. Dass Suchtprävention ein Prozess sei, mussten die lösungsorientierten Feuerwehrler erst lernen. Vor allem galt, den Arbeitsplatz der Betroffenen zu erhalten und Mobbing zu vermeiden. Das braucht viel Einfühlung der Beteiligten, denn Sucht fällt oft erst auf, wenn Dienstpflichten verletzt werden. In der Präventionsarbeit gibt es Gespräche und Vereinbarungen aufgrund eines sechsstufigen Planes. "Kündigungen gab es im Magistrat nur, wenn die Betroffenen gar nicht kooperierten", sagte Pölzl. Vorsicht sei bei all den Maßnahmen geboten, um niemandem eine Abhängigkeit zu unterstellen oder Betroffene als unheilbar krank zu bezeichnen, so Geishofer.

Co-Abhängige fördern Sucht
"Dass Alkoholabhängige zu "heimlichen Mitarbeiter" werden, dafür sorgen oft Kollegen oder Angehörige", sagte die Psychologin Dorothea Stella-Kaiser. Unbewusst schützen sie die Trinker, entschuldigen sie, kontrollieren sie und nehmen ihnen vieles ab. So tragen die vermeintlichen Helfer die Lasten des Suchtkranken, überfordern sich selbst und fördern die Sucht. Dabei wäre professionelle Hilfe vonnöten.

Alkoholverbot
"Nicht alles was verbietbar ist, ist kontrollierbar", sagt der Jurist Karl Schneeberger. Das strikte Alkoholverbot wurde durch Verordnungen, die Alkohol für Berufe wie Piloten, Ärzte oder Dachdecker verbieten, ersetzt. Viele Unternehmen haben zwar Alkoholverbot, jedoch das Bier in der Mittagspause falle ins Persönlichkeitsrecht.
Barbara Pototschnig

Wo: Kulturhaus, Stadtpark 1, 8600 Bruck an der Mur auf Karte anzeigen
Den Alkoholkonsum am Arbeitsplatz beleuchteten Experten aus dem Suchtbereich im Brucker Kulturhaus.
Das Brucker "b.a.s."-Team: Leiterin Sandra Korber und Dietmar Hirschmugl.

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